Bogenschießen

Holtener Hähne treten weiter auf der Stelle

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Sophie Kühne schießt im Bundes-Jugendkader.

Sophie Kühne schießt im Bundes-Jugendkader.

Foto: Verein

Oberhausen.  Die Holtener Bogenschützen haben zwar wieder das Training aufgenommen. Doch Turniere wird es keine geben, viele wurden frühzeitig abgesagt.

Nach langen Entbehrungen finden die Bogensportler des TuS Grün-Weiss Holten langsam zurück zu ihrer Form. Bedingt durch den Lockdown war der erfolgreichen Mannschaft das Training verwehrt, über sieben Monate gab es nur Home- und Videotraining. Für die wenigsten Sportler bestand die Möglichkeit, privat auf eine Scheibe zurückzugreifen. Die Leihscheiben des Vereins halfen einigen, sich über das Techniktraining hinaus auf gewohntem Terrain zu bewegen.

Nicht nur die Sportler, auch die Ausrichter der wichtigen Turniere und Meisterschaften haben noch das Nachsehen. Die Schützen haben auch in dieser Außensaison kaum die Möglichkeit, an Wettkämpfen teilzunehmen und die Routinen zu testen, die sie sich im Training zu eigen gemacht haben.

Die Kreis- und Bezirksmeisterschaften, sowie die Landesmeisterschaft wurden bereits früh abgesagt. Da steht die Sicherheit der beteiligten Ausrichter, Helfer und Sporttreibenden an erster Stelle. Für die Durchführung der Deutschen Meisterschaft des Deutschen Schützenbundes im September wurde ein temporäres Meldesystem erarbeitet. Das birgt vielleicht die Chance, dass sich einige Holtener Schützen qualifizieren.

Talente stehen in den Startlöchern

Für Sophie Kühne, Nachwuchsschützin im Bundesjugendkader, sowie Felix Pape kam die Öffnung der Außenanlage im Verein gerade rechtzeitig. Sie mussten sich in kurzer Zeit auf den ersten Wettkampf bei den Ruhrgames in Bochum einstellen. Trotz Trainingsrückstandes sicherte sich Kühne auf der 60 Meter-Distanz in der Finalrunde Rang neun.

Pape, der seinen Einstand in den Landeskader des Rheinischen Schützenbundes gab, schaffte in der Schüler A den Einzug ins Bronzefinale, musste sich aber mit einer Neun gegen eine Zehn im Stechpfeil geschlagen geben. Doch auf 50 Meter einen Gesamtdurchschnitt von über 26 von 30 Ringen zu schießen zeigt, wie viel Potenzial in dem Talent steckt.

Während die etablierten Bundeskaderathleten schon ihr Quartier im Olympischen Dorf in Tokio einrichten, wurde der Bundesnachwuchs am letzten Wochenende zu einem Sichtungstraining nach München eingeladen. Kühne, die ihre Ferien auf der Insel Borkum verbrachte, machte sich, von der Familie unterstützt, auf den 800 Kilometer langen Weg nach München, um bei der Sichtung dabei zu sein.

Die anstrengende Anreise und den Trainingsrückstand in den Knochen, konnte sie Ihre volle Stärke noch nicht abrufen. Doch sie zeigt sich optimistisch für die zweite Sichtung im olympischen Trainingszentrum Kienbaum, Ende des Sommers. Die Hoffnung, dass es im kommenden Jahr keine weiteren pandemieverursachten Einschränkungen in Bezug auf Training und Wettkämpfe geben wird, lässt die Grün-Weißen optimistisch in die Zukunft schauen.

Umbau ist noch nicht in Sicht

Lediglich der verzögerte Umbau des Emscherstadions trübt die Vorfreude auf eine neue Normalität ein wenig. Über 400 Tage nach der symbolischen Scheckübergabe für den Umbau Emscherstadion durch die Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher sind die Umbaupläne, an denen der Verein aktiv mitgearbeitet hat, noch nicht final veröffentlicht. Die Baumaßnahmen sind wohl beantragt und ausgeschrieben, aber von einem Baubeginn ist nichts zu hören und zu sehen.

So bleibt nur zu hoffen, dass der Herbst und Winter für die Bauarbeiten genutzt werden, damit die Bogensportler mit dem Beginn der Außensaison im April 2022 in das Außentraining einsteigen können und sich die Chancen auf weitere Landesmeister- und Deutsche Meistertitel erfüllen.

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