Fussball

SSVg Velbert schult den Willen im Glutofen

Die SSVg-Spieler, hier mit Mittelfeldspieler Patrick Dertwinkel (re.), taten sich bei aller Überlegenheit schwer, Lücken in der Abwehr der Gäste zu finden. Am Ende reichte es zu einem knappen Sieg

Die SSVg-Spieler, hier mit Mittelfeldspieler Patrick Dertwinkel (re.), taten sich bei aller Überlegenheit schwer, Lücken in der Abwehr der Gäste zu finden. Am Ende reichte es zu einem knappen Sieg

Foto: Alexandra Roth

Velbert.  Oberligist SSVg bezwingt den Mittelrheinligisten Spvg Frechen verdient mit 1:0. Nachwuchsspieler Axel Glowacki erzielt das Tor des Tages.

Auch nach dem dritten Testspiel im Zuge der Vorbereitung auf die neue Saison in der Fußball-Oberliga Niederrhein bleibt die SSVg Velbert unbesiegt. Nach dem 3:0 zum Auftakt der Testserie gegen den 1. FC Wülfrath und nach dem 3:3 gegen Westfalia Herne erspielte sich die SSVg nun einen 1:0-Sieg gegen die Spvg Frechen.

Es war ein verdienter Erfolg nach 90-minütiger Hitzeschlacht auf der Sportanlage Am Berg. Wie im Spiel gegen Herne hatten sich die Velberter mit einem gleichklassigen Team gemessen, nach der Oberliga Westfalen nahmen sie sich nun die Oberliga Mittelrhein vor.

Manche Fehler sind den extremem Bedingungen geschuldet

Verglichen mit dem intensiven und spannenden Spiel gegen Herne verlief die Partie gegen Frechen allerdings eher unaufgeregt und manchmal auch zäh.

„Man hat von Außen schon einige Fehler gesehen“, meinte SSVg-Trainer Marcus John, um aber gleich zu betonen: „Wer da draußen steht, hat auch leicht reden. Für die Spieler war das sicher sehr schwer“, sagte der SSVg-Coach mit Blick auf die äußeren Bedingungen.

Bei Glutofen-Temperaturen ächzten und schwitzten die Spieler, selbst der Kunstrasen unter ihren Füßen fühlte sich aufgeheizt an.

Unterm Strich befand der SSVg-Trainer allerdings, dass sich die Strapazen gelohnt hätten: „Das war eine gute Konditions-Einheit. Ich werte dieses Spiel auch als Willens-Schulung“, sagte John.

Am Willen hat gab es auch wenig zu deuteln, die Velberter bemühten sich, den soliden, allerdings im Angriff auch recht harmlosen Gästen, ihr Spiel aufzudrücken.

Das klappte zumindest teilweise, denn die besseren Chancen besaß eindeutig die SSVg Velbert, während sie hinten kaum etwas zuließ. Allerdings ließen bereits in der ersten Halbzeit die Angreifer Cellou Diallo und Hasan Ülker zwei große Chancen aus.

SSVg-Trainer John lobt Talent Axel Glowacki

Nach knapp einer Stunde war es dann aber soweit, der eingewechselte Nachwuchsspieler Axel Glowacki erspähte eine Lücke, zog entschlossen ab und traf zum Tor des Tages. Es war bereits sein zweiter Treffer in der Vorbereitung, Trainer Marcus John freute sich für den Nachwuchsspieler, der sich bislang sehr gut macht. „Ich vergleiche ihn mit dem jungen Thomas Müller. Axel läuft überall hin und macht alles zu hundert Prozent.“

Ansonsten war sein Team allerdings von hundertprozentiger Chancenauswertung deutlich entfernt, mehrere gute Möglichkeiten, vor allem nach Kontern, wurden liegen gelassen. „Da ist der letzte Pass nicht gekommen“, bemängelte der Trainer. So hätten bei zwei schnellen Vorstößen von Diallo eigentlich zwingend auch zwei Tore fallen müssen. Doch einmal rutschte der Ball nach Diallos Zuspiel über den Fuß von Enes Topal, der schon vor dem leeren Tor stand und einmal kam der Pass von Diallo zu ungenau in die Mitte – da hätte er auch selbst abschließen können

„Klar, da hätten wir einiges besser zu Ende spielen müssen, aber nach dem dritten Test kann ja auch noch nicht alles klappen“, meinte der erste Vorsitzende Oliver Kuhn.

Möglichkeiten, sich bis zum Start der Meisterschaft spielerisch zu steigern, gibt es zudem reichlich, so bereits an diesem Mittwoch. Dann ist der SV Duisburg 1900 zu Gast Am Berg– und nur drei Tage später folgt ein echter Härtetest: Am Samstag gibt sich Regionalligist Rot-Weiß Oberhausen in Velbert die Ehre. Gespielt wird dann auf dem Rasen des Emka-Sportzentrums.

SSVg Velbert: Gomoluch; Schiebener, Schmetz (46. Abdel Hamid), Duschke, Alabas; Zent (46. Schwertfeger), Machtemes (46. Dertwinkel), Topal, Ülker (46. Glowacki); Nnaji, Diallo

Tor: 1:0 Glowacki (59.).

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