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SC Velbert überrascht im Derby mit 3:0-Erfolg gegen den TVD

Der Abwehrspieler als Sturmspitze – und sogar als Torschütze: Clubberer Albin Rec, der sich hier am Fünfmeterraum mit der TVD-Defensive um Paul Hollstein, auseinandersetzt, erzielte kurz nach der Pause den Führungstreffer für den SC im Velberter Derby

Der Abwehrspieler als Sturmspitze – und sogar als Torschütze: Clubberer Albin Rec, der sich hier am Fünfmeterraum mit der TVD-Defensive um Paul Hollstein, auseinandersetzt, erzielte kurz nach der Pause den Führungstreffer für den SC im Velberter Derby

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Velbert.  Oberligist SC holt einen verdienten 3:0-Erfolg im Velberter Duell gegen den TVD. SC-Coach Radojewski ist begeistert, sein Kollege Bach bedient

Knapp 300 Zuschauer sahen einen Velberter Ortskampf, mit dessen Verlauf und Resultat wohl keiner in dieser Form gerechnet hatte, denn der SC war die deutlich bessere Mannschaft an diesem Tag und siegte auch völlig verdient mit 3:0.

„Ich hatte zuletzt erkannt, dass wir vorne bereit und gut sind, aber hinten oftmals zu lethargisch. Deshalb habe ich auf Attacke umgestellt, um den Gegner möglichst weit von unserem Tor wegzuhalten“, erläuterte SC-Trainer Peter Radojewski seine Taktik, auf die die Dalbecksbäumer entweder nicht vorbereitet waren oder zumindest nicht mit ihr umgehen konnten.

SC findet sogleich besser ins Spiel

Bereits nach einer Minute hatten die Platzherren eine Großchance, als Kabiru Hashim Mohamed mit seinem Schuss aus zehn Metern an Schlussmann Lukas Lingk scheiterte, der dann auch den Nachschuss aus drei Metern noch parierte. Nur wenig später stand Duran Deniz nach einem Doppelpass mit Hashim Mohamed alleine vor Lingk, aber auch er fand in dieser Situation im TVD-Keeper seinen Meister.

Fast im direkten Gegenzug hatten auch die Gäste eine erste Möglichkeit, als Umut Yildiz von Björn Kluft freigespielt wurde. Er schob den Ball an SC-Torhüter Daniel Schäfer vorbei, aber Merveil Tekadiomona rettete auf der Linie. In der Folge ereignete sich vor der Pause in den Strafräumen nichts Aufregendes mehr, da war der Fallrückzieher von Kluft noch ein Höhepunkt, doch drei Meter vor dem Tor klärte ein SC-Akteur zur Ecke. Auf der Gegenseite köpfte Ibrahim Bayraktar aus sieben Metern nach einem Eckball aufs Tor, aber erneut war Lingk zur Stelle.

Die Mannschaft der Dalbecksbäumer, die am Mittwoch beim 4:1 Erfolg gegen den FSV Duisburg noch begeistert hatte, fand nie richtig ins Spiel und hatte keine Lösungen in der Offensive.

„In der Oberliga muss man immer heiß sein, für jeden Sieg brennen, aber davon war bei uns nichts zu sehen“, stellte der Sportliche Leiter Michael Kirschner fest. Entsprechend wird die Kabinenansprache von Trainer Marc Bach zur Pause ausgefallen sein, denn schon nach wenigen Minuten kam er mit seinem Trainerteam zurück auf den Platz.

Seine Worte schienen aber nicht richtig angekommen zu sein, denn auch nach dem Seitenwechsel waren die Clubberer die bissigere Mannschaft. „Der SC hat das Derby auch als Derby angenommen und wollte es mehr, bei uns fehlte es schon an der Körpersprache“, hat Kirschner erkannt.

Nach dem Seitenwechsel fielen schnell zwei Tore, beide erkannte der Schiedsrichter aber nicht an. Tekadiomona stand bei seinem Treffer in Abseitsposition und als wenig später Kluft aus kurzer Distanz den Ball über die Linie des SC-Tores drückte, soll das Spielgerät kurz vor Florian Schikowskis Pass bereits die Grundlinie in vollem Umfang überschritten haben.

„Das kann eigentlich kaum möglich sein, denn sonst wäre der Ball nicht so parallel fast über die Grundlinie gerollt“, meldete der Sportliche Leiter der Gäste Zweifel an. Albin Rec erzielte dann aber das erste reguläre Tor der Partie, als er den Ball nach einem scharf hereingebrachten Freistoß von Ahmet Kizilisik aus sieben Metern einköpfte.

Zum 2:0 traf dann Kizilik mit einem direkt verwandelten Freistoß aus 25 Metern selbst und als Jan-Steffen Meier den Ball am eigenen Strafraum vertändelte, erhöhte Hashim Mohamed sogar auf 3:0.

„Ich bin maßlos enttäuscht, mal abgesehen davon, dass es ein Derby war, so darf man sich in keinem Spiel präsentieren. Einstellung ist Kopfsache, wir hatten nach Niederwenigern eigentlich gesagt, dass so etwas nicht noch einmal passieren darf“, betonte Marc Bach.

Ganz anders die Stimmung auf der Gegenseite. „Wir hatten das Spiel ganz gut im Griff, eine perfekte Mannschaftsleistung. Wir haben richtig gut umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, war Peter Radojewski glücklich über drei nicht unbedingt erwartete Punkte.

So haben sie gespielt

SC Velbert: Schäfer, Rec, Burczyk (29. Simic), Pape, Kizilisik, Deniz (81. Bühring), Hashim Mohamed, Tekadiamona, Fritsch, Spazier (83. Blume), Bayraktar.

TVD Velbert: Lingk, Hollstein (46. Eschen), Fechner, Bleckmann, Meier, Kluft, Fagasinski (68. Schubert-Abubakari), Yildiz, Di Gaetano (59. Winterfeld), Anadol, Schikowski (65. Heck)

Tore: 1:0 Rec (54.), 2:0 Kizilisik (68.), 3:0 Hashim Mohamed (73.). - Schiedsrichter: Sven Schreiber. - Zuschauer: 295

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