Eine Schach-Legende

Vlastimil Hort feiert Samstag seinen 75. Geburtstag

Vlastimil Hort, hier bei einem Turnier in Essen-Werden, ist ein Meister des Synchron-Schachs.

Vlastimil Hort, hier bei einem Turnier in Essen-Werden, ist ein Meister des Synchron-Schachs.

Foto: Sebastian Konopka

Oberhausen.   Beim OSV war er Schachlehrer und Klassespieler. In der 70er- und 80er-Jahren zählte er zur Weltspitze. Seinen Ehrentag holt er besonders nach.

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Wer Vlastimil Hort einmal begegnet ist, bleibt nicht unbeeindruckt von seinem Charme, seinem manchmal hintergründigen Humor, von der Lebensweisheit des Weltbürgers und seiner Freundlichkeit. In den 70er- und 80er-Jahren gehörte er zur Weltspitze im Schach. Keine Schachlegende, mit der er sich nicht am Schachbrett gemessen hätte. Heute ist er wohl besonders im deutschsprachigen Raum der beliebteste Schachspieler. Beim OSV, dem er nun 17 Jahre angehört, gehen viele Anfragen nach Vlastimil Hort ein. Samstag feiert er seinen 75. Geburtstag.

Als unterhaltsamer Simultanspieler und mit seinem Anekdotenschatz aus einem erlebnisreichen Schachleben ist er Glanzpunkt vieler Vereinsjubiläen.

Meisterschaften gleich im Dutzend gesammelt

Aus der langen Liste seiner Turniererfolge hier nur einige Kostproben: Sechs Mal Landesmeister der CSSR, dreimal der BRD. Teilnahme an 14 Olympiaden, elf Mal für die Tschechoslowakei, dreimal für Deutschland. Mit einem Simultan gegen 636 Gegner kam er ins Guinessbuch der Rekorde. 2006 wurde er Seniorenweltmeister im Fischer-Schach, bei dem die Figuren am Partiebeginn immer in unterschiedlicher Weise aufgestellt werden. Neben vielen Fachbüchern ist der studierte Ökonom mit „Schwarzweiße Erzählungen“ auch belletristisch hervorgetreten.

Wie kam Schachlegende Hort aber nach Oberhausen? Nach seiner Übersiedlung 1979 in die BRD erntete Hort viele Erfolge für den damaligen Spitzenverein SG Porz, wollte dann aber 2001 eine Veränderung. Vielleicht keimte schon damals beim Inhaber vieler schachlicher Rekorde die unlängst in einem Interview geäußerte Erkenntnis: „Es ist unglaublich, was diese jungen Leute alles in zehn Minuten sehen.“

Ein guter Zug für beide Seiten

Alfred Klesse, über viele Jahre Dirigent des Oberhausener Schachvereins, ergriff die Chance, Hort als Spielertrainer für den OSV zu gewinnen. Das war offensichtlich für beide Seiten ein guter Zug. Mit Hort als Vorkämpfer erklomm der OSV wieder Höhen, die er in früheren Jahren schon einmal eingenommen hatte. Wohnhaft erst in Köln und jetzt im Siebengebirge, besucht Hort regelmäßig die Turnierabende und macht sie damit auch für Schachspieler aus der Region attraktiv, die natürlich einmal gerne mit der Schachlegende spielen möchten.

In seinen vielen Interviews unterlässt er es selten, auf die gute Entscheidung für Oberhausen hinzuweisen. So sehen es natürlich auch die Oberhausener Schachfreunde und wünschen der „Schachehe“, ein Vergleich Horts, weiterhin erfolgreichen Bestand und ihrem ans Herz gewachsenen Vlastimil auch persönlich alles Gute.

Der Geburtstagsempfang findet am 26. Januar um 14 Uhr in der Fasia-Jansen-Gesamtschule statt und wird nach einem Glas Sekt auf Wunsch Horts als mit Anekdoten angereichertes Schachturnier der Generationen durchgeführt.

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