Pause im Amateurfußball

Trainer: Entscheidung im Sinne der Vereine bringt Sicherheit

Es wird noch viele Wochen dauern, bis es auf den Plätzen wieder Grund für Jubel gibt, hier Dennis Schroer (vorne) von SW Alstaden.

Es wird noch viele Wochen dauern, bis es auf den Plätzen wieder Grund für Jubel gibt, hier Dennis Schroer (vorne) von SW Alstaden.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Die Amateurtrainer in Oberhausen reagierten positiv auf die Entscheidung des Verbandes, vorzeitig in die Winterpause zu gehen.

Nahezu einhellig äußern sich Oberhausener Fußball-Trainer zum Beschluss des Fußball-Verbandes Niederrhein, die Fußball-Saison bis mindestens Ende Januar auszusetzen: Gesundheit geht vor!

Für Udo Hauner vom SV Adler Osterfeld kommt das Aus nicht überraschend. „Persönlich glaube ich, dass wir erst im Sommer ernsthaft Fußball spielen“, sagt der Trainer, der die verlängerte Pause begrüßt, auch wenn er die Trainingseinheiten und Spiele vermisst. „Die Gesundheit geht vor und da sollten wir nicht zu früh wieder anfangen.“

Marcel Landers , Trainer Arminia Klosterhardt : Die Entscheidung ist wegen der nach wie vor hohen Infektionszahlen nur logisch und für mich alternativlos. Sollt es Ende Januar wieder losgehen, wollen wir vorbereitet sein. Mit unserem Athletiktrainer Jan Terhorst gibt’s jeden Dienstag eine Einheit per Videokonferenz. Dazu haben die Jungs individuell Läufe zu absolvieren. Da haben wir für die besten Drei kleine Schmankerl ausgelobt. Die etwas Gemütlicheren unter uns dürfen sich dafür beim nächsten Mannschaftsessen erkenntlich zeigen.

„Es fehlt ein Stück Lebensqualität“

Sehnsucht nach dem runden Leder hat Lars Mühlbauer von Sterkrade 06/07 . „Der Fußball fehlt einem, das ist für mich auch ein Stück Lebensqualität“, gibt er zu. Das Aus für dieses Jahr ist für ihn dennoch alternativlos. „Wir müssen alles runterfahren, die Zahlen werden ja nicht besser.“ Ungeachtet dessen legt er Wert darauf, dass seine Jungs fit bleiben und hat Online-Trainingseinheiten abgehalten. „Das war eine tolle Sache und werden wir sicher wiederholen.“

Wenigstens ein Datum gibt es jetzt

Absolut einverstanden mit der Entscheidung des Verbandes ist auch Christian Dahlbeck von Arminia Klosterhardt II . „Wir müssen ja auf die aktuelle Situation achten und daher ist es der richtige Weg, da es im Moment wichtigeres gibt. Ob es im Januar weitergeht, steht für mich noch in den Sternen. Aber wenigstens haben wir jetzt ein Datum und müssen nicht jeden Tag schauen, ob es Neuigkeiten gibt.“

Für Raphael Steinmetz von SW Alstaden ist die verlängerte Pause keine Überraschung. „Wir müssen es so nehmen, wie es ist“, findet der RWO-Profi, der sich um den Nachwuchs sorgt. „Ich hoffe, die Kids im jüngeren Alter verlieren nicht Interesse und Spaß und können bald wieder auf den Fußballplatz zurück.“ Seiner Mannschaft hat er erst einmal frei gegeben. „Wenn einer nichts tut, wird er das demnächst nicht verheimlichen können“, setzt er darauf, dass sich seine Schützlinge selbst fit halten.

Auch Richard Zander von den Sportfreunden Königshardt kann sich einen Start Anfang nächsten Jahres noch nicht vorstellen. „Ich sehe uns im Januar nicht auf dem Feld, auch wenn ich mir das wünsche. Dann fangen wir halt später an und ziehen die Saison bis in den Herbst.“

Gesundheit steht bei Amateuren im Vordergrund

Jens Szopinski von Arminia Lirich meint: „Vorweg: Die Gesundheit steht im Vordergrund. Deshalb ist es richtig, dass der Ball nicht rollt. Dass in den Profiligen gespielt wird, halte ich für richtig, da daran viele Arbeitsplätze hängen und die Logistik eine ganz andere ist. Aber wir gehen unserem Hobby nach, da kann man im Sinne der Gesundheit pausieren. Meine Hoffnung ist nun, dass wir tatsächlich am dritten Januar-Wochenende den Spielbetrieb wieder aufnehmen. Meine Jungs haben einen glasklaren Plan bekommen, den sie auch nachweislich umsetzen. Die Vorbereitungszeit wird sehr kurz, daher müssen die Grundlagen schon jetzt individuell so gut wie möglich geschaffen werden.“

Pierre Szterlicht von GA Sterkrade sagt: Ich freue mich sehr, dass wir nun einen Termin haben, an dem wir uns orientieren können. Allerdings wird es mit einer nur zweiwöchigen Vorbereitung schwer, richtig fit zu werden. Daher finde ich den Januar-Termin ein wenig zu früh. Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Ich freue mich wirklich, wenn es wieder los geht. Aber wir haben bereits im Sommer gesehen: Durch die verkürzte Vorbereitungszeit hatten wir so viele Muskelverletzungen wie noch nie. Die Jungs haben zwar Trainingspläne, die sie auch einhalten, aber solche Läufe halten ja höchstens die Grundfitness. Da ist es schon etwas anderes, wenn man sich auf dem Platz bewegt.“

Philipp Schwierske trainiert die DJK Arminia Klosterhardt in der U19-Niederrheinliga): „Es ist eine Entscheidung, die im Sinne der Vereine getroffen wurde, damit Planungssicherheit besteht. Auch in Bezug auf die Gesundheit ist die vorzeitige Winterpause richtig. Schließlich hat sich die Lage trotz fast drei Wochen Lockdown nicht wesentlich geändert. Als Sportler sieht man diese Auszeit mit einem weinenden Auge. Gerade die Altjahrgänge wollen sich in ihrem letzten Jugendjahr beweisen, um sich für den Herrenbereich zu empfehlen. Heimtraining oder die Laufeinheit im Wald können das nicht ersetzen. Das wird für die jungen Spieler auch zu einer Kopfsache, sich immer wieder neu zu motivieren. Es werden wieder bessere Zeiten kommen.

Sportverbot bleibt im Dezember bestehen

Marco Richter, Trainer von Arminia Klosterhardt in der Frauen-Landesliga: „Natürlich fehlt uns mit dem Fußball etwas. Aber die Entscheidung des FVN ist alternativlos und nicht überraschend. Selbst wenn Training im Dezember möglich ist, hätte es zeitlich kaum Sinn gemacht, den Spielbetrieb aufzunehmen. Somit halten wir uns weiterhin mit Stabilitätsübungen fit und hoffen, dass tatsächlich im Januar/Februar der Ball rollt.“

Lothar Hoppe , Trainer der Sportfreunde Königshardt in der Frauen-Bezirksliga: „Nachdem in Westfalen die Winterpause vorgezogen wurde, war es nur eine Frage der Zeit, bis der FVN nachzieht. Die Infektionszahlen lassen eine andere Entscheidung nicht zu. Deshalb gehe ich davon aus, dass das Sportverbot der Regierung für den Dezember Bestand haben wird. Den Spielerinnen haben wir keine individuellen Trainingspläne mitgegeben.

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