Boxen

Boxer Abass Baraou: „So schnell wie möglich wieder kämpfen“

Derzeit befindet sich Abass Baraou bei seiner Familie in Oberhausen und versucht sich, so gut wie möglich fit zu halten.

Derzeit befindet sich Abass Baraou bei seiner Familie in Oberhausen und versucht sich, so gut wie möglich fit zu halten.

Foto: Fabian Strauch / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Wegen der Corona-Krise muss sich auch Oberhausens Box-Ass Abass Baraou in Geduld üben. Was das Training angeht zeigt sich der 25-Jährige kreativ.

„Ich war schon enttäuscht“, gibt Abass Baraou zu. Der Oberhausener Boxer war obenauf und hätte gern Anfang April seinen zehnten Profi-Sieg eingefahren. Der Kampf in Hamburg wurde allerdings abgesagt: wegen Corona! Nun sitzt Baraou auf heißen Kohlen und versucht, ein Gleichgewicht zwischen Training und Freizeit zu finden.

Baraou war in London, als sich auch in Deutschland die ersten Corona-Fälle breit machten. „Man bekommt das mit, aber in erster Linie war ich im Trainingslager auf meinen nächsten Kampf fokussiert“, verrät der Deutsche Meister im Weltergewicht. Mit seinem neuen Trainer Adam Booth war er nämlich in der heißen Vorbereitungsphase und bester Dinge. „Über den Boxstall Sauerland kam der Kontakt zustande, erst einmal die gemeinsame Arbeit auszuprobieren“, verrät Baraou. Der Brite Booth, dessen berühmtester Schützling David Haye war, war mit dem Oberhausener unterwegs. Beide stellten schnell fest, dass die Chemie stimmt.

„Wir hatten gerade angefangen, Gas zu geben“

„Das passte von Beginn an sehr gut, und ich wollte dann auch erstmal keinen anderen ausprobieren, sondern mit ihm weiterarbeiten“, erzählt Baraou. Das Management fand eine Einigung mit Booth, und Baraou war mit seinem neuen Coach im Trainingslager. „Wir hatten gerade angefangen, Gas zu geben. Ich habe mich sehr auf den nächsten Kampf gefreut, weil ich schnell gemerkt habe, dass mir das Training mit ihm etwas bringt. Ich hatte Weltklasse-Partner und war bereit. Dann kam Corona.“

Erst kam die Absage des Kampfes, dann vermehrten sich die Nachrichten, dass es gar nicht mehr so einfach sein könnte, in London zu trainieren und nach Deutschland zurückzukommen. „Das war natürlich schade, aber ich wollte auch so schnell es geht zu meiner Familie“, zeigte sich Baraou besorgt.

„Ich will so schnell wie möglich wieder kämpfen“

Mit dem Flieger nach Deutschland, dann über Nacht nach Oberhausen. „Ich bin jetzt ein paar Tage hier, noch geht es ganz gut. Noch ist es nicht so langweilig, ich habe ein paar Filme gefunden, die mir gut gefallen“, lacht Baraou. Darüber nutzt er die Zeit mit der Familie und den Freunden: „Ich war ja immerhin vier Wochen weg.“

Mit der Mama einkaufen zu gehen, steht dann eben auch mal auf dem Plan. Aber auch „Netflix oder Freunde nerven“. Daneben bleibt natürlich auch Sport. „Ich laufe gern und viel“, erklärt Baraou. Fit bleiben muss er, der zehnte Kampf wird ganz sicher so schnell wie möglich folgen. Sponsorenverträge werden auch beim größten deutschen Boxstall an Veranstaltungen und Kämpfe geknüpft sein, eine lange Sportpause wird auch der Sauerland-Boxstall spüren. „Ich will so schnell wie möglich wieder kämpfen“, betont Baraou.

„Ich halte mich fit, so gut es geht“

„Aktuell muss ich kreativ werden. Die Hallen sind zu, da bleibt mir nicht viel. Ich kann aber neben dem Joggen auch im Wald Schattenboxen machen, und ein paar Gewichte habe ich auch Zuhause. Vor dem letzten Kampf in Hamburg habe ich mich ja auch weitestgehend alleine vorbereitet. Ich mache mir da keine großen Sorgen“, betont der Oberhausener optimistisch.

Ansonsten ginge es auch darum, einfach mal die Zeit mit der Familie zu genießen. „Das kann man nicht genug machen, bevor es dann wieder an die Arbeit geht.“ Langweilig wird es einer Frohnatur wie Baraou wohl so schnell nicht, faulenzen kann er ja nicht mal im Urlaub, da stört ihn auch das Wetter so schnell nicht. „Ich halte mich fit, so gut es geht. Sobald es möglich ist, will ich wieder nach London, um mich auf meinen nächsten Kampf vorzubereiten.“

Baraou hat große Ziele und einen guten Lauf, da kann so eine Zwangspause gar nicht schnell genug vorübergehen.

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