Feldhockey

Fünf Uhlen erleben historische Pleite - Schaunig geschont

Timm Herzbruch (hier in der Partie gegen Spanien) hatte im Gegensatz zu Belgien kein Glück vor dem Kasten. Er vergab zwei gute Möglichkeiten.

Timm Herzbruch (hier in der Partie gegen Spanien) hatte im Gegensatz zu Belgien kein Glück vor dem Kasten. Er vergab zwei gute Möglichkeiten.

Foto: Juergen Schwarz / Getty Images

Mülheim.  Seit Beginn der Aufzeichnungen haben die deutschen Hockeyherren noch nie so hoch verloren. Fünf Uhlen erlebten die Schmach von Krefeld mit.

Mit diesem Auftritt hat Stefan Kermas vor heimischen Publikum in Krefeld mit Sicherheit nicht gerechnet. Der Bundestrainer der deutschen Hockey-Herren musste am Mittwochabend mit ansehen, wie das Team gegen Belgien im Rahmen der Pro League mit 0:8 unterging.

„Es ist schwierig, die richtigen Worte zu finden, zumal es in den ersten 15 Minuten für uns ganz gut losging“, sagte der DHB-Coach im Anschluss an das Debakel. Im ersten Viertel stand es schließlich noch 0:0, dann aber folgte ein Einbruch, den es wirklich selten im Hockeysport gibt. Zwischen der 20. und 55. Minute kassierten die Herren acht Gegentreffer vom amtierenden Weltmeister Belgien, der teilweise wirklich sehr leichtes Spiel hatte.

Meyer gegen Belgien geschont

Vier Uhlenhorst-Akteure standen auf dem Platz und mussten dabei Treffer um Treffer schlucken. Niklas Bosserhoff, Benedikt Fürk, Malte Hellwig und Timm Herzbruch: Sie alle konnten die hohe Fehlerquote im Spiel nicht abwenden. Herzbruch hatte zwischenzeitlich zwei gute Chancen, scheiterte aber unter anderem an der Querlatte. Der fünfte Mülheimer – Julius Meyer – wurde von Kermas diesmal nicht eingesetzt. „Alles, was wir heute probiert haben, ging total in die Hose und dann steht am Ende ein 0:8 da, das sich nicht gut anfühlt“, sagte Bundestrainer Kermas konsterniert.

Mit der historischen Pleite – es gab seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1913 mal ein 1:9 gegen England – haben die Herren vor allem ihre Chance auf das Grand Final in der Pro League verspielt. Die besten vier Mannschaften qualifizieren sich dafür. Doch der DHB liegt nun nur noch auf dem fünften Rang in der Tabelle, hinter Argentinien. Die Gauchos haben zwar zwei Punkte weniger auf dem Konto, aber auch noch zwei Partien in der Hinterhand und sind dadurch 0,2 Prozentpunkte vor den Deutschen.

Grand Final für Damen fast sicher

Viel, viel besser lief es dagegen für die deutschen Damen am Mittwochabend in Krefeld. Auch sie spielten gegen Belgien, auch sie lagen im Rückstand – konnten ein 0:1 aber im Schlussviertel noch auf 2:1 drehen. Die einzige Mülheimerin im Kader von Bundestrainer Xavier Reckinger, Maike Schaunig (23), kam nicht zum Einsatz. Wir spielen ja zehn Spiele in weniger als einem Monat, das ist wie eine ganze Bundesliga-Runde – schon schön intensiv und das Team geht da auch richtig gut mit“, freute sich Reckinger. Den DANAS – so werden sie genannt – ist das Grand Final eigentlich nicht mehr zu nehmen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben