Feldhockey

Femke Jovy quält sich für die Rückkehr ins Uhlenhorster Tor

Femke Jovy brennt darauf, die Ausrüstung wieder anziehen zu können und ins Uhlenhorster-Tor zurückzukehren.

Femke Jovy brennt darauf, die Ausrüstung wieder anziehen zu können und ins Uhlenhorster-Tor zurückzukehren.

Foto: Diego Tenore / FUNKE Foto Serivces

Mülheim.  Neun Monate ist es her, dass Femke Jovy das Tor des HTC Uhlenhorst hütete. Nach einer langen Leidenszeit steht das Comeback kurz bevor.

Fast auf den Tag neun Monate ist es her, dass Femke Jovy zum letzten Mal im Tor der Damen des HTC Uhlenhorst gestanden hat. Am 22. Dezember unterlagen die Mülheimerinnen in der Hallenhockey Bundesliga dem Düsseldorfer HC mit 0:11. Ein Spiel, dass Jovy vermutlich gerne schnell vergessen hätte, das sich aber doch irgendwie eingebrannt hat. Kurz darauf verletzte sie sich schwer, fällt seitdem aus und schuftet für das Comeback.

Wenige Tage nach dem Spiel gegen Düsseldorf fuhr Jovy in den Winterurlaub, kurz vor Silvester passierte es dann. Beim Skifahren stürzte die Torhüterin des HTC Uhlenhorst und verletzte sich am rechten Kreuz- und Innenband. Der Beginn einer langen Leidenszeit. „Die Ärzte und Physiotherapeuten haben mir sofort gesagt, dass es um die neun Monate dauern wird“, erzählt Jovy.

Seit zwei Jahren am Uhlenhorst

An Krücken verfolgte sie die restliche Hallensaison, natürlich verpasste sie auch die Rückrunde auf dem Feld. Seit der Vorbereitung auf die Saison 2019/20 ist sie wieder regelmäßig im Mannschaftstraining. „Ich habe die Belastung geduldig gesteigert. Am Anfang war ich froh, als ich die Bälle wieder schießen konnte“, sagt sie.

Mittlerweile ist die 21-Jährige auf einem guten Weg, peilt ihre Rückkehr zwischen den Pfosten für Anfang Oktober an. Der Weg dahin war beschwerlich. Die gebürtige Bremerin, die dort im Alter von acht Jahren das Hockeyspielen lernte und seit zwei Jahren am Uhlenhorst aktiv ist, wohnt mittlerweile in Köln, wo sie auch studiert. „Die Reha mache ich aber bei Fusion 5 in Essen“, sagt Jovy. Auch Timm Herzbruch schuftete dort nach seinem Kreuzbandriss für das Comeback, viele Uhlenhorster absolvieren dort ihr Fitnesstraining.

Pendeln zwischen Köln, Essen und Mülheim

Für Jovy bedeutet das vor allem viel Zeit in der Bahn. „Morgens fahre ich von Köln nach Essen, dann steht Reha an. In der Bahn wird die Uni vorbereitet. Dann geht es zurück nach Köln, dort habe ich dann Vorlesungen. Abends bereite ich dann noch das Essen für den nächsten Tag vor und falle dann ins Bett“, beschreibt sie ihren Tagesablauf. Dazu kommen mittlerweile auch wieder die Trainingseinheiten in Mülheim.

Die Quälerei zahlt sich aus, das Comeback rückt immer näher. Die Zeit ohne auf dem Feld zu stehen hat Femke Jovy aber auch genutzt, um Dinge zu tun, für die sonst nur wenig Zeit bleibt. „An den Wochenende konnte ich so auch einmal Freunde besuchen oder verreisen. Das war schon ein zeitlicher Luxus“, sagt sie.

Ein Zufall brachte sie ins Tor

Denn spätestens mit Beginn der Saison sind die Wochenenden nun wieder ausgebucht. Beim vergangenen Heimspiel gegen den UHC Hamburg kommentierte Jovy gemeinsam mit Katharina Windfeder den Livestream des HTC Uhlenhorst. Bald will sie dann wieder selbst zu den Protagonistinnen auf dem Kunstrasen gehören.

Dass sie Torhüterin geworden ist, war dabei eher ein Zufall. „In der Jugend musste jeder mal ins Tor. Ich habe gleich acht Tore kassiert und alle haben gesagt, die werden mich nie wieder überreden können, das zu machen. Aber mir hat es gut gefallen“, erinnert sie sich. Sie blieb im Tor – und entwickelte sich zur Bundesligaspielerin.

Bewegungsmuster helfen im Tor

Auf dieser Position müsse sie das Spiel lesen können, die Verteidigerinnen kontinuierlich mit Ansagen unterstützen. „Außerdem trainiere ich verschiedene Bewegungsmuster, um möglichst schnell reagieren zu können, wenn der Ball kommt.“ Die Ausrüstung schützt sie dabei vor Verletzungen. „Klar gibt das blaue Flecken. Mehr aber eigentlich nicht“, sagt Jovy mit einem Schmunzeln.

Bei all dem hilft es sicherlich, dass sie sich am Uhlenhorst und in der Mannschaft wohl fühlt. Nur eines, dass werden ihr ihre Teamkolleginnen im kommenden Winter mit Sicherheit mit auf den Weg geben. Die Ski bleiben erst einmal im Keller.

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