Die Liga hat Geburtstag

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Vor 60 Jahren wurde die Oberliga West eingeführt und RWO gehörte dazu. Bis zur Einführung der Bundesliga 1963 die höchste Spielklasse

Die alte Oberliga West hat Geburtstag. Vor 60 Jahren wurde sie eingeführt. Zu den Gründungsmitgliedern zählten fünf Vereine aus Westfalen, drei vom Mittelrhein und fünf vom Niederrhein, darunter auch RWO. Die Kleeblätter waren selbstverständlich dabei. Ihre Qualifikation: Bis zum Kriegsende erstklassig in der Gauliga, Niederrheinmeister 1946 und 47 sowie Halbfinalist 1947 um die Meisterschaft der britischen Besatzungszone. wie es damals hieß.

Fortuna Düsseldorf, Hamborn 07, Vohwinkel 80 und Spfr. Katernberg kompletten das NR-Quintett. Der Mittelrhein stellte VfR Köln, Preußen Dellbrück und Alemanna Aachen. Westfalen: Schalke 04, Borussia Dortmund, Spvgg. Erkenschwick, VfL Witten 92, und STV Horst-Emscher.

Bis zur Einführung der Bundesliga 1963 waren die Oberligen im Norden, Süden, Westen, Berlin und Südwest die höchste Spielklasse. In diesen Tagen weist der Buchmarkt rückblickend auf die beim Publikum sehr populär gewesenen Oberligen hin. Eine der Ursachen waren reihenweise legendäre Nationalspieler: Fritz Szepan und Ernst Kuzorra (Schalke), Paul Janes (Fortuna Düsseldorf), Reinhold Münzenberg (Aachen), August Lenz (Dortmund), Willy Jürissen (RWO).

Start im Westen war am 14. September 1947. Und RWO begann gleich mit einem Paukenschlag: 5:2 (0:1)-Sieg beim STV Horst Emscher. Die Torfolge: 1:0 Kelbassa (10.), Günther 1:1 (49.), 1:2 Günther (51.), 2:2 Wieding (Foulelfmeter 70.), 2:3 Günther (83.), 2:4 Groß (85.), 2:5 Groß (88.). RWO: Willy Jürissen; Franz Pyta, Willi Ickeltrath; Hans Ostrycharczyk, Robert Schröder, Bruno Jezewski; Werner Stahl, Werner Günther, Gustl Groß, Werner Cornelissen und Heinz Otten.

Drei Tore von Werner Günther und zwei von Gustl Groß. Wer war dieser Groß? Der einzige im RWO-Team, der von weit her gekommen war. Der Name des Frankfurters wird bei den Kleeblättern erstmals in der Saison 1939/40 zu Kriegsbeginn genannt.

Gustl Groß war auf dem Flughafen Essen/Mülheim als Soldat stationiert. Einer seiner Vorgesetzten: Josef Hillen, später viele Jahre Jugendwart bei den Rot-Weißen. "Jupp" sorgte dafür, dass Groß bei RWO spielte - und immer frei bekam. Der Mittelstürmer hatte regen Anteil am Aufschwung der Kleeblätter. Seine Kampfkraft und seine Tore entschieden manches Spiel.

Gustl Groß, der Brechertyp, zählte zur Niederrheinauswahl, die 1942 den deutschen Länderpokal gewann - mit Willy Jürissen im Tor und Paul Scholz als Mittelläufer. Bedauert wurde sein Fehlen 1947 gegen den Hamburger SV, als RWO im Halbfinale um die Zonenmeisterschaft in Duisburg 1:3 verlor.

Gut ein Jahrzehnt spielte Gustl Groß für RWO. Ein bedauerlicher Missklang beendete sein erfolgreiches Gastspiel. Im ersten Oberligajahr stürmte er noch in 21 Spielen für RWO und schoss acht Tore. Nach der Saison 1948/49 (13 Spiele, acht Tore) nahm er eine Sperre in Kauf und wechselte zu Duisburg 08. In der zweiten Liga (!) spielte er unter anderem auch zusammen mit Charly Owsiani (SV 06 Osterfeld).

Ein anderer damaliger Mitspieler war Günther Brocker. Der spätere Bundesliga Trainer von RWO zur WAZ: "Gustl Groß war ein Talent, ein großer Fußballspieler, dem ich das Prädikat 1 gebe. Seine Zweikampfstärke war überragend. Er kümmerte sich auffallend um die jungen Spieler. Er war auch außerhalb des Platzes patent und blieb nach den Spielen noch bei uns."

Während seiner Duisburger Zeit blieben Gustl Groß und seine Frau stets Oberhausener. In der Rolandstraße an der Ecke Verbandsstraße führten beide noch einige Jahre eine Tankstelle, ehe sie ihren Wohnort in Richtung Süden verlegten.

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