Fußball-Bezirksliga

SSVg Velbert II: Zu wenig Geduld bei den Verantwortlichen?

Joscha Weber ist der spielende Co-Trainer bei der SSVg Velbert II und ein Anführer in der jungen Mannschaft. Nun hat er wieder die Hauptverantwortung in der Fußball-Bezirksliga.

Joscha Weber ist der spielende Co-Trainer bei der SSVg Velbert II und ein Anführer in der jungen Mannschaft. Nun hat er wieder die Hauptverantwortung in der Fußball-Bezirksliga.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Velbert.  Joscha Weber ist wieder in der Verantwortung bei der SSVg Velbert II. Im Interview spricht er über die Erwartungshaltung und Probleme des Teams.

Nach acht absolvierten Spielen steht die U23 der SSVg Velbert in der Tabelle da, wo sie zu diesem Zeitpunkt in den vergangenen Jahren fast immer stand, nämlich im unteren Drittel, unweit der Abstiegsplätze . Mehrfach musste dann der Trainer gehen und auch diesmal trennte sich der Verein wieder vom Coach. Murat Aksoy wurde von seinen Aufgaben entbunden, der spielende Co-Trainer Joscha Weber übernahm .

Der 26-Jährige ist stark verwurzelt mit seinem Verein, in dem er seit der C-Jugend alle Jugendmannschaften durchlief und für den er bereits seit sieben Jahren Jugendmannschaften trainiert (aktuell die U 14). Er äußert sich im Interview zu der speziellen Situation, wie es weitergehen soll und zu den Zielen.

Joscha Weber, nachdem Sie den Posten des Cheftrainers übernommen haben, war dann auch erstmal schnell wieder Schluss.

Ja, das ging tatsächlich sehr schnell, wir konnten gerade noch einmal trainieren. Es zeichnete sich aber bereits ab, dass danach erst einmal Pause sein würde, daher haben wir ein Abschlussspiel gemacht.

Haben Sie der Mannschaft Vorgaben für ein Individualtraining gemacht?

Ja, die Spieler sollen so gut wie es geht fit bleiben. Dreimal die Woche sollen sie einen Lauf absolvieren und mir die Ergebnisse per App mitteilen. Den vierten Lauf am Wochenende müssen sie mir nicht nachweisen, aber er ist auch nicht freiwillig. Ich setze da auch sehr auf die Eigeninitiative, aber wenn es wieder losgeht, wird man sehen, wer etwas getan hat.

Seit einigen Jahren scheint es bei der U 23 eine gewisse Systematik zu geben. Nach einem durchwachsenen Start wird im Herbst der Trainer gewechselt. Sie übernehmen nun auch bereits zum zweiten Mal diese Aufgabe. Im Sommer rücken viele A-Jugendliche auf, die Mannschaft wird meist ziemlich neu formiert. Beweisen die Verantwortlichen da zu wenig Geduld?

Diese Frage kann ich nur schwer beantworten. Ich treffe ja diese Entscheidungen nicht, sondern bin eingesprungen, nachdem man mich gefragt hat. Die Situation der Mannschaft stellt sich eigentlich ähnlich dar wie im Vorjahr, auch da sind wir erst sehr spät in Schwung gekommen. Wäre die Saison nicht abgebrochen worden, hätten wir aber eine überragende Saison gespielt.

Sind vielleicht auch deshalb die Erwartungen zu hoch gewesen?

Ich weiß es nicht. Es haben im Sommer einige wichtige Spieler verlängert, dazu kamen dann mit Philipp Schmidt und Alperen Sahin zwei Spieler mit Regional- und Oberligaerfahrung. Als dann noch zwei Landesligaspieler aus Speldorf verpflichtet wurden und auch Berkan Arik von TuRU Düsseldorf zum Kader stieß, hat man schon gedacht, das könnte etwas mehr werden als nur der Klassenerhalt. Aber es gestaltete sich dann schwierig. Schmidt kam nicht in Tritt und musste seine aktive Laufbahn aus gesundheitlichen Gründen beenden, Sahin half zeitweise bei der Oberligamannschaft aus und Arik war erst später spielberechtigt. Wir haben viele junge Spieler, die erstmals im Seniorenbereich spielen, da muss man damit rechnen, dass man mal gegen Mannschaften den Kürzeren zieht, die qualitativ nicht besser, aber erfahrener sind. Eine so junge Mannschaft braucht Zeit. Aber es ist doch die Philosophie des Vereins, dass man junge Spieler weiter ausbilden und entwickeln will. Vielleicht geht das manchmal zu Lasten der Ergebnisse.

Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation Ihrer Mannschaft im Hinblick auf die Tabelle?

Unsere Zielvorgabe ist es, die Klasse zu halten. Daher wollen wir, wenn es dann irgendwann weitergeht, so schnell wie möglich punkten, um uns unten abzusetzen. Wir stehen momentan zwar nicht auf einem Abstiegsplatz, haben aber schon acht Spiele absolviert. Radevormwald ist punktgleich, hat aber noch zwei Nachholspiele im Rücken. Der SC Frintrop als Letzter hat drei Punkte weniger, dafür aber fünf Spiele weniger absolviert.

Die sportliche Lage wirkt aktuell bedrohlich. Wird es daher in der Winterpause noch einmal personelle Veränderungen im Kader geben?

In der nächsten Woche werde ich mich mit der Sportlichen Leitung abstimmen und klären, ob wir noch einmal nachlegen wollen, können oder müssen. Von Abgängen ist mir jedenfalls nichts bekannt.

Sie haben zunächst einmal interimsweise bis zur Winterpause übernommen. Danach soll ja geklärt werden, wie es weitergeht.

Eigentlich ist ja jetzt schon Winterpause. Da wir wir im Dezember nicht mehr spielen werden. Keiner kann sagen, wann es im neuen Jahr weitergeht. Es ist momentan gar nicht möglich, irgendwas zu planen.

Mehr Nachrichten aus dem Velberter Amateurfußball gibt es hier

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben