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Für die Amateure öffnet sich die perfekte Bühne

Attacke des Lokalmatadors: Der Mülheimer Jona Neuer (rechts) im Kampf gegen seinen Gegner Pascal Wiese aus Dülmen.

Attacke des Lokalmatadors: Der Mülheimer Jona Neuer (rechts) im Kampf gegen seinen Gegner Pascal Wiese aus Dülmen.

Foto: Franz Naskrent

Mit schmerzverzerrtem Gesicht erwartete Mike Vreeman am Samstagabend bei der EM in der Disziplin K1 in der Innogy Sporthalle die Siegerehrung.

Mit schmerzverzerrtem Gesicht erwartete Mike Vreeman am Samstagabend in der Innogy Sporthalle die Siegerehrung. Der Niederländer gewann den Titel bei der K1-Europameisterschaft nach Version der World Full Contact Association (WFCA) in der Gewichtsklasse über 90 Kilogramm.

Unmittelbar vor dem Schlussgong der letzten Runde hatte er von seinem Gegner und Landsmann John van den Broek das Knie in den Unterleib gerammt bekommen. Als er den Pokal in die Höhe streckte, konnte Vreeman aber schon wieder Lächeln. Die kernigen Kampfsportler wissen, dass es im Ring auch einmal weh tun kann. K1 vereint Techniken aus dem Boxen, Karate, Muay Thai, Taekwondo, Kickboxen, Savate und anderen Kampfsportarten. Die Fangemeinde hatte der Veranstaltung in Mülheim schon wochenlang entgegengefiebert. 900 Zuschauer verfolgten die Wettkämpfe der Erwachsenen und älteren Jugendlichen (ab 16 Jahre) am ersten Veranstaltungstag.

Die drei Mülheimer kämpfen tapfer mit

Dabei sahen sie auch die Auftritte von drei Mülheimern. Thorsten Klangbarth, Inhaber und Trainer der Martial Arts Akademie mit Sitz an der Schultenhofstraße im Stadtteil Dümpten, schickte Jona Neuer und Christoph Noll ins Seilgeviert.

Zunächst war Jona Neuer in der Klasse bis 75 Kilogramm an der Reihe. Bei seiner Turnierpremiere hinterließ er einen guten Eindruck. Der 20-Jährige zwang seinen Gegner Pascal Wiese aus Dülmen nach zwei ausgeglichenen Runden über jeweils anderthalb Minuten in eine Entscheidungsrunde.

Schließlich musste sich der Mülheimer nach Punkten geschlagen geben. „Jona hat sich sehr gut verkauft. Bei der Niederlage in der Entscheidungsrunde fehlte ihm das Quäntchen Glück“, sagte Klangbarth über die Leistung seines Schützlings.

Im ersten Kampf wartet bereits der Europameister

Christoph Noll traf bereits in seinem ersten und einzigen Kampf auf den späteren Europameister Khadim Ba aus den Niederlanden. Der 27-jährige Deutsche machte in seinem Kampf in der Klasse bis 90 Kilogramm ebenfalls eine gute Figur. „Ich bin etwas nervös gewesen, und der Gegner war auch stark. Der Kampf war extrem anstrengend, hat aber auch großen Spaß gemacht. Ich freue mich schon auf die nächste Veranstaltung am 4. März in Dortmund. Dort findet eine Muay-Thai-Gala statt“, sagte Christoph Noll unmittelbar nach seinem Kampf gegen Ba, der sich später den Titel schnappen konnte.

Stolz auf die Leistungen seiner Kämpfer trotz der Niederlagen war Coach Klangbarth: „Jeder, der sich hier in den Ring begibt, zählt schon zu den Gewinnern. Für beide Kämpfer war es eine große Herausforderung, hier überhaupt an den Start zu gehen.“

In der Altersklasse der 16- und 17-Jährigen stand ein weiterer Mülheimer in den Meldelisten. Der Nachwuchskämpfer Noah Dorsch, der von EM-Ausrichter Muay Thai Duisburg nominiert worden war, verpasste ebenfalls einen Sieg.

Ausrichter Muay Thai Duisburg zieht positives Fazit

Der ausrichtende Verein zog ein positives Fazit. „Der Zuschauer-Zuspruch war wesentlich besser als erwartet. Diese EM ist für unsere Sportart und für unsere Amateursportler eine perfekte Bühne. Insbesondere für die Jugendlichen gibt es das in dieser Form nur selten. Wir würden die Meisterschaft auf jeden Fall noch ein weiteres Mal ausrichten“, sagte Kerstin Guckes, Pressewartin von Muay Thai Duisburg.

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