Fußball-Relegation

3:1 – 1. FC Türk Geisweid macht den Durchmarsch perfekt

Jubel in rot und weiß: Die Aufstiegs-Mannschaft des 1. FC Türk Geisweid mit dem Vorstand und einigen Fans nach dem Sieg in Fleckenberg.​

Jubel in rot und weiß: Die Aufstiegs-Mannschaft des 1. FC Türk Geisweid mit dem Vorstand und einigen Fans nach dem Sieg in Fleckenberg.​

Foto: Lutz Großmann

Fleckenberg.   Wagner, Jüngst und Oezer erzielen die Treffer zum verdienten Sieg im Rückspiel in Fleckenberg. Frühes 0:1 kein Schock.

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Um 16.58 Uhr wurde am Samstagnachmittag ein kleines Fußballwunder wahr: Durch den verdienten 3:1 (1:1)-Sieg im zweiten Relegationsspiel beim FC Fleckenberg/Grafschaft schaffte der 1. FC Türk Geisweid, Vize-Meister der Kreisliga A Siegen-Wittgenstein, tatsächlich den Aufstieg in die Bezirksliga. Vor zwei Jahren spielten die Geisweider noch in der Kreisliga B, machten wie Vorgänger SV Setzen den Durchmarsch perfekt – und das im 40. Jahr des Vereinsbestehens. Der Geisweider Coup hat zur Folge, dass der TuS Alchen in der Kreisliga A bleibt und der TSV Aue-Wingeshausen, in fast kompletter Mannschaftsstärke die kurze Strecke „über den Berg“ gekommen, steigt in die Kreisliga B auf.

„Unfassbar. Jetzt wird ohne Ende gefeiert, mindestens bis Montag. Ein Riesenkompliment an die Mannschaft, die sich nicht hat aus der Ruhe bringen lassen. Ich bin sehr stolz“, sagte ein glücklicher Spielertrainer Selimbey Öztürk. Mit feuchten Augen fiel Pascal Jüngst auf dem schmucken Kunstrasenplatz in Fleckenberg allen um den Hals, die sich ihm in den Weg stellten. Und das waren ungezählte, denn der Geisweider Topstürmer hatte mit seinem 2:1 in der 62. Minute die Weichen Richtung Aufstieg gestellt. „Ich bin noch die Meister geworden, noch nie aufgestiegen. Ich kann es gar nicht glauben“, rang Pascal Jüngst nach Worten – und verschwand wieder in der Jubeltraube in rot und weiß.

Rund 200 Fans hatten die Mannschaft zum bislang wichtigsten Spiel seit Vereinsgründung 1979 zum Meister der Kreisliga A West Hochsauerland begleitet, doch die ersten Anfeuerungsrufe Sekunden nach dem Anpfiff blieben ihnen im Halse stecken. Nach einem Fehlpass im Mittelfeld steuerte der schon im Hinspiel sehr agile Benjamin Habbel alleine auf Geisweids Torwart Oktay Düzgün zu und schockte die Siegener mit einem Schuss ins lange Eck zum 1:0 (1.).

Damit war klar: Türk Geisweid musste nach dem 3:3 im Hinspiel nun mindestens zwei Tore schießen, um sich den Traum zu erfüllen. Von einem Schockzustand konnte allerdings keine Rede sein. Zwar hatten die Gäste viel Dusel, dass nach einem ersten gefährlichen Jüngst-Freistoß (3.) erneut zwei Mal der schnelle Habbel (6./32.) und Nebi Kafaoglu (16.) das 2:0 und damit wohl die frühe Entscheidung knapp verpassten (6.), doch je länger die erste Halbzeit dauerte, desto größer wurde der Geisweider Druck. „Wir haben nicht die Nerven verloren“, lobte Selimey Öztürk sein Team, das nun kaum noch vom Ball zu trennen war. Angriff auf Angriff rollte Richtung Fleckenberger Tor, und nach 38 Minuten war das überfällige 1:1 perfekt: Fleckenberg/Grafschaft klärte die Flanke von Aykut Bektes unzureichend, Proviteur war Tevin Wagner, der technisch stark ins lange Eck traf.

Und Türk Geisweid blieb am Drücker, wollte unbedingt noch vor der Pause den Führungstreffer. Den hatte Pascal Jüngst auf dem Schlappen, doch wurde sein 17 m-Freistoß auf dem Weg zum 2:1 von David Lübkes Kopf zur Ecke abgelenkt (45.) und schoss der Geisweider Goalgetter aus bester Position drüber (45.+2). Keine Frage: Der Pfiff zum Kabinengang kam für die Platzherren einer Erlösung gleich.

Doch mit dem nächsten, mit dem der hervorragende Schiedsrichter Andreas Braun (Schwerte) die zweite Halbzeit eröffnete, setzte sich der Stress für Fleckenberg/Grafschaft fort. Geisweid warf immer mehr seine fußballerischen Vorteile in die Waagschale, stand nun auch in der Abwehr sicher(er) und belagerte die FC-Hälfte über Minuten, ging es nur in eine Richtung. Und nach gut einer Stunde wurden die Siegener für ihre mutige Spielweise, die sie nach der 3:1-Führung im Hinspiel noch hatten vermissen lassen, belohnt: Pascal Jüngst nutzte die Gunst der Sekunde, als sein Bewacher offenbar andere Aufgaben erledigte, legte sich den Ball auf den linken Fuß und traf zum 2:1 (62.).

Es war zwar noch eine halbe Stunde zu spielen, doch erstaunlicherweise hatte Fleckenberg/Grafschaft so gut wie nichts mehr zuzusetzen, schien Türk Geisweid auch konditionelle Vorteile zu haben. Torwart Oktay Düzgün musste sich kein einziges Mal strecken, war von einer bedingungslosen Offensive der Gastgeber nichts zu sehen.

Verhinderte Andreas Galwas mit einer artistischen Einlage kurz vor der

Torlinie das 3:1 von Dogukan Kaya (81.), war Fleckenberg/Grafschaft endgültig gebrochen, als der zur Pause für den verletzten Haman Padrah eingewechselte Selcuk Özer mit der ganzen Wucht seines Körpers die Flanke von Tevin Wagner, der sich auf der rechten Seite geschickt gelöst hatte, ins Netz wuchtete. Es war die Entscheidung an einem aus Sicht des 1. FC Türk Geisweid denkwürdigen Tages...

FC Fleckenberg/Grafschaft: Pape - Lübke, J. Heimes, S. Urban, L. Urban, Habbel, Langefeld (80. Ledda), Kafaoglu (53. Kenter), Hochstein (75. T. Eßler), Galwas, J. Urban.

1. FC Türk Geisweid: Düzgün - Absi, Aksit (90.+1 Gecaj), Jüngst, Wagner, Kaya, Secer, Bayer, Bektes, Oeztürk, Padrah (46. Oezer).

Tore: 1:0 Habbel (1.), 1:1 Wagner (38.), 1:2 Jüngst (62.), 1:3 Oezer (88.).

Schiedsrichter: Andreas Braun (Schwerte).

Zuschauer: 890.

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