Fußball Weltmeisterschaft

Mülheimer Philip Hüsgen reist 7757 Kilometer durch Russland

Philip Hüsgen blättert im Katalog seines Arbeitgebers, der die Reisen zur Fußball WM in Russland organisiert. Er ist mittendrin.

Philip Hüsgen blättert im Katalog seines Arbeitgebers, der die Reisen zur Fußball WM in Russland organisiert. Er ist mittendrin.

Foto: Herbert Höltgen

Der Mülheimer Philip Hüsgen arbeitet für ein Reiseunternehmen und begleitet die deutsche Nationalmannschaft durch die Gruppenphase.

Die Nationalmannschaft ist bereits gestern nach Russland aufgebrochen, heute packt Philip Hüsgen sein Deutschlandtrikot mit der Rückennummer 13 in den Koffer, steigt ins Flugzeug und startet in sein WM-Abenteuer. Bis zum 29. Juni bleibt er in Russland, macht Station in Moskau, Sotschi und Kasan – den Spielorten der deutschen Nationalmannschaft in der Vorrunde. Während Jogis Jungs gegen Mexiko, Schweden und Südkorea um den Einzug ins Achtelfinale spielen, kümmert sich Hüsgen um rund 350 Fußballfans, die eine Reise zur WM gebucht haben.

Die vergangenen Wochen waren stressig. Philip Hüsgen musste die Reise nach Russland vorbereiten, gleichzeitig stand er mit KHTC Mülheim zum letzten Mal in der 2. Hockey-Bundesliga auf dem Platz. Seine Karriere wird er beenden, Job und Familie fordern seinen vollen Einsatz. „Ich habe mich lange auf diesen Moment vorbereiten können“, sagt er. Und außerdem warten ja neue Aufgaben auf ihn.

Am Abend treten Reiner Calmund und Matze Knop auf

So wie in den kommenden 16 Tagen. Dann nämlich ist der 31-Jährige, der in Russland seinen Geburtstag feiern wird, für die An- und Abreise und das Rahmenprogramm der Schlachtenbummler verantwortlich, die die deutsche Elf vor Ort unterstützen. Außerdem hat er den direkten Draht zu den Hotels. „Mein Job ist es dafür zu sorgen, dass alles passt. Vom Flughafentransfer bis zum Abendprogramm“, verrät er. Dann treten beispielsweise auch Reiner Calmund und Matze Knop auf.

Er hofft auch selbst etwas von der Weltmeisterschaft mitzubekommen. „Geplant ist, ein Spiel im Stadion zu sehen, vielleicht klappt es sogar in Sotschi und Kasan“, hofft er, die Löw-Elf live zu erleben. Der Hockeyspieler hat früher häufig auf Bolzplätzen und Garagenhöfen gekickt, ist Anhänger des FC Bayern München. In der heimischen Gartenlaube hängen allerdings vornehmlich Hockeyschläger, Wimpel und Schals.

Wenn Deutschland gerade einmal nicht spielt, sorgen Philip Hüsgen und seine Arbeitskollegen von Vietentours für ein abwechslungsreiches Programm. „Wir organisieren beispielsweise Stadtführungen“, verrät der Mülheimer. Wenn er als Begleitung mit dabei ist, ist das auch für ihn eine gute Gelegenheit, Land und Leute kennenzulernen. „Ich bin gespannt darauf, freue mich mittendrin dabei zu sein. Es ist zwar eine Menge Arbeit, aber es wird bestimmt auch die Möglichkeit geben, etwas vom drumherum mitzubekommen“, sagt Hüsgen.

„Fußballfans sind mit dem Herz dabei“

Er war bereits bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro mit dabei, hat Länderspiele und Pokalendspiele begleitet. „Ein Fußballturnier hebt sich immer ab. Die Fans fiebern alle für die gleiche Sportart. Sie lieben den Fußball, sind mit dem Herz dabei“, erklärt der Familienvater. Entsprechend groß ist seine Vorfreude.

Einige aus der Reisegruppe haben Tickets für die ganze WM gebucht. Wer Karten für die Spiele hat, kann den Rest von Philip Hüsgen und seinen Kollegen organisieren lassen. Hüsgen wird, wenn das Turnier in die K.o.-Phase startet, schon wieder in Deutschland sein. Er hofft, die Nationalmannschaft dann im Fernsehen weiter verfolgen zu können. „Das macht eine WM doch auch aus. Mit Freunden die Spiele zu gucken“, sagt er.

Dann wird er auch wieder sein Trikot mit der Rückennummer 13 anziehen, das er vorher 7757 Kilometer lang von Düsseldorf, durch Russland und wieder zurück getragen hat. Auf seiner Reise zur Fußball Weltmeisterschaft.

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