Radsport

Stimmung beim Pfingstradrennen lässt merklich nach

Radsport schauen und dazu mit den Nachbarn ein Schwätzchen halten. So sah es beim Pfingstradrennen nur noch an wenigen Stellen aus.

Radsport schauen und dazu mit den Nachbarn ein Schwätzchen halten. So sah es beim Pfingstradrennen nur noch an wenigen Stellen aus.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.  Die Bedingungen waren perfekt beim Pfingstradrennen rund um die Mellinghofer Straße. Doch viele Zuschauer üben Kritik an der verkürzten Strecke.

Die Bedingungen waren perfekt am Sonntag für das 69. Pfingstradrennen rund um die Mellinghofer Straße. Und doch hatte die traditionelle Veranstaltung nicht den Zuspruch, den man aus vergangenen Jahren kannte. Sowohl die neue und nur noch zwei Kilometer lange Strecke als auch das Fahrerfeld wurden von den Zuschauern und Anwohnern äußerst kritisch beäugt.

Das zeigte sich auch am Rand der Strecke, wo viele Meter ohne Zuschauer aufwarteten. „Das ist schon sehr traurig. Früher kamen hier 120 Fahrer, jetzt nur noch so wenige“, hieß es unter den Zuschauern. „Es gibt halt immer weniger Straßenfahrer, und die Bahnfahrer treten nur auf so einer Strecke an. Verständlich, aber sehr schade.“

Und nicht nur das im Vergleich zu früher deutlich geschrumpfte Fahrerfeld sorgte für Unzufriedenheit und Kopfschütteln. „Die Kurven sind viel zu eng, richtiger Mist“, hieß es vor allem an der Kurve Nathlandstraße/Werdener Straße. Und in der Tat waren die Radfahrer am Limit, in den Vorrennen kam es zu Stürzen.

„Es sind auch nur wenige Leute da, das habe ich in fast 50 Jahren nicht erlebt“

Trotzdem hatten einige Anwohner zum Grillen und Rudelgucken geladen, Bierzeltgarnituren und Gartenstühle standen immer wieder an der Strecke. In den Kurven versammelten sich einige Leute, um den Profis zuzujubeln. Dennoch waren es meist kritische Stimmen, die sich zum Rennen äußerten: „Ich finde es schade, dass die Kurve Priestershof Ecke Mühlenstraße nicht mehr gefahren wird und auch der Berg fehlt. Es sind auch nur wenige Leute da, das habe ich in fast 50 Jahren nicht erlebt. Wirklich ganz schade“, meinte etwa eine Zuschauerin.

Der Teil der Mühlenstraße, der befahren wurde, war von Zuschauern fast komplett ignoriert worden. Und auch nach dem Abbiegen auf die Zielgerade auf der Mellinghofer Straße waren die ersten Meter am Rand sehr leer. Selbst im Zielbereich herrschte an der Linie kein wirklich großes Gedränge, die Zuschauer an den Absperrungen sorgten dennoch mit Klatschen, Jubeln und Tröten für einen gebührenden Empfang der Sieger. Immerhin die Qualität der Rennen konnte die Zuschauer begeistern – und trotzdem überwogen die kritischen Stimmen am Streckenrand deutlich. Schon wenige Minuten nach der Siegerehrung wurde abgebaut und die Zuschauer hatten die Strecke verlassen.

„Ich denke, wir gehen den richtigen Weg“

Die angetretenen Radprofis hatten für die Kulisse dabei nur Komplimente zu verteilen: „Die Stimmung war einfach geil, vor allem hier auf der Zielgeraden“, freute sich etwa der zweitplatzierte Christopher Schmieg. Der am Ende fünftplatzierte Hannes Baumgarten pflichtete ihm bei: „Die Kulisse hat schon richtig gepusht.“

„Ich denke, wir gehen den richtigen Weg“, sagte Organisator Michael Zurhausen nach der Veranstaltung. „Das Rennen wurde von den Fahrern gelobt, das Programm neben der Strecke wurde gut angenommen. Wir haben also alles richtig gemacht.“ Zur nächstjährigen Jubiläumsaustragung verspricht Zurhausen eine ganz besondere Veranstaltung, die eine Steigerung zu diesem Jahr sein soll. Ob sich die Kritiker im nächsten Jahr überzeugen lassen, wird man sehen. In diesem Jahr hatte das Publikum jedenfalls einen sehr kritischen Blick auf das Rennen gerichtet.

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