Feldhockey Damen 1. Bundesliga

Wasserschlacht mit Sieg der Moral

Die elfte Feldspielerin machte den Uhlenhorsterinnen große Probleme – hier versucht Dinah Grote, die „Torfrau“ der Mannschaft aus Harvestehude im Spielaufbau zu stören.

Die elfte Feldspielerin machte den Uhlenhorsterinnen große Probleme – hier versucht Dinah Grote, die „Torfrau“ der Mannschaft aus Harvestehude im Spielaufbau zu stören.

Foto: Jörg Schimmel

Die Uhlenhorster Damen bezwingen in einem denkwürdigen Spiel Harvestehude. Dabei traten die Gäste aus Hamburg komplett ohne Torhüterin an.

HTC Uhlenhorst -
Harvestehuder THC 2:1 (0:1)

Tore: 0:1 (8., KE), 1:1 (49.) Kresken, 2:1 (51.) Kresken
HTCU: Jovy, Correia - von Hülsen, Freudenberg, Schaunig, Birkner, M. Kiefer, Grote, Barth, Schmiedel, Kresken, Apeltrath, Scheuten, K. Kiefer, Terber, Neuheuser, Meister
HTHC: Fr. Hähner, Hartmann, Arai, King, Rickert, Saenger, Nolting, Poppe, Trütken, Laginja, Steyrer, Fe. Hähner, Hauke, Laciná, Winkler, Decsyova
Ecken: 0 (0) - 5 (1).
Grüne Karten: Fr. Hähner unsportliches Verhalten, Saenger Foulspiel, Laciná unnsportliches Verhalten
Gelbe Karten: Laciná Foulspiel, Hauke unsportliches Verhalten
Zuschauer: 75.
Schiedsrichter: D. Lindemann / R. Müller

Alle runter, auf den Bauch in die Pfütze und laut kreischen – nach dem Spiel hatten die Uhlenhorster Spielerinnen natürlich richtig Spaß im Regen. Kein Wunder nach dem 2:1-Sieg über den Harvestehuder HTC. Es waren vor allem unverhoffte Feierlichkeiten nach einem denkwürdigen Spiel, in dem es lange so aussah, dass wenn überhaupt jemand punkten würde, dies die Gäste aus der Hansestadt sein würden.

„Es war vorher klar, dass das kein Schönwetterspiel werden würde – unabhängig vom Wetter“, war Uhlen-Trainer Benjamin Hinte glücklich, „aber den Sieg haben wir uns erkämpft und verdient.“

Gäste spielten die ganze Zeit mit elf Feldspielerinnen

Dabei waren die Gäste komplett ohne Torhüterin angetreten. Nachdem der HTHC nämlich sowieso nur mit einer Torfrau in den Doppelspieltag gegangen war, hatte die sich auch noch am Samstag in Mannheim verletzt. Am Sonntagmittag in Mülheim standen so über die komplette Spielzeit elf Feldspielerinnen auf dem Platz, eine mit einem grünen Leibchen als Torfrau gekennzeichnet. Und das brachte die Mülheimerinnen sichtlich aus dem Konzept.

„Es ist vor allem eine Kopfsache“, versuchte Hinte nachher zu erklären. „Der Druck, in den Kreis zu kommen, ist plötzlich viel größer – und dann weiß man natürlich, dass der Gegner eine Verteidigerin mehr hat und alles reinwirft, um den eigenen Kreis zu verteidigen.“ Erst recht, nachdem die Gäste eine ihrer Handvoll Strafecken im ersten Viertel nutzten und 1:0 in Führung gingen.

Lange Unterbrechung im dritten Viertel

So quälte sich das Spiel ins dritte Viertel, der Regen wurde immer stärker und besonders auf der Platzseite zum Clubhaus hin entwickelten sich immer größere Pfützen – das Tor, auf das die Uhlenhorsterinnen in Hälfte zwei spielen mussten. Ständig blieben Bälle liegen, Pässe verhungerten, was es noch schwieriger machte, in den Schusskreis zu kommen. Bei noch acht Minuten im dritten Viertel hatte der Schiedsrichter ein Einsehen und schickte die Teams in die Kabinen – erstmal für fünf Minuten, hieß es.

Das Wetter besserte sich nicht und so kam es zu kuriosen Szenen. Auf der einen Seite waren die Hamburgerinnen, die natürlich unbedingt zu Ende spielen wollten. Auf der anderen Seite die Mülheimerinnen, die klitschnass und durchgefroren in der Kabine saßen – nur Dinah Grote steckte, dick in eine Decke eingewickelt, den Kopf aus der Tür und erkundigte sich, wie es weitergehen sollte.

Spiel wird doch nicht abgebrochen

Nachdem ein Wechsel auf den oberen Platz vom Tisch war, ergriffen die Gäste die Initiative und zogen den Großteil des Wassers mit Bierbänken vom Platz. Nach einer halben Stunde und kurzer Aufwärmphase pfiffen die Schiedsrichter wieder an – gegen den Willen der Uhlenhorsterinnen, die aber das beste daraus machten.

Das Spiel wurde hektisch, insgesamt sammelte der HTHC fünf Zeitstrafen. Zehn Minuten vor Schluss war es Maren Kiefer, die den Ball einfach hoch vors Tor lupfte – Aina Kresken hielt den Schläger rein, 1:1, auch wenn Harvestehude protestierte. Kaum eine Minute später war es wieder Kresken, die im Nachsetzen ins (natürlich immer noch) leere Tor traf. Mit viel Kampf und Härte sowie einer starken Parade von Femke Jovy verteidigten die Uhlen diese Führung – und feierten dann in den großen Pfützen, die ihnen lange das Leben so richtig schwer gemacht hatten.

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