Fußball bei den Amateuren

Absagen wegen Corona-Verdacht: Die Luft wird wieder dünner

Der ESV Hohenbudberg (schwarz) als Duisburger Verein hatte Glück, er durfte an diesem Wochenende in der Bezirksliga noch einmal spielen, auf Oberhausener Boden. Gastgeber Arminia Klosterhardt II freute sich am Ende aber über den 3:2-Sieg nach 0:2-Rückstand.

Der ESV Hohenbudberg (schwarz) als Duisburger Verein hatte Glück, er durfte an diesem Wochenende in der Bezirksliga noch einmal spielen, auf Oberhausener Boden. Gastgeber Arminia Klosterhardt II freute sich am Ende aber über den 3:2-Sieg nach 0:2-Rückstand.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Am Wochenende wurden in den Amateur-Klassen zahlreiche Spiele abgesetzt. Die Vereine sorgen sich um die Gesundheit aller Beteiligten.

Im Fußballkreis 10 mit Oberhausen und Bottrop fiel es am ärgsten auf. Corona hat den Sport wieder voll im Griff. Freitagabend bereits waren acht Fußball-Partien mit Bottroper Beteiligung wegen dortiger Corona-Verdachtsfälle abgesagt, natürlich auch gegen Oberhausener Teams.

Der SV 1911, SV Vonderort II, Fortuna Bottrops Frauen und der VfB Kirchhellen wussten bereits Donnerstag, dass sie am Wochenende die Füße hochlegen können. Am Freitag kamen dann der FC Bottrop, Rhenania, die Frauen des VfL Grafenwald und Dostlukspor Bottrop hinzu. Die Luft wird dünner.

Heimrechte werden getauscht

Dostlukspor hatte sich auf die Begegnung mit dem RWO-Team 12 gefreut – mit „Fußballgott“ Mike Terranova, der mit 43 Jahren in der Kreisliga A trifft, wie er will. Doch ein Coronafall bei den Oberhausenern verhindert diesen Höhepunkt.

Die Absagen werfen innerhalb der Teams langsam Fragen auf, völlig unabhängig von der Liga. In Duisburg wurde Fußball komplett abgesagt, was zu der kuriosen Situation führte, dass Heimrechte schnellstens mit Unterstützung der Staffelleiter getauscht wurden und in der Bezirksliga etwa die DJK Vierlinden bei Adler Osterfeld antrat, um in der Rückrunde (vielleicht) Heimrecht zu genießen. Duisburger Sportfotografen wurde nach Oberhausen geschickt, um die Partie Arminia Klosterhardt II gegen ESV Hohenbudberg aus Duisburg abzubilden, mangels Duisburger Sportereignissen für die Wochenendausgabe der Zeitungen.

Sorgen um Gesundheit, Sorgen zum Zusammenbruch des Spielbetriebes

Gleiches geschah beim Auftritt des Bezirksliga-Spitzenreiters VfB Bottrop bei Schlusslicht BW Oberhausen. Mangels abbildbarer Sportereignisse in Bottrop waren die Kollegen dieser Stadt am Wochenende in Oberhausen vertreten. Das Ruhrgebiet gilt flächendeckend als Corona-Risikogebiet. Der Amateurfußball macht trotzdem weiter. Die Argumente, auch den Fußballspielbetrieb zu stoppen, liegen dabei nahe. Die Vereine haben Sorgen um die Gesundheit – und Sorge, dass der Spielbetrieb zusammenbricht.

Zwar gibt es weiterhin null bestätigte Virus-Übertragungen auf dem Spielfeld. Fußball könne man nicht einmal wirklich als Kontaktsport bezeichnen, sagte zuletzt Dr. Tim Meyer, Leiter der DFB/DFL-Task-Force Sportmedizin. Das heißt aber nicht, dass der Spielbetrieb unproblematisch ist, was das Infektionsgeschehen angeht. Zum Fußball gehört ja auch das Drumherum, von der Bratwurstbude über den Mannschaftskreis bis zum Bier unter der Dusche. Die Spielausfälle sind dazu organisatorisch zu betrachten. Eines von vielen Beispielen: Bei Westfalenligist DJK Hordel wurde zum dritten Mal eine Partie wegen Corona abgesetzt – am 8. Spieltag.

Stimmung droht zu kippen, Hoffen auf Allerheiligen

Verharmlosen wollen die Fußballverbände Niederrhein und Westfalen FLVW die Lage nicht. Vergangenen Donnerstag tagten die FLVW-Verantwortlichen, ein Abbruch des Spielbetriebs stand nicht zur Debatte. Das bekräftigte der Verband Freitag nochmals. Nun hoffen viele, dass das weitgehend spielfreie kommende Wochenende eine Ruhepause bringt.

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