RWO

Harry Hemmers hat seine Liebe zu RWO in Öl verewigt

In der Küche greift RWO-Fan Harry Hemmers zum Pinsel.

In der Küche greift RWO-Fan Harry Hemmers zum Pinsel.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  RWO-Anhänger und Hobby-Maler Harry Hemmers hat der Heimspielstätte der Oberhausener Kleeblätter ein Ölgemälde gewidmet.

Beim Eintreten in die Wohnung von Harry Hemmers könnte man im ersten Augenblick fast denken, man befände sich inmitten einer Kunstgalerie. „Meine Frau hat immer gesagt, hier ist es schöner als im Louvre.“ Ein Ölgemälde hängt hier neben dem anderen, sie zeichnen zwischen Urlaubserinnerungen und Zechengeschichte den Lebensweg des Oberhauseners nach.

Gerade hat er die Arbeit an seinem neusten Kunstwerk beendet, wo seine zweite große Leidenschaft, der Fußball, als Inspirationsquelle diente. Denn sein Lieblingsverein Rot-Weiß Oberhausen nimmt dort einen ganz besonderen Platz ein.

„Mein Sohn Marcel hat mich dazu gedrängt“, erzählt der 72-Jährige mit einem Lachen. Der ist nämlich, wie sein Vater, seit frühster Kindheit glühender Anhänger der Kleeblätter und hatte schon einige Male beim gemeinsamen Gang zum Stadion Niederrhein diesen Wunsch geäußert. „Er ist mir immer eine so große Hilfe, besonders wenn ich verreise und er sich um meine Wohnung kümmert. Deshalb wollte ich ihm unbedingt diese Freude machen“, erzählt der Hobby-Künstler.

Kleeblatt-Heimstätte schiennur schwer zu realisieren

Doch ganz so einfach wie zunächst gedacht war das Kunstprojekt RWO nicht. Denn ein Panoramabild der Kleeblatt-Heimstätte schien nur schwer zu realisieren. So entschied sich Hemmers dazu, eine Collage zu erstellen, in der bestimmte Bereiche des Stadions in den Vordergrund gerückt werden. Neben der neuen Revierkraft-Tribüne, dem legendären Uhrenturm und dem Stadionvorplatz durfte aus Sicht des Oberhauseners besonders der Blick auf die Stoag-Tribüne nicht fehlen.

Schließlich sitzen er und sein Sohn schon seit vielen Jahren dort und feuern die Mannschaft von Trainer Mike Terranova bei ihren Heimspielen an. Dabei hat sich der Moment, wo die zwei mit dem Kleeblatt-Virus infiziert wurden, tief ins Gedächtnis eingebrannt, wie Marcel Hemmers berichtet. „Es war Anfang der 80er, als mich mein Vater zum ersten Mal mit zu RWO genommen hat. Es ging gleich gegen RWE und als für uns das 1:0 fiel, hat mich die Stimmung einfach umgehauen. Von da an gab’s kein Zurück mehr.“

Bei Harry Hemmers war es der Großvater, der ihn mit RWO in Kontakt brachte. „Ich erinnere mich natürlich noch an eine Zeit, als Leute wie Franz Krauthausen über den Rasen gelaufen sind. Da sind schon über die Jahrzehnte viele schöne Erinnerungen zusammen gekommen.“

Dabei schätzt er vor allem eins an RWO: die Tradition. „Der Verein ist einfach ein Teil meines Lebens, wo man sich gegenseitig auf der Tribüne begrüßt und gemeinsam die nächsten 90 Minuten verbringt.“

Dabei sieht der gelernte Betriebsschlosser, der einst auf der Zeche Concordia arbeitete und später zum Hauptschullehrer für Chemie und Mathematik umschulte, die ruhige Malerei auch als Gegenstück zum emotionalen Fußball. „Da kann man schon aus sich rausgehen, auch wenn ich immer fair bleibe. Aber wenn der Schiedsrichter falsch entscheidet, dann lässt mir dass wie gegen RWE einfach keine Ruhe“, sagt Hemmers, der auf mittlerweile 86 Ölgemälde kommt, die teilweise sogar im Kleiderschrank zu finden sind.

Von Auftragsarbeiten hältHemmers ansonsten wenig

Der dreifache Vater und leidenschaftliche Billardspieler des BC Tackenberg fertigt seine Bilder übrigens in der heimischen Küche an, wobei er von Auftragsarbeiten nur wenig hält. „Im Bekanntenkreis werde ich oft gefragt, mal doch mal dies oder das für mich. Aber wenn man einmal damit anfängt, kommt man aus der Nummer nicht mehr raus.“

Vielleicht könnte Harry Hemmers ja, falls es RWO in dieser Saison in die dritte Liga schafft, noch ein Aufstiegsgemälde anfertigen. „Keine so schlechte Idee. Darüber muss ich nochmal nachdenken.“

Der Glaube an den Aufstieg seiner Rot-Weißen ist beim Künstler weiterhin groß. „Das muss auch sein, die Saison ist noch lang“, weiß er, wobei die Konkurrenz in dieser Spielzeit größer ist als noch in der letzten, wo es auf einen Zweikampf zwischen RWO und Viktoria Köln hinauslief. „Ich glaube, unsere Mannschaft hat ihr Maximum noch nicht erreicht. Wenn sie sich aber richtig gefunden hat, ist alles möglich. Schließlich werden die anderen auch nicht alle Spiel gewinnen.“ Das haben Essen und Rödinghausen zuletzt ja auch bereits gezeigt.

Ob RWO aufsteigt oder nicht, verewigt ist der Verein nun ohnehin auf dem Ölgemälde von Harry Hemmers. Was ein kleines Dankeschön vom Vater an den Sohn so alles bewirken kann. . .

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