Sport liegt in der Familie

Familie Kiefer ist immer in Bewegung

Familientreffen beim Wassersportverein Mülheim: Maren, Katharina, Peter, Martin, Marla und Justus Kiefer

Familientreffen beim Wassersportverein Mülheim: Maren, Katharina, Peter, Martin, Marla und Justus Kiefer

Foto: Zoltan Leskovar

Mülheim.   In Ruderbooten, auf dem Pferd und auf dem Hockeyplatz: Die Kiefers leben für den Sport und mit dem Sport. Alle sechs Kinder sind beim WSV, HTCU und im Reitverein aktiv

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Familie Kiefer ist immer in Bewegung. Teils zu Wasser, teils zu Lande auf dem Hockeyplatz – und auch im Auto, wenn es sein muss. Eine clevere Struktur und eine große Bereitschaft zu Mobilität ermöglicht es den Kindern, ihren Sport intensiv zu betreiben. Ein starke familiärer Rückhalt spiegelt die Erfolge.

Seit Jahrzehnten haben die Kiefers ein inniges Verhältnis zum Sport, insbesondere zum Rudern und zum Hockey. Eigentlich täglich dreht sich bei den Kiefers alles um den Sport. Ihren aktiven Beitrag leisten sie beim Wassersportverein (WSV) Mülheim und beim HTC Uhlenhorst – häufig bis an die Grenzen des im Amateurbereich Machbaren. „Sport bestimmt die Struktur in der Familie. Unser Leben richtet sich stark danach aus, was der Sport letztlich vorgibt“, so Peter Kiefer (58), Bug-Fahrer des WSV-Bundesliga-Achters und Bundesliga-Zweiter von 2016. Und die ganze Familie ist sich einig: Einer starken Leistung im Training und Wettbewerb geht immer ein solider Rückhalt aus den eigenen Reihen voraus.

Auch Justus und Marla Kiefer sitzen im Ruderboot

Als Peter Kiefer acht Jahre alt war, führte ihn sein Vater an den Rudersport heran – später steckte er seinen jüngeren Bruder Martin mit seiner Begeisterung an. Auch die nächste Generation sitzt im Ruderboot: Sein Sohn Justus (12), der 2018 den dritten Platz bei der Deutschen Meisterschaft belegte, und seine Nichte Marla (11) rudern heute beim WSV.

„Mir gefällt am Rudersport, dass man seinen Ehrgeiz aufbauen kann. Wenn eine Regatta nicht so gut war, werden die nächsten einfach besser“, sagt Marla. Ihr fällt es leicht, sich auf lange Sicht zu motivieren. Nicht zuletzt durch die Ratschläge ihres Vaters Martin Kiefer (49), der als mehrmaliger Deutscher Meister, zweimaliger Europameister und dem sechsten Platz bei der WM in Australien 1990 weiß, worauf es ankommt. Aktuell bedient er als Schlagmann oder im Mittelschiff auch den WSV-Bundesliga-Achter.

Für die Kiefer-Väter stand nie an erster Stelle, ihre Kinder ausgerechnet zum Rudern zu bringen: „Unwichtig ist, was sie machen. Wichtig war uns immer, dass sie etwas tun, wovon sie extrem begeistert sind. Durch Sport legen sie den Anker für ihre weitere Entwicklung. Sich zu organisieren, bestimmte Verpflichtungen einzuhalten, pünktlich zu sein – solche Sachen lernen Kinder am besten im Sport.“

Lina Kiefer entschied sich für den Reitsport

Bei Martin Kiefers älterer Tochter Lina (15) fiel die Entscheidung letztlich auf den Reitsport. Zuvor absolvierte sie jahrelang mit Erfolg Ruder-Bundesentscheide im Kinderbereich.

Die Zwillingsschwestern Katharina und Maren bevorzugen mit Hockey ebenfalls einen Sport abseits des Wassers. Beide sind fester Bestandteil in den Bundesligamannschaften des HTC Uhlenhorst. Selten genug für Geschwister, aber einmalig in der Hockeyfamilie, stehen Zwillinge zusammen mit der U21-Nationalmannschaft auf dem Platz. Mit der Jugend A feierten sie 2016 gemeinsam den Sieg bei der Deutschen Meisterschaft. Katharina legte im gleichen Jahr noch mit dem U18-Vize-Europameistertitel nach. Ihren beruflichen Ambitionen geht das Mittelfeld-Ass im Lehramtsstudium für die Fächer Deutsch und Sport nach. Stürmerin Maren profitiert derweil von ihrem analytischen Verständnis im Jura-Studium.

„Am Ende muss eine vernünftige Ausbildung her“

Sport bestimmt bei Familie Kiefer den Lebensmittelpunkt, nicht aber den Lebensinhalt. „Sport ist immer noch Sport, solange man alles auf Amateur-Ebene betreibt. Am Ende muss eine vernünftige Ausbildung her, aber das geht auch neben dem ambitionierten Training“, sagt Peter Kiefer.

Das ist ganz aktuell auch das Credo für seinen ältesten Sohn Niclas (23). Er ruderte in Mülheim und Krefeld bis zu den Deutschen Meisterschaften im Achter und dem Meistertitel im Sprint. Aufgrund des straffen Lernpensums pausiert der Medizinstudent für eine Weile mit dem Rudersport zugunsten eines flexibel zu organisierenden, aber nach wie vor täglichen Trainings.

Kinder sind ihren Eltern dankbar

Alle Familienmitglieder kommen im und mit dem Sport weit rum. „Wir sind unseren Eltern extrem dankbar, dass sie uns immer überall hingefahren haben und es noch heute tun“, sagt Maren Kiefer stellvertretend für alle Geschwister. Vieles bliebe ihnen damals sonst verwehrt.

An bestimmte Fahrstrecken erinnert sich Peter Kiefer dabei besonders gut: „Als die Mädels damals ihr Endspiel in der Halle hatten, fing zeitgleich die Skifreizeit an. Da habe ich sie Sonntagnacht noch nach Tirol gefahren. Bei Niclas war es genau dasselbe, er hatte zwei Jahre vorher eine Langstreckenregatta in Amsterdam. Man muss auf nichts verzichten, solange man es clever anstellt und der Zusammenhalt da ist.“

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