RWO

„Wir schauen nicht auf Viktoria Köln, sondern nur auf uns“

Schaut bei jedem Training seiner Kleeblatt-Mannschaft vorbei: Der verletzte RWO-Kapitän Patrick Bauder.

Schaut bei jedem Training seiner Kleeblatt-Mannschaft vorbei: Der verletzte RWO-Kapitän Patrick Bauder.

Foto: Olaf Fuhrmann

Oberhausen.   Trotz Verletzung schaut Patrick Bauder bei jedem RWO-Training vorbei. Mit der Sportredaktion spricht er über den spannenden Aufstiegskampf.

Hinter den Kleeblatt-Fans liegen einige nervenaufreibende Spieltage, die bestimmt den einen oder anderen Fingernagel gekostet haben dürften. Nicht anders erging es auch dem verletzten RWO-Kapitän Patrick Bauder, der sich Ende November des vergangenen Jahres im Heimspiel gegen die U23 von Borussia Mönchengladbach einen Knorpelschaden im Knie zuzog und wohl frühestens zur Rückrunde der neuen Saison wieder auf den Rasen zurückkehren kann.

Mit der Sportredaktion sprach der 29-Jährige über seinen Gesundheitszustand, die Stimmung im Team und die Chancen auf den Aufstieg am Samstag.

Patrick, erstmal: Wie geht’s dir?

Soweit ganz gut. Das Knie macht schon Fortschritte, aber es liegt noch ein langer Weg vor mir. Ich bin jeden Tag in der Reha und absolviere dort mein Programm. Es wird also.

Du schaust auch jeden Tag beim Training deiner Teamkameraden vorbei. Wir wichtig ist dir das?

Sehr wichtig, aber das war auch schon bei meinen vorherigen Verletzungen nicht anders. Ich habe die Reha bewusst so legen lassen, dass ich beim Training immer dabei sein kann. Dieser Kabinengeruch ist einfach zu schön. Wenn man den nicht tagtäglich um sich hat, fehlt einem einfach irgendwas.

Wie schwierig ist es für dich, nur vom Seitenrand die Spiele zu betrachten?

Die Anspannung neben dem Platz ist natürlich viel größer, als auf dem Rasen, weil man selbst nichts beeinflussen kann. Jetzt wie gegen Lippstadt sitzt du da auf der Tribüne, hoffst auf den Treffer. Dann fällt der kurz vor Schluss und du hoffst nur noch, dass endlich abgepfiffen wird. Das ist schon eine Achterbahnfahrt. Aber das war ja die letzten Wochen oft so. Am Ende ist es natürlich kein schönes Gefühl, aber es ist eine Situation, die man annehmen muss und die ich auch angenommen habe. Ich habe viel Unterstützung erfahren, von meiner Familie, vom Verein. Lieber wäre ich am Samstag natürlich auf dem Feld und würde mithelfen, die drei Punkte einzufahren. Doch die Jungs machen das auch ohne mich richtig gut.

Apropos Spannung: In der ganzen Zeit hast du nie den Glauben an den Aufstieg verloren?

Nein, der war immer da. Auch nach dem Derby gegen RWE, wo es bei zwei Spielen noch vier Punkte waren, war es ja rechnerisch möglich. Und ich habe BWL studiert und bin sehr Mathe-affine. Von daher glaubt man so lange daran, bis es rechnerisch nicht mehr möglich ist.

Wie sieht der Schlachtplan für Samstag aus?

Wir müssen unser Spiel gewinnen, alles andere können wir nicht beeinflussen. Genau diese Einstellung hatten wir die letzten Wochen immer. Wir haben nicht auf Viktoria oder so geschaut, sondern wirklich nur auf uns. Und damit sind wir ganz gut gefahren.

Aber am Samstag geht doch der eine oder andere Blick schon aufs Smartphone, oder?

Ich habe hier im Stadion immer schlechten Handyempfang (lacht). Nein, wirklich. Wenn hier so viele Leute sind, habe ich keinen guten Empfang. Aber klar will man schon informiert sein.

Welche Rolle spielen gegen Verl die Fans?

Die sind immens wichtig. Besonders die neue Tribüne, die uns letztes Jahr den Pokalsieg beschert hat, ist ein ganz entscheidender Faktor. Ich bin jetzt seit sieben Jahren hier und es war noch nie so geil. Die Fans peitschen uns an, stehen immer hinter uns. Das Verhältnis zwischen der Mannschaft und den Fans war selten so gut und innig. Wir freuen uns am Samstag über jeden RWO- und Fußballfan, der ins Stadion kommt und uns unterstützt. Schließlich brauchen wir jeden Mann. Und dann schauen wir mal, wo die Reise gegen 16 Uhr hingeht.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben