Pass in die Gasse #200

Eigene Ligen für Reserve-Teams bedeuten mehr Fairness

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Foto: Sascha Kertzscher / WP

Unser Kolumnist sieht in den wöchentlichen Spielerwanderungen zwischen der „Ersten“ und der Reserve Wettbewerbsverzerrung.

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Auf dem Papier war die Partie zwischen der Reserve der Sportfreunde Edertal und der des FC Benfe eigentlich eine berechenbare Angelegenheit. Berechenbar, weil Edertal Spitzenreiter und vor dem Spiel über 15 Punkte Vorsprung auf die Gäste hatte. Wer da auf einen Auswärtssieg tippt, folgt keinen sicheren Quoten. Doch dann überrollte Benfe den Primus regelrecht mit 5:1 – bis sich herausstellte, dass man zu viele Ü23-Spieler eingesetzt hatte, die zuvor in der „Ersten“ aktiv waren. Das Ergebnis wurde annulliert, die Partie mit 2:0 für Edertal II gewertet.

Selbst schuld, schließlich ist jeder Verein für seinen Spielbetrieb selbst verantwortlich. Doch da, wo nicht immer Co-Trainer oder Betreuer mit dem Kontrollblick auf Spielerbögen parat stehen und Absprachen zwischen erster, zweiter oder dritter Mannschaft schon aus logistischen Gründen keine Selbstverständlichkeit sind, unterlaufen diese Formfehler eben eher – im September hatte es auch schon den SV Oberes Banfetal II erwischt. Es sind Fehler, die erneut auf die teils komplexen Paragraphen des DFB verweisen, denen mancher Basis-Club nicht folgen kann.

Im Endeffekt dreht es sich um die wiederkehrende Frage nach den Spielerwanderungen zwischen den Teams. Es geht dabei um die Debatte, warum Reserveteams nicht generell in eigenen Ligen unter sich bleiben. Ja, das klingt nach Utopie und mindestens nach Mammutaufgabe. Aber auch nach einer Reform, bei der sich ausschließlich Spieler einer Liga gegenüberständen, für die sie vor einer Saison gemeldet wären. Auf dem Papier eine faire Sache – und ganz sicher eine mit weniger Formfehlern.

In der Kolumne „Pass in die Gasse“ befasst sich der freie Journalist Heiko Rothenpieler mit aktuellen Entwicklungen in der Welt des „großen“ und „kleinen“ Fußballs.

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