SPORTKEGELN

Erfahrung ist bei den Sportkeglern Mülheim Trumpf

Bilden den Stamm der Mülheimer Sportkegler: Michael Kusenberg, Michael Kolba, Thomas Klasen, Michael Kuenkamp und Joachim Pohl.

Bilden den Stamm der Mülheimer Sportkegler: Michael Kusenberg, Michael Kolba, Thomas Klasen, Michael Kuenkamp und Joachim Pohl.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Die Mülheimer Sportkegler stellen das älteste Team in der zweiten Liga. Fehlender Nachwuchs und Vorurteile machen ihnen zu schaffen.

Wer das Mülheimer Kegelzentrum besuchen möchte, muss schon ein Stück weit ortskundig sein. Ganz hinten, in einer Nische zwischen zwei Häusern an der Styrumer Moritzstraße liegt der Eingang. Während nebenan die Fußballer des 1. FC Mülheim und des SC Croatia lautstark dem Ball nachjagen, würde kaum jemand auf die Idee kommen, dass hier ein Zweitligist trainiert.

Acht Bahnen verspricht bereits die Leutreklame über dem Eingang. Vier davon befinden sich im Erdgeschoss, wo mittlerweile der Kegler-Verein Essen 1924 und die Betriebssportmannschaft der ehemaligen Essener Verkehrs-AG untergebracht sind. Der größte Bereich befindet sich aber in der ersten Etage. Neben den vier Kunststoffbahnen gibt es Sitzplätze für Zuschauer und eine Theke. Hier richten die Sportkegler Mülheim ihre Heimspiele aus.

Sieben Jahre in der ersten Liga

Unter dem damaligen Namen Blau-Weiß 61 spielten die Mülheimer zwischen 2005 und 2012 sogar sieben Jahre lang in der ersten Bundesliga. Nach einem personellen Umbruch in der NRW-Liga sind die Styrumer seit 2016 wieder in der zweiten Liga aktiv. Dort wollen sie sich als mit Abstand älteste Mannschaft auch in den kommenden Jahren weiter etablieren.

Einfach wird das nicht. „Bei uns sind fast alle über 50“, erklärt der sportliche Leiter Joachim Pohl. Während in anderen Vereinen bereits die Söhne von langjährigen Spielern mit dabei sind, können die Mülheimer auf einen solchen Nachwuchs nicht zurückgreifen. „Grundsätzlich kann man lange kegeln, aber auf unserem Niveau gibt es schon irgendwann Grenzen“, weiß Pohl. Teamkollege Michael Kusenberg erläutert. „Nach zwei oder drei Monaten Sommerpause muss man sich in unserem Alter erst einmal wieder heran tasten.“ Statt der üblichen 120 Wurf im Training, bleibt es dann am Anfang bei der Hälfte.

Platz drei als schwere Vorgabe

Ihr Licht komplett unter den Scheffel stellen, wollen die Mülheimer Kegler allerdings auch nicht. Schließlich sind sie in der vergangenen Saison Dritter in der zweiten Liga geworden. Das zu bestätigen dürfte aber schwer werden. Unter anderem deshalb, weil Andreas Prante seine Laufbahn beendet hat, Michael Kolba die Achillessehne gerissen hatte und Thomas Klasen berufsbedingt nicht immer zum Einsatz kommen kann.

Außerdem war es schon in der vergangenen Saison äußerst knapp. Hinter den beiden Top-Favoriten Gelsenkirchen und Langenfeld/Paffrath könnte ein harter Kampf um die beiden weiteren Plätze für die Aufstiegsrunde entstehen. Jeder Punkt zählt. Da im Kegeln die Heimmannschaften fast immer gewinnen, wird es darauf ankommen, wer für besonders gute Leistungen den Extrapunkt in der Fremde mitnehmen kann.

Zwei Punkte stehen bisher zu Buche

Im ersten Spiel bei der KSG Kassel haben die Mülheimer dieses Ziel um neun Holz verfehlt. Das erste Heimspiel gegen Bundesliga-Absteiger Gelsenkirchen gewannen sie knapp mit 2:1. „Mit der bisherigen Bilanz sind wir zufrieden“, sagt Joachim Pohl, auch wenn es beim TSV Salzgitter einmal mehr nichts zu holen gab. Die Mülheimer gehen davon aus, dass die Gelsenkirchener in dieser Saison auch Auswärtsspiele gewinnen werden. Von daher ist ihr Erfolg gegen den Favoriten am Ende vielleicht Gold wert.

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