Sportlerehrung 2016

Sportlerwahl 2016: Mockenhaupt, Mengel und SKV die Nummer 1

Die SKV-Mannschaft nach dem DTL-Finale in Ludwigsburg.

Die SKV-Mannschaft nach dem DTL-Finale in Ludwigsburg.

Foto: Lutz Großmann

Sabrina Mockenhaupt (Leichtathletk), Steffen Mengel (Tischtennis) und die SKV-Turner sind die Sportasse des Jahres 2016 in Siegen-Wittgenstein.

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Sportlerin des Jahres: Sabrina Mockenhaupt Sie hat ihren „Platz an der Sonne“ verteidigt. Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) wurde auch 2016 zur „Sportlerin des Jahres“ auserkoren. Die 36-jährige Langstrecklerin aus Wilgersdorf hat in der Laufszene längst eine Ausnahme-Stellung - ist national und international bekannt und beliebt, wird von ihren Gegnerinnen geschätzt und geachtet, auch wenn es im Rennen mal hart zur Sache geht und es blutige Schienbeine gibt, wie beim 10 000-Meter-Lauf bei der EM 2014 in Zürich. „Das macht mich nur härter“, meinte sie damals und hakte es schnell ab.

Sportlerehrung 2016 in SiWi: Gratulation an Mockenhaupt

Karl-Heinz Messerschmidt gratuliert Sabrina Mockenhaupt via Handy-Schaltung zum Titel Sportlerin des Jahres 2016 in Siegen-Wittgenstein.
Gratulation an Sabrina Mockenhaupt

Inzwischen hat sie nationale Titel wie am Fließband gesammelt - ist inzwischen bei Nummer 42 durch die Siege 2016 in Bad Liebenzell im Halbmarathon und in Celle über 10 000 Meter. Doch das Verletzungspech, das ihr seit 2015 buchstäblich an den Füßen klebte, und sich immer wieder neue „Baustellen“ im Körper bemerkbar machten, musste sie bei der DM in Kassel verletzungsbedingt ihren Start über 5000 Meter absagen.

Steffen Mengel wieder Sportler des Jahres

Sportler des Jahres: Steffen Mengel. Sein Leistungs-Niveau, seine Beständigkeit haben ihm inzwischen einen hohen Bekanntheitsgrad verschafft – ob weltweit unter den Sportlern und in Fachkreisen, oder in seiner Heimat, im Siegerland. Tischtennis-Spieler Steffen Mengel ist längst eine „Hausnummer“ unter den Artisten mit dem kleinen weißen Ball.

Der 28-jährige Holzhausener ist aber nicht nur seit Jahren ein Leistungsträger in der Bundesliga, sondern auch im Team des Deutschen Tischtennis-Bundes. Auch 2016 sah er durch seinen Sport die Welt, war bei der Team-WM in Kuala Lumpur/Malaysia. Bei den Deutschen Meisterschaften in Bielefeld, wo er im Einzel Vizemeister wurde, verlor er das Finale gegen Patrick Baum mit 2:4.

Steffen Mengel spielt in der TT-Bundesliga für den TTC Schwalbe Bergneustadt und zählt bei den Oberbergischen zu den Leistungsträgern.

Siegerländer KV die Mannschaft des Jahres

Mannschaft des Jahres: Siegerländer KV. Es ist ein emotionaler, für nahe ans Wasser gebaute Zuschauer sogar ein zu Tränen rührender Moment: Vor dem Finale der Deutschen Turn-Liga Anfang Dezember 2016 in Ludwigsburg wird zu Ehren der vier besten deutschen Bundesliga-Mannschaften die Nationalhymne gespielt. Eines dieser vier Teams, das sich auf der Bodenfläche der MHP-Arena formiert, ist die Siegerländer Kunstturn-Vereinigung (SKV), die sich dieses außergewöhnliche Spektakel vor großer Kulisse verdient hat. Drei Stunden später steht zwar eine 33:37-Niederlage im Kampf um den dritten Platz gegen den MTV Stuttgart, aber dieser Abend geht in die Geschichte der 1973 gegründeten SKV ein. Es ist ihr bis dato größte Erfolg, der nun zum dritten Mal, nach 1993 und 2014, mit dem Titel „Mannschaft des Jahres“ bei unserer Sportlerwahl seine Krönung findet.

Die Mannschaft zeichnete 2016 eine große Homogenität aus. Etablierte deutsche Könner wie Nationalmannschaftsturner Philipp Herder, inzwischen im achten Jahr ein SKVer, und der extrovertierte Neuzugang Matthias „Matze“ Fahrig erfüllten die Erwartungen vollauf. Als Glücksgriff erwies sich Kanji Oyama. Der 22-jährige US-Amerikaner versprühte von der ersten bis zur letzten Minute beste, für alle ansteckende Stimmung – und turnte auch noch großartig. 2017 und 2018 wird es ein Wiedersehen mit dem Mehrkämpfer – klein, aber oho – geben. Das Belgier-Paket mit dem Olympia-Achten von Rio de Janeiro, Dennis Goossens, Daan Kenis und dem wenig eingesetzten Siemon Volkaert punktete wie erhofft, und Urgestein Jonas Rohleder war über jeden Zweifel erhaben.

