Feldhockey

Der Velberter Hockeyplatz strahlt neu – aber nicht grün

So sieht er aus, der neue Platz: Der HC spielt künftig auf blauem Kunstrasen, wie bei einem olympischen Turnier.

So sieht er aus, der neue Platz: Der HC spielt künftig auf blauem Kunstrasen, wie bei einem olympischen Turnier.

Foto: Alexandra Roth

Velbert.   Freitag weiht der HC Velbert den neuen Platz ein. Vorstand Stephan Ganssen erklärt warum die Rückserie ohne Heimspiele dem Verein nicht schadete.

Rot-Weiß freut sich auf sein neues Blau: Heute um 14 Uhr eröffnet Bürgermeister Dirk Lukrafka den Hockeyplatz an der Poststraße nach umfangreicher Sanierung. Durch die Bauarbeiten hatten die Velberter Teams in der kompletten Feld-Rückserie kein einziges Heimspiel. Der 2. Vorsitzende Stephan Ganssen erklärt im Interview mit WAZ-Redakteur Philipp Ziser, warum dieses halbe Jahr dem Hockey-Club auch gutgetan hat – und warum der Ball in Velbert nicht mehr auf Grün, sondern Blau rollt.

Herr Ganssen, es ist so weit: Der Platz wird eröffnet. Wie lange haben Sie auf diesen Tag gewartet?

Eigentlich drei bis vier Jahre lang, dadurch dass der alte Platz in einem wirklich miserablen Zustand war.

Kann man sich das wie einen alten, ausgetretenen Fußball-Kunstrasen vorstellen?

Nein, überhaupt nicht. Hockeyplätze werden nicht mit Sand verfüllt, sondern sind reiner Kunstrasen, der immer wieder gewässert wird. Die Drainage darunter war aber völlig verstopft, das Wasser ist überhaupt nicht abgelaufen. Das ganze Grünzeug vom Offersbusch ist immer tiefer in die Narbe gerutscht.

Jetzt liegt der neue Kunstrasen – aber er ist blau und nicht grün. Wie kommt es?

Wir haben uns an den olympischen Plätzen orientiert. Weißer oder gelber Ball auf blauem Feld – das ist auch optisch viel besser.

Dafür haben Sie einen Preis bezahlt: In der kompletten Feld-Rückrunde mussten Sie die Heimspiele in Essen austragen. War es nicht schwierig ohne Heimspiele?

Schon, wir haben ja knapp 20 Jugend- und vier Seniorenmannschaften, dazu eine große Elternhockey-Abteilung. Kompliment an den HTC Kupferdreh, dass wir alle unsere Senioren-Heimspiele dort austragen konnten. Die Jugend hat nur auswärts gespielt. Den Rest an Trainings haben TV Ratingen und ETG Wuppertal aufgefangen. Und wir durften ins Stadion Bonsfeld. Der Kunstrasen da ist für Hockey eigentlich gruselig – aber immer noch viel besser als nichts.

Hat man gemerkt, dass die Fahrerei den Verein auseinanderreißt?

Überhaupt nicht, es gab gar keine Abwanderung. Trainer, Betreuer und Eltern sind damit super umgegangen, haben Fahrgemeinschaften gegründet, viel mehr kommuniziert. Ich würde sagen, wir sind dadurch sogar näher zusammengerückt. Da muss ich allen ein Kompliment machen. Auch meiner Frau Annette, die den Spielbetrieb organisiert und bei der alle Spielansetzungen über den Schreibtisch gehen – das ist logistisch glänzend gelaufen.

Wie bewerten Sie das sportliche Abschneiden? Dass die Damen punktlos absteigen, war abzusehen.

Ja, das hatte auch nichts mit den Umständen zu tun. Wir sind im Neuaufbau und mussten dafür in die Oberliga zurück. Alle anderen haben sich super geschlagen. Die Herren haben auch in Kupferdreh eine starke Rückrunde gespielt und früh den Klassenerhalt geschafft. Die Jugendmannschaften sind alle im Soll, viele haben die Endrunde erreicht – wir hoffen, die ein oder andere austragen zu dürfen.Der Westdeutsche Hockey-Verband hat uns sehr unterstützt und weiß, dass wir ausgehungert sind.

Hoffen Sie mit dem neuen Platz auf einen Zustrom?

Wenn jetzt 100 Jugendliche sagen: Das ist aber ein schöner Platz, da will ich spielen – das könnten wir gar nicht bewältigen. Es soll einfach so weitergehen, mit dem kontinuierlichen Zufluss sind wir zufrieden.

Und die sportliche Entwicklung: Ist es da das Velberter Selbstverständnis, mit 1. Herren und 1. Damen jeweils in der Regionalliga zu spielen?

Selbstverständnis wäre mir zu hoch gehängt. Bei den Herren ist die solide Oberliga gut. Die Regionalliga ist schön, muss aber nicht sein. Die Entwicklung ist sehr gut. Im weiblichen Bereich sind wir ein, zwei Jahre hinterher. Die Regionalliga ist das Ziel, aber kein Muss – und braucht vor allem Zeit.

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