Wasserball

Meister Velberter SV ist über sich selbst erstaunt

Mit unbändigem Willen hängten sich die Wasserballer des VSV (gelbe Kappen) alle Gegner ab –  auch wenn sie im Schnitt erheblich jünger waren.

Mit unbändigem Willen hängten sich die Wasserballer des VSV (gelbe Kappen) alle Gegner ab – auch wenn sie im Schnitt erheblich jünger waren.

Foto: Kerstin Kokoska

Velbert.   Die VSV-Routiniers beenden die Bezirksliga-Saison auf Platz eins, verzichten aber auf den möglichen Aufstieg.

Sie haben es tatsächlich geschafft: Die Wasserballer des Velberter SV holen sich die Meisterschaft in der Bezirksliga — eine mittlere Sensation. Über „ungläubiges Staunen“ im Team berichtet VSV-Sprecher Wolfgang Schoch, da nun die offizielle Abschluss-Tabelle feststeht: Hier wird der Velberter SV auf Platz eins geführt.

Dafür dürfen sich die Velberter nun mit dem Aufstieg belohnen — auf den sie allerdings verzichten. Denn die wichtigste Aufgabe für die Saison 2018/19 heißt wiederum: Eine konkurrenzfähige Mannschaft auf die Beine zu stellen. Das war zuletzt schwierig genug. Bevor die Spielzeit, die nun als Meistersaison in die Vereinsgeschichte eingehen wird, losging, sah es nämlich eng aus. Der eh nicht sonderlich breite Kader des VSV war durch den Abschied zweier Spieler noch kleiner geworden. Denn Nachwuchs ist nicht in Sicht.

Das Team umfasste nun nur noch zwölf Männer. Nur eine Sache war nicht weniger gerworden: Das Durchschnittsalter. Der eh nicht gerade jugendliche Stamm war wieder ein Jahr älter geworden. Im Schnitt geht er auf die 50 zu.

Mit sieben Siegen aus sieben spielen Halbzeitmeister

Aber auch zur eigenen Überraschung lief es bei den Senioren ganz hervorragend. Sie gewannen sämtliche sieben Spiele der Hinrunde und sahen sich als Halbzeitmeister zum ersten Mal mit der Frage nach dem Aufstieg konfrontiert.

Wolfgang Schoch, Spieler bei den Wasserballern und zugleich erster Vorsitzender des Vereins, stellt dazu klar: „Schon damals haben wir gesagt: Ein Aufstieg kommt nicht in Frage. Das ist auch jetzt die übereinstimmende Meinung von Mannschaft und Vorstand.“

In der Rückrunde lief es dann ähnlich gut. Insgesamt verloren die Velberter von 14 Partien nur zwei im Becken, zwei weitere gingen am grünen Tisch verloren, so auch das finale Spiel beim Hauptkonkurrenten Mönchengladbach. Hier trat der VSV wegen Terminschwierigkeiten nicht an. Die Gladbacher zogen damit zwar nach Punkten gleich, das Torverhältnis spricht aber deutlich für die Velberter, die mit 195 Toren die mit Abstand treffsicherste Mannschaft der Liga bilden.

Die Torausbeute gibt bereits einen Einblick ins Erfolgsgeheimnis: Die Spielfreude der Routiniers, gepaart mit ihrer Abgeklärtheit und Erfahrung sowie ihrer Heimstärke — hier gaben sie keinen einzigen Punkt ab — ergab die Meister-Mischung.

Das Ziel für die neue Saison heißt nun nicht „Titelverteidigung“, sondern auch für die neue Saison wieder eine Mannschaft aufzubieten. Schoch: „Im Moment sind wir ganz zuversichtlich, im Spätherbst wieder ins Becken gehen zu können.“

Das VSV-Team: Franke, F. u. V. Hertel, Rohleder, Schoch, Wönnemann, Wünnenberg, I. u. O. Trapphagen, Bauer, Janssen, Leber

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