Ihren Teil trugen auch die Deutschen Hochschulmeister 2016, Falk Daniel Uhlig und der Neu-Siegener Sebastian Bock, der junge Sprungspezialist Andreas Jurzo, der Chemnitzer Tim Leibiger, der Freudenberger Nico Ermert und die hoffnungsvollen Talente Eric Lloyd Hinrichs und Lucas Herrmann bei – mithin war es ein verschworener Haufen, der die „Marke SKV“ über das Siegerland hinaus wieder ein Stück weit mehr bekannt machte. 2016 war ein Jahr, in dem sich die SKV in der deutschen Kunstturn-Elite mit Macht zurückgemeldet hat.

Vier Nachwuchssportler des Jahres

Nachwuchssportler: 2016 sind es vier, die sich durch Talent und Fleiß im nationalen Wettkampfgeschehen richtig weit vorne zeigten. Allen voran die 15-jährigen Athletinnen des CLV Siegerland, Amelie Braun als Sprint- und Hürdenspezialistin und Brenda Cataria-Byll als „neues Talent“ über 200 und 300 m, da sie von den längeren Strecken (ab 800 m aufwärts) kommt. Amelie Braun zeigte sich 2016 so stark, dass sie im 80-m-Hürdensprint mit einer Zeit von 11,49 sec. die Deutsche Bestenliste des DLV anführt. Brenda Cataria-Byll steht über 300 m mit 40,24 sec. kaum schlechter da, nämlich auf Rang zwei.

Bei den Jungs des Jahrgangs 2001 ist es ebenfalls ein Leichtathlet, aber mit Maximilian Hackler auch ein Mehrkämpfer, der vom Fußball kommt und 2016 als Duathlet beeindruckte. Der junge Leichtathlet kommt aus einer Littfelder Sportfamilie (der Vater hat ihm einige Vorgaben gemacht). In der vergangenen Saison ist Niklas Born noch „zweigleisig“ gefahren - als Mehrkämpfer im Blockwettkampf Wurf (einem Fünfkampf) und hat auch zum Saison-Ausklang mal beim Neunkampf „geschnuppert“. „Er gewann alles, was es zu gewinnen gibt“, schwärmt seine Heimtrainerin von ihm. Der größte Erfolg war der Sieg bei der Duathlon-DM in Alsdorf.

Silvia Neid die Trainerin des Jahres

Trainerin des Jahres: Silvia Neid. Lang und erfolgreich ist der sportliche Lebenslauf von Silvia Neid - als Bundesliga- und Nationalspielerin und als Bundestrainerin. Und dass sie ihre Karriere mit dem Olympiasieg im Maracana krönte ist das Tüpfelchen auf dem i. Da fällt der Abschied als DFB-Trainerin dann auch nicht ganz so schwer.

Silvia Neid, die 1964 in Walldürn im Odenwald das Licht der Welt erblickte, lebt aber weiter mit und für den Frauenfußball in Deutschland. „Ich habe jetzt aber nicht mehr so viel Druck, ich bin demnächst eher alleine unterwegs in meiner neuen Aufgabe als Chefscout des DFB. Natürlich stehe ich weiterhin in engem Kontakt mit Steffi Jones“, sagte Silvia Neid vor einigen Wochen im Wilnsdorfer Rathaus, als sie sich dort ins Goldene Buch eintrug und mit der Verdienstmedaille „Wieland der Schmied“ ausgezeichnet wurde.

Der Weg zum olympischen Gold war lang und beschwerlich. 1996, mit 32, zog Silvia Neid das Nationaltrikot als Spielerin aus - nach den Olympischen Spielen in Atlanta, wo der Frauenfußball seine olympische Premiere feierte. Nach ihrer aktiven Zeit war sie zunächst für den DFB-Nachwuchs verantwortlich, später als Assistenz-Trainerin von Tina Theune-Meyer. 2005 wurde sie deren Nachfolgerin. WM- und EM-Titel folgten. Nach dem WM-Sieg 2007 erhielt Silvia Neid das Silberne Lorbeerblatt, die höchste Auszeichnung für einen Sportler in Deutschland. Und der damalige Bundespräsident Horst Köhler verlieh ihr zeitgleich das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Zum dritten Mal wieder Welttrainerin des Jahres

2011, 2013 und gerade erst am 9. Januar zum dritten Mal wurde sie von der FIFA zur Welttrainerin des Jahres gekürt. „Der deutsche Frauenfußball hat in den vergangenen 20 Jahren international kontinuierlich auf hohem Niveau gespielt. Und das ist nicht zuletzt der Verdienst von Silvia Neid“, sagte Wilnsdorfs Bürgermeisterin Christa Schuppler in ihrer Laudatio zur Verdienstmedaille. Silvia Neid zeigte sich erfreut über die vielen Lobesworte und betonte, dass sie gerne in Wilnsdorf wohne, dass sie im Siegerland ihre neue Heimat gefunden habe und die gute Nachbarschaft genieße. Zuvor hatte sie als TSV-Spielerin für kurze Zeit in Mudersbach gelebt.

111 Spiele bestritt Silvia Neid im DFB-Trikot, erzielte 48 Tore, war viele Jahre Kapitänin. 1982 bestritt sie ihr erstes Länderspiel - mit gerade mal 18. Auch in der Bundesliga überzeugte sie als Mittelfeldspielerin. Über Bergisch Gladbach kam sie ins Siegerland, zum TSV Siegen. Mit dem TSV erlebte sie ihre große Zeit auf Vereinsebene, sammelte Deutsche Meister-Titel und DFB-Pokalsiege. Diese Endspiele fanden in jener Zeit noch als Vorspiel vor dem Finale der Männer im Berliner Olympiastadion statt. 1995 und 1997 wurde sie jeweils auch zur „Sportlerin des Jahres“ unserer Zeitung gewählt.

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