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SC ärgert SSVg im Velberter Derby: Aufholjagd zum 3:3

Auch wenn jede Mannschaft einen Punkt bekam – am Ende freuten sich nur die Clubberer, ganz rechts mit dem Kapitän und Torschützen Rene Burczyk. Die SSVg, hier Peter Schmetz (li.) und Patrick Dertwinkel schaute nach dem 3:3 bedröppelt drein

Auch wenn jede Mannschaft einen Punkt bekam – am Ende freuten sich nur die Clubberer, ganz rechts mit dem Kapitän und Torschützen Rene Burczyk. Die SSVg, hier Peter Schmetz (li.) und Patrick Dertwinkel schaute nach dem 3:3 bedröppelt drein

Foto: Stefan Rittershaus

Velbert.  Der SC holt im Oberliga-Derby nach 1:3-Rückstand noch das gerechte 3:3. Die SSVg handelt sich den ersten Punktverlust der Saison ein

Als der souveräne Schiedsrichter Marco Lechtenberg das Velberter Derby abpfeift, könnten die Zuschauer in der BLF-Arena glatt den Eindruck gewinnen, als habe gerade Gastgeber SC den Nachbarn SSVg bezwungen. Die Spieler der Clubberer strahlen und klatschen sich ab, während die meisten SSVg-Spieler bedröppelt und enttäuscht auf dem Rasen stehen. Tatsächlich hatte es aber gar keinen Sieger gegeben: Die Nachbarn teilten sich nach dem 3:3 die Punkte, was auch den Leistungen entsprach.

Allerdings: Dem Gefühl nach war der SC tatsächlich der Gewinner, sozusagen der moralische, während die SSVg den Sieg praktisch verschenkt hatte. Sie war nämlich nicht in der Lage, ihre 3:1-Führung aus der ersten Halbzeit ins Ziel zu bringen. „Wir haben zu Beginn der zweiten Halbzeit die Möglichkeit, das 4:1 zu machen und alles zu entscheiden – aber wir haben es wieder nicht richtig zu Ende gespielt“, kritisierte SSVg-Trainer Marcus John nach dem Velberter Stadtduell.

Clubberer kämpfen sich zurück ins Spiel

Es habe aber nicht nur die Konsequenz im Abschluss gefehlt: „In der zweiten Halbzeit haben wir oft einen Schritt zu wenig gemacht.“ So kamen die kampfstarken Clubberer immer besser ins Spiel und belohnten sich durch die zwei Treffer von Routinier Rene Burczyk, der zum 2:3 per Foulelfmeter (Peter Schmetz hatte Hashim Mohammed getroffen) und zum 3:3 per Kopf nach einem Eckball traf.

SC-Trainer Peter Radojewski sah es mit Wohlgefallen. Denn vor allem in der zweiten Halbzeit hatte seine Mannschaft das geboten, was er nach den zuletzt enttäuschenden Leistungen nachdrücklich gefordert hatte: Willen und Kampfkraft. So ganz zufrieden war Radojewski allerdings nicht, denn es gab ja auch noch die ersten Halbzeit.

„Die haben wir eigentlich ganz gut begonnen, vor allem wurde zeitweilig Fußball gespielt.“ Damit meinte der Trainer auch das Führungstor, bei dem Merveil Tekadiomona auf der linken Seite durchkam. Seinen Schuss konnte SSVg-Keeper Marvin Gomoluch nur abklatschen, Mittelstürmer Hashim Mohamed staubte ab.

Doch dann übernahm die SSVg das Spiel,die Clubberer halfen dabei mit einem bösen Abwehrfehler mit. Nach einem Eckball kam SSVg-Torjäger Markus Weißenfels am zweiten Pfosten ungedeckt an den Ball, den er zum 1:1 über die Linie drückte.

Fortan lief das Spiel hauptsächlich in Richtung SC-Tor, in welchem es nur fünf Minuten später wieder klingelte. Weißenfels bediente per Kopfball-Vorlage seinen Sturmpartner Robin Hilger, der seinerseits den Kopf hinhielt und zum 1:2 traf. Der Stürmer wurde von seinen Mitspielern gefeiert, er selbst freute sich verhalten – schließlich hatte er zuvor viele Jahre beim SC gespielt.

Die Clubberer schienen nun einzubrechen, im Mittelfeld verloren sie nach einer konfusen Aktion den Ball an Ex-Profi Kai Schwertfeger, der die Kugel sofort in die Spitze zu Weißenfels schlug. Da ihm dabei auch noch ein Stellungsfehler in der SC-Abwehr entgegen kam, hatte der Stürmer keine große Mühe, auf 3:1 zu erhöhen und damit sein fünftes Saisontor zu erzielen.

„Das sah alles nicht gut aus – so, als ob es die Spieler über sich ergehen lassen würden. Das habe ich in der Pause klar angesprochen. So leicht dürfen wir es dem Gegner nicht machen, ich habe eine andere Körpersprache und mehr Einsatz gefordert“, erklärte Peter Radojweski. Seine Spieler erhörten ihn und lieferten dem Nachbarn nach Wiederanpfiff einen tollen Kampf.

Dennoch hätten sie die Partie nach geglückter Aufholjagd fast doch noch verloren, denn zehn Minuten vor Schluss wurde Robin Hilger freigespielt – seinen platzierten Schuss ins Eck Schuss lenkte allerdings SC-Keeper Daniel Schäfer mit einer großartigen Rettungstat noch um den Pfosten.

Damit bewahrte er seinem Team das Remis und bescherte der SSVg, die zuvor alle fünf Spiele gewonnen hatte, den ersten Punktverlust.

So haben sie gespielt:

SC: Schäfer; Rec, Burczyk, Simic, Pape: Muharremi (75. Lange), Fritsch (86. Bühring),
Kizilisik, Bayraktar (86. Blume), Tekadiomona, Mohammed.

SSVg: Gomoluch; Schwertfeger, Schmetz, Abdel Hamid; Schiebener, Kaya (65. Nnaji), Dertwinkel, Diallo, Mondello; Weißenfels (80. Glowacki), Hilger (86. Gojnovji).

Tore: 1:0 Mohammed (19.), 1:1 Weißenfels (24.), 1:2 Hilger (29.), 1:3 Weißenfels (36.),
2:3 Burczyk (60. Foulelfmeter), 3:3 Burczyk (69.).

Schiedsrichter: Marco Lechtenberg. - Zuschauer: 300.

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