Feldhockey Pro League

Nationalmannschaft: Grand Final steigt ohne deutsche Herren

Die erste Pro-League-Saison ging am Wochenende in Krefeld zu Ende – nach den beiden Niederlagen gegen Belgien und Australien steht fest, dass Deutschland sich nicht fürs Grad Final in Amsterdam qualifiziert.

Die erste Pro-League-Saison ging am Wochenende in Krefeld zu Ende – nach den beiden Niederlagen gegen Belgien und Australien steht fest, dass Deutschland sich nicht fürs Grad Final in Amsterdam qualifiziert.

Foto: Lukas Schulze

Niklas Bosserhoff hätte den Verlauf des Spiels beim 1:2 gegen Australien ändern können. Dem Stürmer aus Mülheim fehlten aber wenige Millimeter.

Es war nicht einmal ein ganzer Schritt, höchstens ein paar Millimeter, die Niklas Bosserhoff zu spät kam: Gute neun Minuten waren in Krefeld noch zu spielen, als der junge Angreifer des HTC Uhlenhorst am langen Pfosten nur noch den Schläger hinhalten musste, es wäre das 1:1 im Spiel gegen Australien gewesen. Im Fallen traf Bosserhoff den Ball die Hereingabe von Marco Miltkau aber nicht perfekt, verfehlte das Tor aus kurzer Distanz. Nur eine Minute später lag Bosserhoff wieder am Boden, diesmal auf der anderen Torlinie – nach einer Ecke hatte Australien zum 0:2 getroffen, der Mülheimer hatte hinter Torwart Aly keine Chance. Am Ende stand eine 1:2-Niederlage für Deutschland und damit die Klarheit: Das erste Grand Final der FIH Hockey-Pro-League wird ohne die deutsche Nationalmannschaft stattfinden.

Bosserhoff trifft daran sicher nicht die größte Verantwortung, diese beiden Szenen innerhalb einer Minute passten aber zum Auftritt des gesamten deutschen Spiels: Deutlich stärker als bei der 0:8-Klatsche am Mittwoch gegen Belgien, gegen die abgezockten Australier aber einfach nicht effektiv genug. Während Deutschland mehrere gute Chancen vergab, nutzte Australien einen individuellen Fehler und eine Strafecke für zwei Tore – eiskalt.

Vier Uhlenhorster spielen, Julius Meyer nicht im Kader

Bundestrainer Stefan Kermas, der mit Benedikt Fürk, Timm Herzbruch, Malte Hellwig und eben Bosserhoff wieder auf vier Spieler vom deutschen Meister Uhlenhorst Mülheim setzte, hatte gemischte Gefühle: Er sah die Partie „von der einen Seite positiv, weil eine gute Reaktion, von der anderen Seite völlig enttäuschend, weil das nicht das Ergebnis war, das wir so sehr wollten.“

Man habe das Spiel zwar immer unter Kontrolle gehabt und eine gute Einstellung gezeigt – nur im Angriff hätte sich seine Mannschaft nicht belohnt, so Kermas. Dabei hatten die Australier, die nach dem Sieg die Tabelle der Pro League weiterhin anführen, den besseren Start.

Anschlusstreffer kommt zu spät

Erst kurz vor dem Ende des ersten Viertels hatte Deutschland die erste Doppelchance durch Florian Fuchs und Timo Oruz. Auch das zweite Viertel bleib trotz einer ganzen Reihe deutscher Chancen ohne Tore – unter anderem wurde aus einem Torschuss von Bosserhoff eine Flanke, die aber keine seiner Teamkollegen verwandeln konnte. Nach einem Fehlpass von Mathias Müller (Polo Hamburg) erzielte Australien in der 42. Minute die Führung.

Deutschland stürmte, unter anderem verpasste Bosserhoff wie eingangs beschrieben um Millimeter den Ausgleich – um auf der anderen Seite das 0:2 hinnehmen zu müssen. Deutschland nahm den Torwart vom Feld, in Überzahl traf Marco Miltkau auch zum Anschluss – die danach verbleibenden 80 Sekunden reichten aber nicht für eine weitere Chance. Mit 20 Punkten aus 14 Spielen schließt Deutschland die Pro League als Sechster ab und verpasst das erste Grand Final, das Ende des Monats in Amsterdam stattfindet.

EM steigt im August in Antwerpen

Für die Nationalspieler, darunter ja auch fünf Uhlenhorster (Julius Meyer stand Sonntag nicht im Spieltagskader), bedeutet das eine längere Pause bis in den Juli – dann beginnt die Vorbereitung auf die Europameisterschaft.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben