FELDHOCKEY

Die tapferen Uhlenhorster tragen bei EHL in Eindhoven Trauer

Einer leidet, die anderen feiern euphorisch : Der tief enttäuschte Niklas Bosserhoff kann das bittere Aus in der Euro Hockey League nicht fassen.

Einer leidet, die anderen feiern euphorisch : Der tief enttäuschte Niklas Bosserhoff kann das bittere Aus in der Euro Hockey League nicht fassen.

Foto: imago sport

Mülheim.   Im Viertelfinale gegen den Mannheimer HC hält Lukas Windfeders Eckenkunst den HTC Uhlenhorst im Spiel. Im Penaltyschießen fehlt Uhlen das Glück.

Mannheimer HC -
HTC Uhlenhorst 4:4 (4:2 Shootout)

Tore: 1:0 Vila (6.), 2:0 Haase (13.), 2:1 Windfeder (17., KE), 2:2 Windfeder (27., KE), 3:2 Vila (29.), 3:3 Windfeder (35., KE), 4:3 Haase (50.), 4:4 Windfeder (53., KE)
Penaltyschießen: Bosserhoff scheitert an Torhüter Stumpf. 1:0 Fischer. 1:1 Herzbruch. 2:1 Harris. 2:2 Pereira. 3:2 Huber. Weinke scheitert an Torhüter Stumpf. 4:2 Barreios
HTCU: Weißner, Küppers - Weinke, Windfeder, Bosserhoff, Brinkmann, Ludwig, Meyer, Matania, Panesar, Godau, Duckscheer, Schiffer, Herzbruch, Hellwig, Pereira, Brock, Halfmann
Gelbe Karten: Müller - Godau
Zuschauer: 1500

Wenn sich in einem unfassbar intensiven Match zwei Teams mit heißem Herzen und purer Leidenschaft gegenüberstehen und davon beseelt sind, den ersehnten Schritt ins Halbfinale der Euro Hockey League zu setzen, dann läuft es geradezu auf den dramatischen Showdown hinaus.

Im deutschen Viertelfinalduell am sonnigen Samstagmorgen in Eindhoven begegneten sich die Bundesliga-Topvereine Mannheimer HC und HTC Uhlenhorst erwartungsgemäß auf Augenhöhe und liefert sich einen spektakulären Schlagabtausch. Nach 60 Minuten war nichts entschieden. Strafecken-Spezialist Lukas Windfeder hatte mit staunenswerter Präzision dafür gesorgt, dass der deutsche Meister immer wieder zu den Nordbadenern aufschloss.

Die Auserwählen formieren sich Penalty-Krimi

Was drohte, trat ein. Die Auserwählten formierten sich zum Penaltyschießen. Das bessere Ende nahm der MHC für sich in Anspruch. Während die Sieger in ihrer puren Freude abhoben, kauerten die bitter enttäuschten Verlierer wortlos und gedankenversunken am Boden.

Die Mülheimer hatten in ganz großer Manier bösen Nackenschlägen die kalte Schulter (verletzungsbedingt gehörte Routinier Benedikt Fürk nicht zum Aufgebot, Kapitän und Leitwolf Tobias Matania, Jan Schiffer und Tom Brinkmann mussten nacheinander angeschlagen vom Platz) und standen trotzdem mit leeren Händen da. Als sich das neutrale niederländische Publikum mit Applaus bedankte, hatte es nicht nur die Glücklichen, sondern auch die Unglücklichen im Blick.

Enger Zusammenhalt beim deutschen Rekordmeister

HTCU-Coach Omar Schlingemann, der im Uhlenhorst ein internationales Topteam geformt hat, verwies in der bitteren Stunde auf den so engen Zusammenhalt beim deutschen Rekordmeister. Ob Staff oder Mannschaft, jeder ist für den anderen da. „Wir mussten ohne Fürk, Schiffer, Matania und Brinkmann auskommen - und dann so eine unglaubliche Leistung. Was haben die Jungs für ein großes Herz, sie haben wirklich nicht aufgegeben. Sie haben alles reingeworfen, ich liebe diese Jungs.“

Der Stadionsprecher bewies vor dem Spielbeginn einen guten Riecher, als er die „alte deutsche Schlacht“ ankündigte. In der setzte Niklas Bosserhoff ein erstes Zeichen. Der Schuss des Abwehrspielers strich in der fünften Minute am langen Pfosten vorbei. Für die weiteren Momente zeichnete derweil die Auswahl aus Baden-Württemberg verantwortlich, weil die Uhlen in einem schwachen Auftaktviertel keinen Zugriff bekamen.

Mannheims Olympiasieger Lucas Vila ist zur Stelle

Wieder landete eine Flanke von der rechten Seite im Schusskreis und dann war der argentinische Olympiasieger Lucas Vila zur Stelle (6.). Im Anschluss an erste Strafecke des MHC hieß es gar 2:0. Der HTCU seinerseits tat sich ungemein schwer, Chancen zu kreieren.

Das änderte sich schlagartig nach der ersten kurzen Pause. Nun waren die Mülheimer präsent und entschlossen in Person von Lukas Windfeder, der in 17. Spielminute sein persönliches Ecken-Festival eröffnete. Der zweite geniale Streich sollte alsbald folgen. Der Abwehrspieler reckte die Faust in die Höhe. Die Zuversicht war zurückgekehrt.

Dem jungen Moritz Ludwig fehlt die Erfahrung

Es blieb eine ungemein packende und kampfbetonte Partie. Der MHC ging wiederum durch Vila in Führung. Seinem jungen Gegenspieler Moritz Ludwig fehlte in dieser Szene einfach die Erfahrung. Doch die Uhlen kamen trotz der personellen Misere dank Windfeder immer wieder zurück. Er stellte in der 53. Minute die Weichen auf den ewigen Krimi Penaltyschießen. Hier fehlte dem deutschen Meister das Glück, zumal es bei der Attacke von Keeper Lukas Stumpf an Ferdinand Weinke verdächtig nach einem Foulspiel roch. Wie auch immer, der süße Traum war geplatzt, womöglich kommt es beim Final Four in Krefeld schon sehr bald zu einem Wiedersehen.

Das Finale am Pfingstmontag gewann der HC Waterloo Ducks aus Belgien gegen Rot-Weiss Köln unerwartet deutlich mit 4:0.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben