Fußball-Relegation

Das „Wunder im Käfig“ war drin, doch Arminia muss absteigen

Die Entscheidung gegen Lirich. Grefraths Benno Dohmes trifft in der Nachspielzeit zum 2:1.

Die Entscheidung gegen Lirich. Grefraths Benno Dohmes trifft in der Nachspielzeit zum 2:1.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.   0:3 hieß es im Hinspiel in Grefrath, 2:0 in der 70. Minute im Liricher Käfig. Die Sensation lag in der Luft, aber Lirich schaffte es nicht.

Es schien alles angerichtet am Samstagabend für das große Fußballwunder. Die Hausherren führten nach der deutlichen Hinspielniederlage 2:0. Nach starken Regenfällen schien wieder die Sonne und der Käfig kochte. Doch als es dann in der Nachspielzeit das dritte Mal klingelte, jubelten die Gäste aus Grefrath auf dem Kunstrasen.

Nach aufopferungsvollem Kampf gewannen die Liricher zwar das Relegations-Rückspiel 2:1, verloren aber die Endabrechnung insgesamt mit 2:4 und müssen nach einem Jahr Bezirksliga wieder den Gang in die Kreisliga A antreten. „Wir waren sehr nahe dran, aber leider hat es nicht gereicht“, meinte ein dennoch stolzer Interims-Trainer Sascha Brücker, der eine sehr engagierte Partie im Käfig gesehen hatte.

Die Chancen waren da

Begonnen hatte alles gut für die Arminia, bei der man merkte, was alles auf dem Spiel stand. Nach 25 Minuten belohnten sich die Hausherren erstmals für ihren Einsatz, Bjarne Neumann zog einen Schuss außerhalb des Sechzehners sehenswert zur Führung in die lange Ecke. Die Liricher erhöhten den Druck, doch das 2:0 vor dem Halbzeitpfiff blieb ihnen verwehrt.

Dabei waren die Chancen da, die Schüsse von Robin Papert wurden geblockt oder verfehlten das Tor nur knapp. Jeremy Ulrich traf kurz vor der Halbzeit das Außennetz. Das Tor der Gastgeber, das von Reservekeeper Sven Pilawa gehütet wurde, war nicht einmal ernsthaft in Gefahr. Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild, die Gäste fanden nach wie vor kaum statt und Lirich wollte es wirklich wissen, Verteidiger Maurice Nellesen ließ die einzig richtig gute Chance aber ungenutzt.

In der 68. Minute trat Jeremy Ulrich nach einem Foul zum Elfmeter an und verwandelte sicher. Es fehlte noch ein Tor, und alle glaubten plötzlich an das „Wunder vom Käfig“. „Nach dem 2:0 keimte noch mal richtig Hoffnung auf, leider kam aber nichts Zählbares heraus,“ blickte Brücker zurück auf den emotionalen Höhepunkt der Partie.

Denn das Spiel hatte der Mannschaft bis dahin viele Körner gekostet, Grefrath kam besser ins Spiel und mit seinen Kontern immer öfter und gefährlicher vor das Tor. Pilawa warf sich aber in alles, was er halten konnte und ließ so die Hoffnung noch überleben. Als die Gäste dann mit dem Abpfiff den Anschlusstreffer erzielten, war der Abstieg für die Arminen endgültig besiegelt und die Spieler verständlicherweise am Boden.

„Ab der 80. Minute hat man uns den großen Kräfteverschleiß dann leider angemerkt. Unsere Angriffe wurden immer unkontrollierter und uns lief die Zeit davon. Wir haben wirklich alles versucht und uns dann leider mit dem Schlusspfiff das bittere 2:1 gefangen. Ich bin extrem traurig, dass wir es leider nicht geschafft haben“, fasste Brücker die Schlussphase und seine Emotionen nach Abpfiff zusammen.

Neuanfang in der Kreisliga A

Ein bitteres, schwieriges Jahr geht bezeichnend zu Ende: Oftmals waren die Liricher nahe dran, um dann am Ende doch mit leeren Händen dazustehen.„Ich muss allen Spielern ein großes Kompliment machen. Sie haben alles versucht und reingehauen, deswegen kann ich keinem was vorwerfen“, lobte Brücker seine Mannschaft, die er wegen der schwierigen Personallage mit vier Spielern aus der zweiten Mannschaft besetzen musste.

„Auch die Spieler, die den Verein verlassen, haben bis zum Schluss aufopferungsvoll gekämpft.“ Zwar war die Aufholjagd der Aufsteiger nicht vom Erfolg gekrönt, ein starkes Spiel hatten die Arminen dennoch gezeigt. Jetzt geht es den bitteren Gang zurück in die Kreisliga A, in der die Liricher dann wieder voll angreifen und erneut den Sprung in die Bezirksliga anvisieren wollen. Mit den Trainern Jens Szopinski und Torsten Nienhaus sowie vielen Neuzugängen wird die Arminia im August die neue Spielzeit angehen.

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