2. Handball-Bundesliga

TuS Ferndorf gegen den Letzten von der Rolle

Seit Wochen von der Rolle: Ferndorfs Rechtsaußen Lukas Zerbe, der hier zum 4:9 gegen Torwart Mikkel Møldrup trifft.  

Seit Wochen von der Rolle: Ferndorfs Rechtsaußen Lukas Zerbe, der hier zum 4:9 gegen Torwart Mikkel Møldrup trifft.  

Foto: Reinhold Becher

Kreuztal.   Glückliches 24:24 (9:13) gegen den HC Rhein Vikings, der bis dahin noch keinen Auswärtspunkt geholt hat. Sechs Siebenmeter verworfen.

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Der TuS Ferndorf hat sich selbst gegen den bis dato auswärts punktlosen Tabellenletzten HC Rhein Vikings nicht aus seiner Krise befreien können, kam gestern Abend nur zu einem enttäuschenden 24:24 (9:13) und bleibt damit im siebten Spiel in Folge sieglos. Und dieser eine Punkt war sogar sehr schmeichelhaft für die Kreuztaler, obwohl sie in den letzten elf Sekunden sogar noch den Sieg auf der Hand hatten, aber Julian Schneider scheiterte mit dem finalen Wurf am überragenden HC-Torwart Mikkel Moldrup. Es war eine bezeichnende Szene, stand sie doch für eine desaströse Angriffsleistung der Ferndorfer.

Über die erste Halbzeit dürfte man, um keinem TuSler weh zu tun, keine Zeile verlieren, aber müssen wir ja. Was sich die Ferndorfer an Fehlwürfen und defensiven Unzulänglichkeiten erlaubten, hatte kein Zweitliga-Niveau. 15 Abschlussaktionen liefen ins Leere, darunter vier Siebenmeter von vier verschiedenen Schützen, angefangen zu Spielbeginn bei Mattis Michel, über Lukas Zerbe und Julius Lindskog Andersson bis zu Marijan Basic, der aber wenigstens zwei „Marken“ verwandelte. Am Ende standen in der Statistik sechs Strafwürfe.

Wer gedacht hatte, der TuS würde nach dem schnellen Rückstand aufwachen, wurde enttäuscht. Der Rückstand gegen frei von der Leber drauf los spielende Rheinländer wuchs so rasch wie die Ferndorfer Verunsicherung – von 1:3 (8.) über 2:5 (11.) und 3:9 (18.) bis zum 5:12 (24.). Nichts fiel dem Ferndorfer Angriff gegen die von der defensiven 6:0- bis zur offensiven 3:3-Variante deckenden Gäste und deren Taktik mit einem zusätzlichen Feldspieler statt Torwart ein. Das lähmende Entsetzen auf den Rängen löste sich erst ein wenig, als der bis dahin völlig paralysierte Julius Lindskog Andersson, Lukas Zerbe und Marijan Basic (zwei Siebenmeter) den Rückstand auf 9:12 verkürzten. Zur Pause führte das Liga-Schlusslicht gegen einen restlos enttäuschenden TuS, der die schlechteste Halbzeit in dieser Saison abgeliefert hatte, durch Christian Hoßes Siebenmeter mit 13:9. Keine Frage: Auf die TuS-Spieler wartete nicht nur eine Kabinenpredigt von Trainer Michael Lerscht, sondern in Halbzeit zwei auch eine Mammutaufgabe.

Aber was passierte? Ferndorf konnte die extrem hohe Fehlerzahl zunächst kaum verringern, sah sich beim 12:17 durch HC-Rechtsaußen Moritz Görgen sogar wieder mit einem Fünf-Tore-Rückstand konfrontiert (38.). Basic, Thomas Rink mit dem ersten (!) TuS-Tor vom Kreis, und Andersson schafften mit einem Dreierpack das 15:17, kletterte Torwart Kai Rottschäfer, schon früh für Lucas Puhl gekommen, auf Moldrups Niveau. Der eingewechselte Rechtsaußen Jan Wicklein schaffte sogar den 17:19-Anschluss, und als die Vikings mit Philipp Pöter, der nach einem angezeigten HC-Wechselfehler Zeitnehmer André Krause bedrängt hatte, einen ihrer Rückraumspieler durch die Rote Karte verloren (47.), schien Ferndorf bessere Karten zu haben.

Andersson, Basic und der endlich seine Zurückhaltung ablegende Jonas Faulenbach schienen mit ihren Toren zur 24:22-Führung endgültig die Wende eingeleitet zu haben – doch Pustekuchen. Der Ex-Ferndorfer Niklas Weis und Daniel Zwarg glichen für nie aufsteckende Gäste zum 24:24 aus, weil Wicklein und Rink wieder in Moldrup ihren Meister fanden. Als Rottschäfer beim Siebenmeter-Festival den Strafwurf von Christian Hoße ablenkte, war sie plötzlich doch noch da, die Chance zum erlösenden Sieg, doch an diesem Abend hätte der TuS Ferndorf diesen auch nicht verdient gehabt.

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