Manege frei für die „Young Lions“

Die Sporthalle an der Von-der-Tann-Straße in Styrum bietet an diesem Tag ein eher ungewohntes Bild. Eine bunt gemischte Kindermeute hüpft kreuz und quer durch die Halle und läuft unterschiedlichsten Bällen hinterher. Überall auf dem Boden liegen Matten, Seilchen, Kisten oder Ringe verteilt. Auf der Tribüne sitzen einige Eltern und beobachten das bunte Treiben.

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Die Sporthalle an der Von-der-Tann-Straße in Styrum bietet an diesem Tag ein eher ungewohntes Bild. Eine bunt gemischte Kindermeute hüpft kreuz und quer durch die Halle und läuft unterschiedlichsten Bällen hinterher. Überall auf dem Boden liegen Matten, Seilchen, Kisten oder Ringe verteilt. Auf der Tribüne sitzen einige Eltern und beobachten das bunte Treiben.

Andere hingegen haben gleich selbst die Sportschuhe geschnürt und stürzen sich mit ins Getümmel. Der kleine Chris trägt mit beiden Händen einen viel zu großen Ball und bekommt ihn kaum zu fassen. Er hat ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Klein, aber laut“ an, irgendwie passend.

Seit Mitte November gibt es in Styrum eine Ballspielgruppe, die „Young Lions“. „Wir nennen es zwar so und wir machen natürlich auch viele Spiele mit Bällen, aber das ist lange nicht alles“, erklärt Initiator und DJK-Styrum-Urgestein Stephan Schmidt. „Wir wollen die Kinder einfach in Bewegung bringen und eine Alternative zur Play Station bieten“, so Schmidt weiter. So gehören unter anderem vielerlei Übungen zur Stärkung des Stabilitäts- und Gleichgewichtssinns zum wöchentlichen Programm. Das Ganze natürlich spielerisch, wie beispielsweise auf einer Weichbodenmatte, auf der die Kinder sich aufrecht halten müssen. Das Schwierige daran: Die Matte liegt nicht auf dem Boden, sondern auf Bällen, die hin und her rollen.

Harte Probe für den Betreuer

Außerdem zieht die andere Gruppe in alle Richtungen an der Matte, um die Kinder auf der Matte zu Fall zu bringen. Besonders viele Freude hatten die kleinen Löwen übrigens, als sie gemeinsam das Gleichgewicht ihres Betreuers auf die Probe stellen durften.

Das Konzept kommt auch bei den Eltern gut an. „Wir wollten uns noch nicht auf eine Sportart festlegen, deshalb kommen wir gerne hier hin“, meint ein Vater. Natürlich sind unter den Erwachsenen auch viele bekannte Gesichter aus der Mülheimer Handball-Familie. Einige Grüppchen haben sich gebildet. Während die Kinder sich austoben, nutzen die Eltern die Zeit, um sich mit ehemaligen Kollegen über die wichtigsten Ergebnisse vom Wochenende auszutauschen.

Aber auch außerhalb des Handballs sei die Resonanz gut. „Wir haben bislang eigentlich kaum Werbung gemacht, die meisten Kinder kamen über Mund-zu-Mund-Propaganda im Kindergarten zu uns“, sagte Josh Rippelmeier, der gemeinsam mit Schmidt in der Ballspielgruppe aktiv ist. Viele Kinder, die einmal da waren, bringen beim nächsten Mal ihre Geschwister mit.

15 Kinder zählen zum festen Kern

Mittlerweile gehören rund 15 Kinder zum festen Kern. Die jüngsten „Löwen“ sind zwei Jahre, das älteste Kind ist acht. Um das Rudel zusammenzuhalten, engagieren sich jeweils vier bis fünf Betreuer, ehrenamtlich versteht sich. Gemeinsam stellen sie ein möglichst abwechslungsreiches Programm zusammen. „Aber ein Spiel darf nie fehlen, das ist schon zu einer Art Tradition geworden“, hieß es. Welches Spiel das ist? „Na, die Löwenjagd natürlich!“ Dumme Frage, das hätte man sich auch denken können!

Das Beste daran war aber die anschließende Raubtierfütterung. Die durfte natürlich nicht fehlen. Im liebevoll dekorierten Vorraum fand eine kleine Weihnachtsfeier statt. Es gab für die hungrigen Raubtiere und ihre Eltern selbst gemachte Waffeln, Plätzchen und Kakao. Als die Betreuer stellvertretend für den Weihnachtsmann kleine Präsenttütchen verteilten, tobten schon wieder die ersten Kinder durch die Halle. „Wenn wir hier raus gehen, können zumindest heute Abend alle gut schlafen“, so eine Mutter lachend.

„Natürlich erhoffen wir uns langfristig, dass aus unserer Ballspielgruppe wieder etwas heranwächst“, meint Schmidt. Was er meint, ist eine eigene Styrumer Jugendmannschaft. Denn während der Seniorenbereich mit vier Männer- und zwei Frauenmannschaften noch gut aufgestellt ist, sieht es im Jugendbereich anders aus. Vor gut drei Jahren mussten die „06er“ ihre letzte Jugendmannschaft vom Spielbetrieb abmelden. Bis die Kleinen so weit sind, ist es aber noch ein langer Weg. Aber irgendwo müsse man ja anfangen, sonst könne gerade so ein kleiner, familiärerer Verein wie die DJK Styrum 06 nicht überleben.

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