2. Handball-Bundesliga

TuS Ferndorf verbessert, aber unterlegen

Lingen.   Bei der HSG Nordhorn-Lingen verliert Ferndorf knapp mit 23:25 (13:13). Sechstes sieglose Spiel in Folge.

Gut 60 Sekunden vor Schluss ist sie plötzlich doch noch da, die Chance des TuS Ferndorf auf einen Überraschungspunkt bei der HSG Nordhorn-Lingen. Jonas Faulenbach verkürzt für die Gäste, die zwischenzeitlich schon mit fünf Toren hinten liegen, gegen nervös werdende Emsländer auf 23:24. Die Kreuztaler öffnen ihre Deckung, kommen aber nicht an den Ball. Nordhorns Trainer Heiner Bultmann nimmt, als noch 18 Sekunden zu gehen sind, die Auszeit. Die Schiedsrichter zeigen Zeitspiel an, drei Pässe dürfen die Niedersachsen noch spielen, dann müssen sie abschließen. Den ersten Wurf wehrt der starke Lucas Puhl im TuS-Tor ab, doch der Abpraller von Patrick Miedema zappelt im Netz. Es ist drei Sekunden vor dem Ende das 25:23 für die HSG Nordhorn-Lingen. Der Favorit hat sich doch noch gegen einen kämpferisch überzeugenden und auch spielerisch verbesserten TuS durchgesetzt. Der bleibt im sechsten Spiel in Folge sieglos und erhöht nach den Ergebnissen im Tabellenkeller vom Wochenende damit den Druck für das am Freitag anstehende Heimspiel gegen den Rangletzten HC Rhein Vikings. Um die eigenen Nerven, aber auch die der Fans zu beruhigen sollte dieses Spiel gewonnen werden. Denn: Die jetzt auf der Habenseite stehenden 31 Punkte werden voraussichtlich nicht zum Klassenerhalt reichen.

Mannschaft zeigt gute Moral

Die heimstarken Gastgeber, die vor der Niederlage am vergangenen Wochenende in Lübeck zuvor 18:2 Punkte eingesammelt und das Hinspiel in der „Stählerwiese“ gegen einen damals unbekannten TuS Ferndorf mit 26:28 verloren hatten, schüttelte konzentriert beginnende Nordsiegerländer nach dem 6:6-Zwischenstand, für den Jonas Faulenbach verantwortlich gezeichnet hatte (12.), mit einer ersten guten Phase zunächst einmal ab.

Top-Torjäger Georg Pöhle, der linke Flügelspieler Lasse Seidel und Rechtsaußen Alec Smit sorgten für das 9:6 (15.), aber Ferndorf schlug auch nach dem zweiten Drei-Tore-Rückstand (9:12, 22.) zurück, zog extrem lange Angriffe auf, wog die HSG-Abwehr mit dem „Sicherheitsabstand“ zum Tor in Sicherheit, um dann mit blitzartigen Anspielen immer wieder Kreisläufer Thomas Rink in Szene zu setzen bzw. Siebenmeter zu provozieren. Diese Taktik ging auf: In Halbzeit eins wurden auf diese Weise sechs Strafwürfe herausgeholt, die Lukas Zerbe bzw. Julius Lindskog Andersson verwandelten. Weil Lucas Puhl auf der Gegenseite den Siebenmeter von Georg Pöhle parierte, ging es sogar mit einem für Ferndorf verdienten 13:13 in die Halbzeitpause.

Die zweiten 30 Minuten eröffnete Ferndorf, von fast 100 Fans unterstützt, mit dem 14:13 von Lukas Zerbe – natürlich eine „Marke“ – und dem 15:14 von Jonas Müller (32.). Der folgende Ballbesitz wurde aber nicht zur ersten Zwei-Tore-Führung genutzt – im Gegenteil. Seidel und Pöhle mit jeweils einem Dreierpack nutzten eiskalt die wie plötzlich auftauchenden Ferndorfer Angriffsfehler. Ehe sich Ferndorf versah, stand es nach einem 6:0-Lauf 20:15 für den Tabellendritten, der mit der Umstellung auf eine 5:1-Abwehr genau das Richtige getan hatte. „Wir haben uns aber stark aus diesem Loch gekämpft“, lobte Michael Lerscht die Moral seiner Mannschaft, die auch das 18:23 (51.) und einige „blöde Pfiffe gegen uns“ (O-Ton Lerscht) wegsteckte, zwei Tore durch Julius Lindskog Andersson und Julian Schneider in Überzahl sowie einen Treffer des Schweden in Unterzahl markierte, nach 58 Minuten zum 22:23 aufgeschlossen hatte.

Der „Hammer“ von Julian Possehl ins lange Eck zum 24:22 war für Lucas Puhl nicht zu greifen, reichte Jonas Faulenbachs erneuter Anschluss letztlich für den TuS nicht.

TuS Ferndorf: Puhl, Rottschäfer - Faulenbach (6), Basic (2), M. Michel, Neitsch, Wicklein, Wörner, Zerbe (5/5), J. Schneider (2), Barwitzki, Lindskog Andersson (6/3), Koloper, Müller (1), Rink (1).

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