Badminton Bundesliga

Playoff-Viertelfinale: Aufschlag Richtung Final Four

Volle Kraft voraus: Robin Tabeling macht am Sonntag sein letztes Spiel in der Innogy-Halle, bevor er Dänemark wechselt. Alexander Robbers (li.) ist mit einem wichtigen Punkt eingeplant.

Volle Kraft voraus: Robin Tabeling macht am Sonntag sein letztes Spiel in der Innogy-Halle, bevor er Dänemark wechselt. Alexander Robbers (li.) ist mit einem wichtigen Punkt eingeplant.

Foto: Tamara Ramos

Der 1. BV Mülheim will gegen den Deutschen Meister Refrath in die Finalspiele. Doch die Personalsituation spricht für die Gäste.

Etwas mehr als ein halbes Jahr, 18 Bundesligaspieltage, 126 Spiele und 481 Sätze haben die Badminton-Asse des 1. BV Mülheim in dieser Saison hinter sich gebracht, um am Ende hier zu stehen: Im Playoff-Spiel, in der K.O.-Runde, die am Ende dazu berechtigt, im Final Four um den Deutschen Meistertitel zu spielen. Kurz gesagt: Es ist der bisherige Saisonhöhepunkt für den 1. BVM, und der findet auch noch in eigener Halle statt – und gegen den amtierenden Deutschen Meister TV Refrath.

Auf der anderen Seite der Erde

Reizvoller könnte die Ausgangslage für die von Teammanager Steffen Hohenberg zusammengestellte Auswahl also nicht sein. Als Drittplatzierter gehen die Mülheimer auf dem Papier als Favorit ins Spiel, aber das hat nicht viel zu bedeuten.

Denn während die Gäste aller Voraussicht nach in Bestbesetzung antreten können, weilen zwei Mülheimer Punktegaranten auf der anderen Seite des Planeten.

Adam Hall stand am Freitagnachmittag (Ortszeit/ Freitagfrüh MESZ) im Viertelfinale der Commonwealth Games in Gold Coast, Australien. Er schied mit seinem Doppelpartner Alex Dunn gegen ein malaysisches Duo aus. Für ihn gilt aber, genau wie für Mülheims Nummer eins Niluka Karunaratne, für den am Donnerstag schon im Achtelfinale Endstation war: Einsatz am Sonntag absolut ausgeschlossen.

Und so könnte sich die Geschichte aus der Bundesliga-Hauptrunde wiederholen, in der sich Refrath und Mülheim schon zweimal gegenüberstanden, wobei jeweils die Auswärtsmannschaft das Spiel mit 5:2 für sich entscheiden konnte – in beiden Fällen auch, weil die Gastgeber jeweils nicht komplett antreten konnten.

Die Bilanz ist bislang ausgeglichen

Beim Hinspiel im November fehlte dem TVR Doppelspezialistin Carla Nelte. Beim Rückspiel in Mülheim trat der 1. BV Mülheim gleich ohne Lara Käpplein, Johanna Goliszewski, Robin Tabeling und Zvonimir Hölbling an – und war dementsprechend chancenlos. Ein ähnliches Szenario ist angesichts der Personallage auch am Sonntag in der Innogy-Sporthalle denkbar. Trotzdem ist man im Mülheimer Lager optimistisch. „Durch die Ausfälle sind wir sicherlich Außenseiter“, glaubt Teammanager Steffen Hohenberg, „ aber die Ausfälle haben die übrigen Spieler noch mehr motiviert. Die sind alle heiß auf das Spiel.“

Eine Schlüsselpartie dafür ist sicher das zweite Herreneinzel: Routinier Alex Roovers spielt seit Wochen in bestechender Form und hat eine Siegquote von 87 Prozent vorzuweisen. Er trifft auf den erst 17-jährigen Iren Nhat Nguyen. Gut möglich, dass es hier zum Showdown kommt.

Erster Aufschlag ist am Sonntag um 17 Uhr in der Innogy-Sporthalle. Dann gilt es, dann geht es um das Saisonziel. Man peile einen Platz unter der den ersten Vier an, hatte Hohenberg vor der Saison ausgegeben. Genau darum geht es nun.

Besondere schottische Motivation

Für zusätzliche Motivation sorgte Adam Hall, der Anfang der Woche aus Australien eine Botschaft ins Ruhrgebiet schichte: Im Falle eines Sieges gegen Refrath werde er, versprach der Schotte. beim Final Four in Saarbrücken in einem traditionellen Kilt antreten.

126 Spiele an 18 Spieltagen hat der 1. BVM in dieser Saison absolviert, einen guten dritten Platz erkämpft. Nach sieben weiteren am Sonntagabend wird aber erst klar sein, was diese Spiele wert waren.

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