TuS Ferndorf

Der Traum von der Siegerland-Arena

Nur ein Traum oder wirklich die Zukunft?

Nur ein Traum oder wirklich die Zukunft?

Foto: Julian Kaiser

Siegen/Ferndorf.   Ausbau der Stählerwiese in Sicht. 45 Jahre alte Schulturnhalle sorgt trotzdem für Wettbewerbsnachteile.

Als Dirk Stenger, einer der beiden Geschäftsführer der TuS Ferndorf Handball GmbH, beim 2. Sponsorentreffen des Vereins mit seinem Gesundheitspartner „Marien Gesellschaft Siegen“ bei seinem Vortrag zum Thema „Spitzensport in Südwestfalen“ die letzte Folie auf dem Bildschirm zeigte, ging ein kurzes Raunen durch die Gästeschar im Foyer des Ambulanten Zentrums Albertus Magnus. Betitelt mit „Die Zukunft“ präsentierte sich da die Silhouette der SAP-Arena in Mannheim, aber mit großen Buchstaben „SIEGERLAND arena“. Ein Traum? Ein Hirngespinst? Oder tatsächlich die Zukunft?

Geht es nach Dirk Stenger, dann muss solch ein Projekt, dimensioniert für die im Siegerland notwendigen Bedürfnisse, bald in Angriff genommen werden oder es zumindest auf den Ebenen des Sports, der Politik und möglicher Sponsoren thematisiert werden – und zwar nicht nur zum Wohle des TuS Ferndorf. „Das Siegerland hat Bedarf für eine Halle mit 1500 bis 2000 Zuschauer. Wenn wir gemeinsam dran arbeiten, gibt es auch einen Weg“, glaubt Dirk Stenger. Für den TuS Ferndorf habe die Sporthalle Stählerwiese zwar einen gewissen Charme, „aber es ist und bleibt eine Schulturnhalle, die 45 Jahre alt ist.“

Klarer Standortnachteil

Ihre begrenzte Kapazität – sie ist die kleinste Spielstätte aller 20 Handball-Zweitligisten – und der überschaubare Komfort sind für den TuS Ferndorf, will er sein Ziel, sich langfristig in einer der „zehn stärksten Handball-Ligen der Welt“ (Dirk Stenger) etablieren, ein nicht zu unterschätzender Standortnachteil. Dirk Stenger rechnet vor: „So lange es die neue Tribüne in der Stählerwiese nicht gibt, bedeutet das für uns 60.000 Euro Mindereinnahmen pro Saison.“ Bekanntlich verzögert sich der Umbau, stand sogar auf der Kippe. Stenger hat aus dem Kreuztaler Rathaus aber „eine positive Botschaft“ erhalten, geht er davon aus, dass die neue Seitentribüne mit rund 350 Sitzplätzen und weiteren notwendigen Räumen nach der nächsten Saison (ab Mai 2020) in Angriff genommen wird.

Obwohl diese Zusatzeinnahmen für die nächste Saison noch nicht eingeplant werden können, steigt der Etat von 830.000 auf voraussichtlich 950.000 Euro. Zum Vergleich: In der heute zu Ende gehenden Saison lag der Etatschnitt aller 20 Zweitligisten bei rund 1,2 Millionen Euro. Würde nur nach diesem Kriterium ein Ranking aufgestellt, wäre der TuS „abgestiegen“.

Rein sportlich betrachtet hatten viele „Experten“ den Aufsteiger trotz seiner 59:1-Punktebilanz als Meister der 3. Liga West auch hier auf dem Zettel, doch die Mannschaft belehrte alle eines Besseren. „Es war die beste Saison der Vereinsgeschichte“, sagte ein stolzer Dirk Stenger, verwies in seinem Rückblick zudem auf sechs Eigengewächse im Kader, den emotionalen Höhepunkt mit dem Spiel gegen den HSV Hamburg vor 3700 Zuschauern in Gummersbach und eine Hallenauslastung von 90 Prozent bei den Heimspielen.

Einstelliger Platz angestrebt

In Sachen Kaderplanung für 2019/2020 hatte der Geschäftsführer, der den erkrankten Mirza Sijaric vertrat, am Mittwoch allerdings nichts Neues parat. Es bleibt bei den vier Abgängen Jan Wörner (TG Pforzheim), Erik Irle (TuS Volmetal), Lukas Zerbe (TBV Lemgo) und Kai Rottschäfer (Karriere-Ende in der ersten Mannschaft). Dem stehen drei Neuzugänge gegenüber: Tim Rüdiger (HSG Wetzlar, Rechtsaußen), Andreas Bornemann (VfL Eintracht Hagen) und Patrick Weber (HSC 2000 Coburg, beide Rückraum). Damit geht Trainer Michael Lerscht mit einem 17-Mann-Kader in die nächste Saison, in der der TuS Ferndorf in einer auf 18 Teams reduzierten Liga einen „einstelligen Platz“ (Stenger) anstrebt.

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