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SSVg Velbert: WSV als Partyschreck bei der Stadioneröffnung

Abgezogen und eingenetzt: Jesse Weißenfels gelang das erste SSVg-Tor im neuen Velberter Stadion.

Abgezogen und eingenetzt: Jesse Weißenfels gelang das erste SSVg-Tor im neuen Velberter Stadion.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Velbert.  Oberligist SSVg lud den Wuppertaler SV zum Eröffnungsspiel ins neue Stadion. Der WSV brachte keine Geschenke, sondern gewann 4:1

Der Gegner passte perfekt zur Eröffnungsparty. Als Gast des Oberligisten SSVg Velbert zum Stadion-Einweihungsspiel war der ehemalige Bundesligist Wuppertaler SV gekommen – trainiert vom früheren SSVg-Trainer Alexander Voigt. Das Ergebnis passte hingegen gar nicht zur Feierstimmung. Der Wuppertaler Regionalligist gewann deutlich mit 4:1 (2:1) und erwies sich damit als Partyschreck.

WSV-Trainer Alex Voigt sah es ganz nüchtern. Er wollte mit seinem Team ein gutes Spiel in Velbert zeigen, was den Zoo-Städtern auch gelungen ist. „Wir haben eine gute Leistung gebracht und unsere Tore schön heraus gespielt. Wir sind für den Meisterschaftsstart bereit“, befand Voigt, dessen Team in einer Woche gegen Rot-Weiss Ahlen das erste Punktspiel bestreitet.

SSVg-Trainer Marcus John sieht auch viel Positives

Voigts Kollege Marcus John anerkannte die Leistung der Wuppertaler, fand aber, dass sein Team – ähnlich wie beim 0:4 im Testspiel gegen RW Oberhausen – etwas unter Wert geschlagen wurde. Er sah viel Positives: „Wir hatten auch unsere Möglichkeiten. Wir haben spielerisch einiges gezeigt und auch das frühe Anlaufen hat gut geklappt“, sagt der Velberter Trainer.

Tatsächlich hätte sein Team allein in der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit drei Tore machen können, wenn nicht müssen. Doch Robert Nnaji, Max Machtemes und Kai Schwertfeger, der durch einen geschickten Pass von Axel Glowacki freigespielt wurde, zielten nicht genau genug. „Das ist auch der Unterschied“, meinte John mit Blick auf die Chancenverwertung der Wuppertaler.

Dabei deckten die Gäste allerdings auch einige bedenkliche Abwehrschwächen der Velberter auf. Beim 0:1 und 0:2 kamen die Wuppertaler zu leicht über die Außen durch, Jonas Erwig Drüppel (32.) und Gianluca Marzullo (37.), der völlig frei stand, waren dann im Strafraum die dankbaren Abnehmer. Es hätte sogar 0:3 stehen können. Denn zuvor hatte es Elfmeter gegeben, weil Massimo Mondello auf dem Rasen ausrutschte, weshalb Marzullo allein aufs SSVg-Tor zusteuerte. Noah Abdel Hamids Rettungsaktion wertete der Schiedsrichter als Foul. Doch SSVg-Keeper Marvin Gomoluch wehrte den Strafstoß von Marwin Studtrucker ab.

Wuppertaler bringen früheres Assvon Rot-Weiss Essen

Statt mit 0:3 gingen die Velberter aber dann mit 1:2 in die Pause, denn nach guter Vorlage von Robert Nnaji schoss Jesse Weißenfels (39.) zum Anschlusstor ein – auch das sortierte SSVg-Coach John in die Positiv-Rubrik. Er hatte nämlich die unter der Woche unter Vertrag genommenen Zugänge Yasin-Cemal Kaya und Weißenfels gleich in der Stammformation eingesetzt und war zufrieden. Weißenfels nahm meist die Mittelstürmer-Position ein und erzielte nun das erste SSVg-Tor im neuen Stadion.

Ansonsten trafen aber nur noch die Wuppertaler, die ihrerseits einen interessanten Zugang brachten: Den am Donnerstag geholten Kevin Rodriges-Pires, unter anderem als früherer Spieler von Rot-Weiss Essen bekannt. Der Spielmacher setzte gleich Akzente, so prüfte er Marvin Gomuluch mit einem satten Schuss. Der wackere-SSVg-Keeper konnte den Ball zwar abwehren, der Abpraller landete aber vor den Füßen von Marzullo, der mit seinem zweiten Treffer auf 3:1 (53.) erhöhte.

Damit war das Spiel zwar entschieden, wenngleich die Velberter weiter versuchten, das Ergebnis zu verbessern. Ein Tor hätte bei einer Doppelchance für Cellou Diallo und Robin Hilger auch noch fallen müssen. Stattdessen kamen die Wuppertaler nach einer guten Kombination, die Beyan Ametov abschloss, sogar noch zum 4:1 (78.). „Das Tor ist zu leicht gefallen, aber nach dem 1:3 haben wir offener gespielt und waren auch vielleicht nicht mehr ganz so konzentriert“, meinte SSVg-Kapitän Noah Abdel Hamid.

Zugleich betonte er nach dem ersten Spiel im neuen Stadion: „Das ist eine große Motivation für uns, hier spielen zu können. Wer hat in der Oberliga schon so eine tolle Anlage?“ Die frische Motivation wollen er und die Mannschaft dann gleich bei der nächsten Premiere auch in erfolgreichen Fußball umsetzen. Am kommenden Freitag gastiert die Spvg Schonnebeck zur Eröffnung der neuen Oberliga-Saison.

SSVg: Gomoluch; Schiebener (83. Alabas), Duschke, Abdel Hamid, Mondello; Schwertfeger (63. Dertwinkel), Machtemes; Kaya (46. Glowacki), Nnaji; Diallo, Weißenfels (68. Hilger). - Tore: 0:1 Erwig-Drüppel (32.), 0:2 Marzullo (37.), 1:2 Weißenfels (39.), 1:3 Marzullo (53.), 1:4 Ametov (78.). - Bes Vorkommnis: Gomoluch hält Foulelfmeter von Studtrucker (22.)

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