2. Handball-Bundesliga

Ärgerliche Niederlage für den TuS Ferndorf

Links Handball, rechts Ringen: Ferndorfs Kreisläufer Thomas Rink setzt sich Tim-Philip Jurgeleit (links) und Nils Holger Kretschmer zur Wehr. Eine andere Sportart betreiben unterdessen Dresdens Spielmacher Roman Becvar und Ferndorfs Rückraumspieler Jonas Müller (rechts).

Links Handball, rechts Ringen: Ferndorfs Kreisläufer Thomas Rink setzt sich Tim-Philip Jurgeleit (links) und Nils Holger Kretschmer zur Wehr. Eine andere Sportart betreiben unterdessen Dresdens Spielmacher Roman Becvar und Ferndorfs Rückraumspieler Jonas Müller (rechts).

Foto: MATTHIAS RIETSCHEL

Dresden.   24:25 beim HC Elbflorenz überflüssig wie ein Kropf. Wieder zu viele Fehler.

Etliche Spiele hat der TuS Ferndorf in dieser Saison in der Schlussphase aus dem Feuer gerissen, mit viel Willen und Kampfkraft noch wichtige Punkte geholt. Seit ein paar Wochen klappt das nicht mehr so gut. Erst die Unentschieden in eigener Halle gegen Balingen-Weilstetten und Dessau-Roßlau, dann gestern Abend das 24:25 (11:13) beim HC Elbflorenz. „Das war alles sehr ärgerlich“, sagte Ferndorfs Trainer Michael Lerscht nach den über weite Strecken hektischen und spielerisch eher mäßigen 60 Minuten in der Ballsportarena. Es war letztlich eine unheilvolle Symbiose aus eigenen Fehlern und mangelnden Glück in einigen wichtigen Situationen, die in die Niederlage in der sächsischen Metropole führten.

Die Voraussetzungen, mit einem Sieg einen weiteren Schritt Richtung Klassenerhalt zu tun, waren dabei gar nicht schlecht, denn allen Unkenrufen zum Trotz konnten die angeschlagenen TuS-Spieler Jonas Faulenbach, Mattis Michel, Jan Wörner und Magnus Neitsch eingesetzt werden, wenn auch alle nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. Neben Lucas Schneider fehlte „nur“ noch Linksaußen Moritz Barwitzki wegen einer Zerrung. Trotzdem blieb Ferndorf im Startblock hängen, sah sich nach knapp elf Minuten schon mit einem 2:6-Rückstand konfrontiert. Mattis Michel und Lukas Zerbe, übrigens bei der Wurfquote stark verbessert gegenüber den vergangenen Partien, verkürzten auf 4:6, doch wenige Minuten später stand es sogar 9:4 für die von Roman Becvar angetriebenen Dresdner. Auf TuS-Seite klappte in dieser Phase so gut wie nichts, agierte die Mannschaft vor allem im Angriff fahrig.

Ein Auf und Ab

Es mussten fast 20 Minuten vergehen, ehe die bereits am Samstag angereisten Ferndorfer in Schwung kamen, ihre Fehlerquote reduzierten. Jonas Müller, Julius Lindskog Andersson, Mattis Michel und Lukas Zerbe machten es mit vier Toren in Folge zum 9:10 (25.) wieder eng, war beim 11:13-Rückstand zur Pause noch alles drin. Dennoch war Michael Lerscht nicht zufrieden: „Wir hatten zu wenig klare Aktionen und haben zu wenig Nadelstiche gesetzt.“

In Halbzeit zwei sollte sich das Auf und Ab fortsetzen. Zwischen einem Tor und drei Treffern schwankte der Ferndorfer Rückstand, lief der TuS der Musik immer hinterher. Elbflorenz verlor nach 43 Minuten nach rüdem Foul beim Sprungwurf von Jonas Müller – er traf zum 16:17-Anschluss – mit Robin Hoffmann einen wichtigen Spieler durch die direkte Rote Karte, doch letztlich entscheidend davon profitieren konnte der TuS Ferndorf nicht. Die Gäste öffneten jetzt ihre Deckung, stellte Michael Lerscht die Verteidiger auf den Halbpositionen offensiver ein und stiftete damit durchaus einige Verwirrung im Angriff der Dresdner. Die aber hielten mit hoher körperlicher Präsenz dagegen, kauften Ferndorf weiter den Schneid ab, hatten auch das Publikum im Rücken.

Der lange untergetauchte Jonas Faulenbach hielt seine Mannschaft mit gelungenen Einzelaktionen am Leben. Sein Pendant auf der HC-Seite war der Rückraumlinke Sebastian Gress, der seine fünf Tore alle in der zweiten Halbzeit erzielte, auch für das 21:19 verantwortlich zeichnete. Julius Dierberg legte zum 22:19 nach (51.), nahm die Ferndorfer Niederlage Konturen an, obwohl auch die Gastgeber in einigen Aktionen Nerven zeigten und Bälle verlegten – kein Wunder angesichts des Drucks, nach den Ergebnissen der Konkurrenten gegen den TuS unbedingt gewinnen zu müssen.

Dresdner halten dem Druck stand

Aber Ferndorf war nicht in der Lage, den vermeintlichen psychologischen Vorteil für sich zu nutzen. Nach Lukas Zerbes Siebenmetertor zum 21:23 (54.) nutzte Gabriel De Santis den Abpraller zum 24:21, leistete sich Ferndorf den nächsten Ballverlust, doch wehrte Lucas Puhl anschließend den Wurf von Norman Flödl ab. Marijan Basic, gestern mit mehr Schatten als Licht unterwegs, hielt mit seinem Tor zum 22:24 die kleine Hoffnung aufrecht, doch passte es ins Bild, dass Ferndorf die nächsten Chancen nicht nutzte, um Elbflorenz noch mehr in Zugzwang zu bringen. Jonas Faulenbach vertändelte den Gegenstoß, Marian Basic scheiterte an Torwart Hendrik Halfmann, also kein 23:24. Bestraft wurde der TuS mit dem 25. Gegentor. Das war’s!

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