Regionalliga West

RWO 0:3 in Essen: unglücklich, zu hoch, aber verdient

Pierre Fassnacht war am Ende bedient: gut gespielt, aber zu hoch verloren.

Pierre Fassnacht war am Ende bedient: gut gespielt, aber zu hoch verloren.

Foto: Thorsten Tillmann / FFS

Oberhausen.  RWO war nicht die drei Tore schlechter, die RWE im Derby gegen die Kleeblätter erzielte. Doch die Gegentore fielen für Oberhausen unglücklich.

Aus Oberhausener Sicht verlief die Partie im Stadion Essen unglücklich, dementsprechend zufrieden hingegen waren die Gastgeber. RW Essen gewann das Derby gegen Rot-Weiß Oberhausen mit 3:0 (1:0). Verdient, denn die Essener hatten die klareren Chancen gegen Oberhausener, die zwar prima standen, selbst aber zu wenig im gegnerischen Strafraum zustande brachten. Die Gegentore fielen für RWO höchst unglücklich.

Trainer Mike Terranova hatte die Startelf geändert. Jeffrey Obst rückte auf der rechten Seite in die Mannschaft, für ihn musste Raphael Steinmetz zunächst zuschauen. Terranova beorderte Leander Goralski, Tanju Öztürk und Pierre Fassnacht in die Dreierkette. Bei gegnerischem Ballbesitz standen Obst und Nils Winter zusätzlich in der Fünferkette. Davor sortierten Bastian Müller und Maik Odenthal. Shaibou Oubeyapwa rückte von rechts mehr in die Mitte, fast neben Sven Kreyer.

Dominik Reinert überrascht offensiv und links

Überraschend war die Position von Dominik Reinert als hängende halbe Spitze auf links. Dort agierte er gegen Daniel Heber und überraschte die Essener damit sichtlich. Genauso, dass der kräftige Obst auf rechts gegen Oguzhan Kefkir ein kämpferisches Gegengewicht bildete.

Beide Teams begannen diszipliniert, auch Essen setzt nicht auf bedingungslose Offensive. Beide beharkten sich wie erfahrene Boxer, um auf den Fehler des anderen zu warten. Dennoch war RWO gut im Spiel und setzte trotz der defensiven Ausrichtung Nadelstiche über gute Läufe von Obst. Eine Flanke von ihm nahm Reinert im Strafraum volley, doch Daniel Davari meisterte den Schuss (6.). Im Gegenzug gab es diese Szene praktisch deckungsgleich für Essen. Hier versuchte sich Simon Engelmann volley, Justin Heekeren war auf dem Posten (7.).

Glück beim Torschuss gehört auch dazu

Überraschend dann die Führung für die Essener. Isaiah Young setzte sich auf rechts gegen drei Rot-Weiße durch und brachte den Ball an ihnen vorbei ins Zentrum. Dort zog Cedric Harenbrock gar nicht mal zu kräftig ab, doch vom Knie von Obst bekam der Ball eine andere Richtung und trudelte gegen Heekerens Laufrichtung ins Netz (13.).

Nach einer halben Stunde wurden Müller und Odenthal aktiver. Einer von Müllers gefährlichen Pässen gleich durch mehrere Schnittstellen der Essener Verteidigung landete bei Reinert, doch der wurde in aussichtsreicher Schussposition geblockt. Kurz zuvor versuchte er einen Elfmeter zu holen, doch sein Fallversuch gegen Davari war zu durchsichtig: gelb wegen einer Schwalbe. Terranova: „Startet er eine Sekunde früher, bekommt er den Elfer und zwar zurecht.“ RWO agierte in dieser Phase kontrolliert und beherrschte die letzten zehn Minuten vor der Pause. Hundertprozentiges aber war nicht dabei, das sollte das Handicap des Kleeblatt-Spiel auch im zweiten Durchgang bleiben.

2:0 direkt nach der Pause

Denn RWE blieb das Glück treu. Aus einem Mittelfeldgetümmel heraus landete der Ball 22 Meter vor dem Tor bei Marco Kehl-Gomez. Da der nichts weiter mit dem Ball anzufangen wusste und keinen freien Mann sah, zog er per Drehschuss einfach ab und traf goldrichtig. Völlig überraschend für Heekeren schlug der Ball unten links ein (47.).

Damit waren alle Bemühungen der Oberhausener um den Ausgleich erst einmal kalt gestellt. Doch die Truppe schüttelte sich durch und nahm das Spiel wieder auf. Und ab der 60. Minuten wurde es ein recht wildes Hin und Her, bei dem die taktischen Zwänge zunehmend abgelegt wurden. RWO wechselte offensiv und griff unverzagt an, RWE lauerte auf den entscheidenden Konter.

Terranova: „Ich kann meinem Team überhaupt keinen Vorwurf machen, sie haben alles gegeben.“ Stimmt, genau so wahr ist aber auch, dass zu wenig Gefahr im Essener Strafraum ankam. Wirklich Zwingendes geschah nicht, Essen war bei Kontern immer gefährlich. Fassnacht rettete gegen Engelmann vor der Linie (68.), Heekeren rettete mit starker Parade kurz darauf gegen Harenbrock (70.).

Am Ende doch noch Simon Engelmann

Nach mehreren Fehlversuchen auf beiden Seiten traf Engelmann dann in der Schlussminute. Er setzte einen Abpraller nach erneuter Heekeren-Parade gegen Joshua Endres als Abstauber in die Maschen. Schluss, Aus Feierabend, gewiss kein schlechtes Spiel der Rot-Weißen. Hauptsächlich aber ein unglückliches.

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