Fußball und Corona

Oberhausener Fußball-Trainer rechnen mit Unterbrechung

Bleiben die Fußbälle demnächst wieder im Netz?

Bleiben die Fußbälle demnächst wieder im Netz?

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Der Fußballverband Niederrhein beobachtet mit Sorge die steigenden Corona-Zahlen. Oberhausener Amateur-Trainer rechnen mit Unterbrechung.

In die Bewertung der Corona-Situation für den Fußball und den Sport allgemein lässt Peter Frymuth in diesen Tagen ein Merkmal ausgesprochen häufig, aber durchaus angemessen einfließen. „Wir müssen sensibel sein und bleiben, das Geschehen ist eben dynamisch“, sagt der Präsident des Fußballverbandes Niederrhein. Sensibel bezieht sich in diesem Fall vor allem auf das Befinden von Fußballern und die Sorgen von Vereinen. „Keiner muss spielen, viele wollen aber Fußball spielen“, betont Frymuth, wenn es um eine mögliche Auszeit angesichts steigender Corona-Zahlen geht.

Der FVN-Präsident legt sich allerdings im Gegensatz zu anderen Teamsportarten nicht darauf fest, wie es weitergehen wird. Die Kollegen aus dem Handball, Basketball, Volleyball oder auch Tischtennis haben wie im März frühzeitig die Handbremse gezogen und für die meisten nicht-professionellen Ligen eine Spielpause ausgesprochen.

„Wir sollten die neue Lage abwarten“

Die Fußballer tun sich allein auch deshalb schwer, weil aufgrund der Vielzahl an Klubs und Ligen die Tragweite deutlich größer ist als in den anderen Teamsportarten. Außerdem, das ist nicht zu verachten, geht es selbst auf Landes- oder Bezirksliga-Ebene auch um ein wenig Honorar für Protagonisten. Die FVN-Haltung ist auch deshalb nachvollziehbar, weil die aktuelle Corona-Verfügungslage in NRW noch bis 31. Oktober gilt. „Wir sollten die neue Lage abwarten und dann mit unseren Spielleitenden Stellen beraten“, so Frymuth.

Offenbar ist in der Überlegung, ähnlich wie es die Handballer und Volleyballer machen, bis zum Totensonntag-Wochenende auszusetzen und darauf zu hoffen, dass sich die Corona-Fallzahllage bis 29. November zumindest stabilisiert. Die beiden ausgefallenen Spieltage am 8. und 15. November würden dann im Februar vor dem Rückrundenstart nachgeholt.

Keine konkrete Prognose

Frymuth verweist dazu auf die veränderte Corona-Lage im Vergleich zum März, als der erste Lockdown den Sport lahmgelegt hatte. „Damals gab es eine Generalverfügung, derzeit sind es lokale Verfügungen.“ Das mache die Sache schwieriger. Duisburg sprach ein Fußballspielverbot aus, in Essen darf nach Spielen in der Umkleide nicht mehr geduscht werden.

Bislang habe aber, so Frymuth, kein Gesundheitsamt bei 6000 Spielen im FVN-Gebiet in der jungen Saison einen Fußballplatz als Hotspot ausgemacht. „Unsere Vereine machen die Dinge im Rahmen der Möglichkeiten gut“, lobt Frymuth. Eine Prognose, wie es mit dem Fußball weitergeht, mag Frymuth aber nicht abgeben: „Niemand weiß, wie es nächste Woche aussieht.“

„Es grenzt natürlich an Wettbewerbsverzerrung“

Auch bei Landesligist Arminia Klosterhardt ist es derzeit noch offen, wann das nächste Liga-Spiel stattfindet kann. Die für den vergangenen Sonntag angesetzte Partie gegen den FC Remscheid musste wegen eines Covid19-Falls beim Tabellenführer aus dem Bergischen Land abgesagt werden. Ob das für den 1. November geplante Gastspiel beim Duisburger SV stattfinden kann, ist wegen des Kontaktsport-Verbot in Duisburg ebenfalls offen. „Es scheint darauf hinauszulaufen, dass es eine Unterbrechung kommen wird“, prognostiziert Arminia-Trainer Marcel Landers.

Eine Entscheidung, die der 36-Jährige aber durchaus mittragen würde. „Vielleicht ist es der richtige Weg, erstmal wieder etwas zur Ruhe zu kommen. Wobei ich die Problematik grundsätzlich nicht auf Fußballplatz sehe, sondern die Gefahr vor allem vom Zusammensein in Innenräumen ausgeht.“ Landers wünscht sich zudem eine einheitliche Regelung. „Es grenzt natürlich an Wettbewerbsverzerrung, wenn überall unterschiedliche Regelungen gelten.“

Ligagröße als Problemfall

Allerdings, so fügt Landers an, sei die Landesliga, die vor der Saison dreigeteilt wurde, mit jeweils 14 Mannschaften auch für eine entspreche Unterbrechung vorbereitet. „Anders sieht es beispielsweise in der Oberliga Niederrhein aus. Da sind es 23 Teams, was es wesentlich schwieriger macht, noch passende Ausweichtermine zu finden.“

Auch in der Fußball-Bezirksliga machen sich die Oberhausener Trainer so ihre Gedanken bezüglich einer Saisonunterbrechung. Zuletzt hatte beispielsweise Fortuna Bottrop wegen einiger Quarantänefälle kurzfristig die Partie gegen Sterkrade 06/07 absagen müssen. Deren Trainer Lars Mühlbauer: „Grundsätzlich möchten wir natürlich alle weiter Fußball spielen. Doch die Corona-Zahlen steigen beängstigend an. Und bevor es noch schlimmer wird, kann man jetzt lieber die Pause einlegen und danach schauen, ob es wieder Sinn macht.“

Dabei ist für Mühlbauer, genauso wie für seinen Trainerkollegen Udo Hauner von Adler Osterfeld, ein Aspekt besonders entscheidend. „Die Gesundheit steht über allem. Deshalb darf man nichts erzwingen.“ Vermutlich Anfang der nächsten Woche werden alle wissen, ob im November weiter Fußball gespielt werden wird.

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