Kunstturnen

SKV verliert Trainerduo

Andreas Kollig (r.) und Anja Rheinbay

Andreas Kollig (r.) und Anja Rheinbay

Dreis-Tiefenbach.   Anja Rheinbay und Andreas Kollig verlassen die Siegerländer und heuern beim Hessischen Turnverband an

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Gerade einmal zwei Jahre nach Beginn ihrer Tätigkeit in der Turntalentschule der Siegerländer Kunstturn-Vereinigung (SKV) zieht es das Trainer-Paar Anja Rheinbay und Andreas Kollig schon wieder weiter. Beide kündigten das Anstellungsverhältnis mit dem Siegerländer Bundesligisten zum 31. Juli 2019, um danach Trainerstellen beim Hessischen Turnverband in Frankfurt anzutreten. Das Präsidium der SKV wurde mit dieser Nachricht mehr oder wenig überrascht, vor vollendete Tatsachen gestellt.

Keine finanzielle Hilfe

Für Andreas Kollig war die Trainertätigkeit bei der SKV die erste feste Anstellung nach Abschluss seines Studiums an der Sporthochschule Köln. Anja Rheinbay wurde zunächst in Teilzeit beschäftigt, weil sie noch ihr Masterstudium an der Ruhruniversität Bochum beenden wollte. Seit dem 1. März 2019 hatte die SKV der ehemaligen Leistungsturnerin – 2011 war sie Ersatzturnerin der deutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft in Tokio – zumindest eine Dreiviertelstelle in der Turntalentschule gesichert, „Und das ohne irgendeine finanzielle Hilfe durch die Dachverbände Deutscher und Westfälischer Turnerbund oder des Landessportbundes NRW“, so SKV-Präsident Reimund Spies.

Die SKV hatte die noch sehr jungen Trainer 2017 eingestellt, um langfristige personelle Strukturen für die Entwicklung der sich gut entwickelnden Nachwuchsarbeit zu schaffen. Als überwiegend privatwirtschaftlich finanziertes Gebilde mit elf Trägervereinen kann die SKV aber nur das Geld ausgeben, dass sie auch „sicher“ zur Verfügung hat. „Wir waren gerade dabei, für Anja Rheinbay die Aufstockung auf eine volle Stelle und die Weiterbeschäftigung über das Jahresende hinaus darzustellen, insoweit wurden wir von der aktuellen Entwicklung überrascht. Unsere Nachwuchsarbeit ist erfolgreich, was auch an den Voraussetzungen liegt, die die SKV vor allem nach der Grundsanierung des Zentrums in 2017 bieten kann. Dass hierdurch Begehrlichkeiten geweckt wurden, müssen wir zur Kenntnis nehmen“, spüren Reimund Spies und seine Vorstandskollegen jetzt die Kehrseite der Medaille.

Wenig Verständnis hat der SKV-Chef jedoch für die Vorgehensweise des Hessischen Turnverbandes: „Der Sportdirektor des Hessischen Turnverbandes, der die Abwerbung der beiden Trainer maßgeblich vorangetrieben hat, war bis vor kurzem im Deutschen Turnerbund als Referent für Aus- und Fortbildung zuständig. Gemessen an anderen Sportverbänden ist die Trainerausbildung im Spitzensport des DTB absolut unterentwickelt geblieben, quantitativ, aber auch qualitativ. Da wäre Handlungsbedarf. Stattdessen belastet man durch solche Aktionen die wenigen Initiativen an der Basis, die es im deutschen Turnen überhaupt noch gibt“, übt Reimund Spies scharfe Kritik an die Verbandsspitzen des DTB und HTV in Frankfurt.

Übergangslösung gesucht

Kurzfristig will das SKV-Präsidium eine Übergangslösung im Trainerbereich finden, um dann in den Sommerferien, in denen das Turnzentrum in Dreis-Tiefenbach geschlossen ist, nach einem festen Nachfolger für das nun ausgeschiedene Duo Kollig/Rheinbay zu suchen. Im Herbst stehen für die meisten SKV-Wettkämpfer, ob Leistungsturner in der 1. Bundesliga oder auf Nachwuchsebene, wichtige Wettbewerbe an.

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