DM im Clickball

Genia Milchin ist Deutschlands Bester im Ping Pong

Genia Milchin, hier bei einem Bundesligaspiel, war bei der Clickball-DM fokussiert.

Genia Milchin, hier bei einem Bundesligaspiel, war bei der Clickball-DM fokussiert.

Foto: Andreas Hofmann / WAZ

Oberhausen.  Der Buschhausener Tischtennis-Spieler Genia Milchin tritt gern bei Clickball-Wettkämpfen an. Jetzt sicherte er sich zwei Deutsche Meistertitel.

Michael Lange wollte seinen Augen nicht trauen. Genia Milchin spielte im Halbfinale der deutschen Clickball-Meisterschaft in Fulda geduldig aus der Distanz und schlug Robert Janke mit 2:0. „Ich musste über die Distanz kommen und habe auch aus der Vergangenheit gelernt“, lacht er. SC 1912-Teamchef Lange tippte auf geheime Meditationstechniken und wünscht sich die sicher auch für den Ligabetrieb des SC Buschhausen in der 3. Liga. Denn Milchin schlug nicht nur Janke, auch im Finale behielt er gegen Vorjahressieger Dwain Schwarzer (3:1) die Oberhand und wurde zum vierten Mal Deutscher Meister. Auch im Doppel setzte sich Milchin gemeinsam mit Sven Brockmüller gegen Fabian Wahl und Thorsten Birg durch.

Durch die Gruppe kam Milchin im Einzel fast gänzlich unbeschadet, verlor nur einen Satz gegen Sebastian Oehlmann. Auch SCB-Neuzugang Manuel Kupfer kam mit einer 4:2-Bilanz in die Endrunde. Da war für Kupfer zwar gegen Jan Stippich Schluss (1:2), doch Milchin zauberte weiter an der Platte. Einem Freilos in der ersten K.o-Runde folgte ein 2:0 über Florian Bierwirth, ein 2:0 über Sebastian Sauer und ein 2:0 über Michael Schneider bis zum Halbfinale gegen Janke.

„Ich wollte unbedingt Dritter werden, um mein Ticket zu lösen“, verrät Milchin. Der Titel sei nicht planbar, denn „man weiß nie, wer da antritt. Bereiten sich die Leute drauf vor oder kommen die so wie ich damals einfach aus dem Nichts zum Clickball.“ Eine Gegnerprognose kann da schwerfallen, Janke ist aber ein bekanntes Gesicht. Gegen Jankes Defensivtaktik bewies Milchin dann eben viel Geduld und guckte sich seinen Gegner punktuell aus. „Über den Turnierbaum konnte ich ja sehen, wer wahrscheinlich im Halbfinale wartet. Da stellt man sich dann schon ein bisschen drauf ein.“

Umkämpftes Finale im Einzel

Mit breiter Brust ging es dann auch ins Finale, beide hatten dennoch im Endspiel einige einfache Fehler drin. Schwarzer ging 10:7 in Führung, doch Milchin parierte mit einem 7:0-Lauf, ehe er dann mit 15:12 alles klar machte. Im zweiten Satz setzte sich Milchin mit 10:5 ab, doch diesmal ließ sich Schwarzer nicht abschütten und wehrte Milchins Satzball zum 14:12 mit einem Double-Point (nach Ansage zählt der Punkt doppelt) ab und sicherte sich den Satz über die Sudden-Death-Regel (der nächste Punkt entscheidet) mit dem 15:14. In Satz drei war Milchin wieder federführend und ließ mit dem 15:10 nichts anbrennen. Entscheidend nun die Chance auf den gewinnbringenden dritten Satz, in dem der Buschhausener erst einmal in Rückstand geriet. Doch ein 1:3 wandelte er schnell in ein 6:3 um.

Die Kräfte schwanden zusehends

Beiden merkte man nun aber auch schwindende Kräfte an, es ging bis zum 8:10 hin und her. Beide standen immerhin zwei Tage fast rund um die Uhr an den Tischen, Milchin kam gerade aus dem gewonnenen Doppelfinale. Schwarzer schien mit ein bisschen Glück doch noch auf den fünften Satz zu schielen und setzte sich mit 15:10 tatsächlich zum Entscheidungssatz durch. Dort schaffte es ebenfalls keiner der beiden sich so richtig abzusetzen, zum Seitenwechsel führte Milchin mit 7:6 und startete mit 4:0 das erste Mal einen kleinen Lauf. Schwarzer sagte den Double-Point an, doch statt zwei für ihn gab es zwei für Milchin, ein Netzroller darauf war er mit 14:6 nur noch eine zu kräftige Retour von Schwarzer vom vierten Meistertitel entfernt. „Ich war auch überrascht, beide Titel zu gewinnen. Aber das ist toll und gibt viel Selbstvertrauen für die kommende Saison.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben