Leichtathletik

Ole Willems: Die Jagd auf die Zwei-Meter-Marke

Ole Willems vom Dümptener TV bei seiner Paradedisziplin: dem Hochsprung. Der 16-Jährige startet als Mitfavorit bei der DM in Ulm in der U18-Altersklasse.

Ole Willems vom Dümptener TV bei seiner Paradedisziplin: dem Hochsprung. Der 16-Jährige startet als Mitfavorit bei der DM in Ulm in der U18-Altersklasse.

Foto: Udo Gottschalk / FFS

Der 16-jährige Hochspringer vom Dümptener TV hat sich für die Deutsche Meisterschaft in Ulm qualifiziert. Sein Coach traut ihm eine Medaille zu.

Seine persönliche Bestleistung hat Ole Willems nicht geknackt. Nicht weiter tragisch, denn für den Sieg bei den Nordrhein-Meisterschaften am vergangenen Wochenende hat es so oder so gereicht. Der erst 16-Jährige Hochspringer hat seine Konkurrenz dabei regelrecht deklassiert.

Mit seinen gesprungenen 1,93 Metern lag er neun Zentimeter vor dem Zweitplatzierten Arne Röhl aus Köln, 14 Zentimeter waren es sogar auf Lennart Lauck (Wuppertal), der mit 1,79 Metern in der Altersklasse U18 Dritter wurde. Dieser eindeutige Vorsprung sei kein Zufall, denn: „Er ist der dominante Hochspringer zurzeit in Nordrhein-Westfalen. Das kann man so festhalten“, sagt sein Trainer Bernd Wiebels (54).

Quali-Norm in Weinheim gesprungen

Es waren ohnehin zuletzt sehr erfolgreiche Wochen für den jungen Mülheimer. Denn nur eine Woche vor den Nordrhein-Meisterschaften sprang er 1,95 Meter bei den Chrono Classics in Weinheim, einem internationalen Sportfest mit Top-Athleten. Mit dieser Weite qualifizierte er sich nämlich für die Deutschen Meisterschaften in Ulm, die Ende Juli stattfinden. „Seine Leistungen waren in den vergangenen Wochen wirklich toll“, lobt Wiebels um sofort aber wieder in den analytischen Bereich überzugehen: „Manchmal hat er aber noch so seine Probleme mit dem Absprung.“

Ein Grund, weshalb Willems noch nicht die ominöse Zwei-Meter-Marke übersprungen hat, sei sein Kopf. Der spiele manchmal einfach noch nicht. „Das ist aber in seinem Alter völlig normal, dass vor dem Absprung der Kopf plötzlich anfängt, zu denken“, erklärt sein Coach. Dann könne es auch im Training mal vorkommen, dass er es mal nicht über 1,75 Meter schafft.

Schlechte Bedingungen in Mülheim

Umso beeindruckender für Wiebels und den gesamten Dümptener TV daher, dass Willems unter Wettkampfbedingungen derzeit schon in einer bestechenden Früh-Form sei. Schließlich hat die Freiluft-Saison der Leichtathleten ja gerade erst so richtig begonnen.

Neben den Trainingseinheiten in seiner Heimatstadt übt der Hochspringer auch noch in Essen-Überruhr beim TLV Germania Überruhr unter Tim Husel auf Kaderebene. Dort dann unter deutlich besseren Bedingungen als in Mülheim. Schließlich besitzt die Stadt noch immer keine Tartanbahn, auf der Leichtathleten trainieren können. Sehr zum Unmut für Wiebels: „Die Bedingungen sind wirklich nicht gut. Bislang ist die Stadt uns noch nicht entgegengekommen.“ Unter besseren Voraussetzungen könnten Willems und Co. vielleicht auch noch ein Stückchen besser sein.

So oder so ist die erreichte Quali-Norm für die Deutsche Meisterschaft in Ulm ein großer Erfolg für Willems, Wiebels und den DTV. Dem 16-Jährigen traue er in seiner Altersklasse U18 durchaus auch etwas zu, denn: „Von den Leistungen her liegt Ole bundesweit auf Platz 3. Bleibt er gesund, halte ich eine Platzierung unter den besten Drei für realistisch.“

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