FUSSBALL

Ken Akiyama wird vom Rechtsverteidiger zum Torwart

Ein Keeper sieht Rot: Martin Hauffe (re.) flog nach einer Notbremse schon in Hälfte eins vom Platz.

Ein Keeper sieht Rot: Martin Hauffe (re.) flog nach einer Notbremse schon in Hälfte eins vom Platz.

Foto: Michael Gohl

Mülheim.   Als Martin Hauffe die Rote Karte sieht, fehlt dem VfB Speldorf ein zweiter Keeper. An der 0:1-Niederlage war der Aushilfsschlussmann nicht schuld.

Was nun? Spieler und Trainerteam des VfB Speldorf sahen sich verzweifelt um. Die meisten von ihnen standen an der Seitenlinie, als wäre das Spiel schon vorbei. Dabei lief noch die Schlussphase der ersten Halbzeit des Fußball-Oberligaspiels bei der TuRU Düsseldorf und Torwart Martin Hauffe hatte gerade aufgrund einer Notbremse die Rote Karte gesehen. Ein Ersatzkeeper? Den hatten die Mülheimer nicht dabei. Rechtsverteidiger Ken Akiyama blieb in unerwarteter Rolle zwar ohne Gegentreffer, die 0:1 (0:1)-Auswärtsniederlage konnte er aber auch nicht mehr verhindern.

„Ich war mit zwölf Jahren das letzte Mal im Tor“, berichtete der rechte Verteidiger, der von Trainer Ryoji Ishikawa kurzerhand zum Keeper berufen wurde, da der eigentliche Ersatzmann Leon Nevian aus disziplinarischen Gründen nicht im Kader war. Akiyama wehrte gleich den ersten Schuss auf das kurze Eck zur Ecke ab. „Ich bin froh, dass ich nicht so viel halten musste“, sagte der Japaner nach dem Schlusspfiff.

Erster guter TuRU-Angriff führt gleich zum 1:0

Aber der Reihe nach: Zum Zeitpunkt des Platzverweises lagen die Speldorfer bereits mit 0:1 im Hintertreffen. Nach einer ausgeglichenen und an Höhepunkten vollkommen armen ersten halben Stunde verwerteten die Hausherren gleich den ersten vernünftigen Angriff zum 1:0. Im ersten Versuch verpasste der beste TuRU-Stürmer Jacub Przybylko noch knapp, doch die Situation blieb heiß. Bei der erneuten Hereingabe versuchte es der Angreifer mit einem Seitfallzieher. Dass er erneut den Ball verfehlte, passte Kapitän Saban Ferati gut ins Konzept. Er bekam den Ball einschussbereit serviert – 1:0.

Als die Speldorfer dann einen Ball im Zentrum vertändelten, wurde Przybylko steil geschickt. Keeper Hauffe musste aus seinem Tor herauskommen und alles auf eine Karte setzen. Mit der Grätsche traf er den Stürmer, der freilich auch clever den Kontakt suchte – Notbremse. Die Speldorfer reklamierten Abseits, doch sie hatten tendenziell unrecht. Die Rote Karte war alternativlos und richtig.

Trainer Ishikawa hadert mit der Schiedsrichterleistung

„Ich werde mir das noch einmal im Video anschauen“, betonte Trainer Ishikawa hinterher. Er war ohnehin nicht einverstanden mit der Leistung des Unparteiischen. Die kann aber wenig als Grund für die Niederlage herangezogen werden. Zwar wurde der personelle Vorteil der Düsseldorfer im zweiten Durchgang nicht sichtbar und die Speldorfer müssen sich auch in Sachen Kampfgeist nichts vorwerfen lassen, doch ähnlich wie im Heimspiel gegen Hilden sprang außer zwei Schüssen von Kapitän Nakaoka nichts Zählbares heraus.

Ein TuRU-Betreuer brachte es im Gespräch mit Ishikawa auf den Punkt: „Sag mal, wolltet ihr nicht? Denn unsere konnten nicht.“

TuRU Düsseldorf –
VfB Speldorf 1:0 (1:0)

Tor: 1:0 Ferati (27.)

TuRU: Nowicki – Reitz, Ozan, Rey Alonso, Beric – Funk, Ucar (82. Krone) – Ferati (90. Mourtala), Nimoh (75. Ayas), Galleski – Przybylko

VfB: Hauffe – Weiß, Bimpek, Zorlu, Akiyama – Nakaoka, Horiuchi – Ando, Cömert, Schürings – Andres

Rote Karte: Hauffe (44., Notbremse)

Schiedsrichter: Daniel Hachtkemper (Bocholt)

Zuschauer: 100

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