FUSSBALL

Der Tag der Außenseiter in der Bezirksliga

Rot-Weiß ließ den Mintardern nur wenig Freiräume: In dieser Situation hat Tobias Kolb gleich drei Eppinghofer gegen sich.

Foto: Oliver Müller

Rot-Weiß ließ den Mintardern nur wenig Freiräume: In dieser Situation hat Tobias Kolb gleich drei Eppinghofer gegen sich. Foto: Oliver Müller

Rot-Weiß Mülheim zieht Spitzenreiter Mintard auf Asche den Zahn und fügt Blau-Weiß erneut die erste Niederlage zu. Löwen zeigen größeren Willen.

Das Fußballmagazin 11Freunde hatte den gestrigen Sonntag pünktlich zur Länderspielpause zum „Tag der Amateure“ auserkoren. Auch die Mülheimer Bezirksligisten lieferten ungewollt einen Beitrag und zeigten, was im Amateurfußball alles möglich ist. Da kassierte zum Beispiel der Spitzenreiter auf der ungeliebten Asche seine erste Niederlage und das fast schon abgeschriebene Schlusslicht meldet sich mit einem Sieg im Lokalduell endgültig zurück.

Teil eins des Mülheimer Derbytages spielt sich an der Von-der-Tann-Straße ab. Asche, Regen, etwas mehr als 60 Zuschauer sind da. Dass die Partie erneut auf dem ungeliebten Untergrund stattfindet, hat den Mintardern von Anfang an nicht gefallen. Und das zeigen sie auch. Nach elf Minuten steht es 2:0 für Rot-Weiß. Erst spielen Philip Wypler und Pierre Hirtz Doppelpass, Hirtz legt dann abseitsverdächtig quer zu Marcel Glahn und der versetzt Rot-Weiß erstmals in Freudentaumel. Drei Minuten später reißt Mintards Rechtsverteidiger Eser Karadag im Strafraum Silas Schaus um, den völlig berechtigten Strafstoß verwandelt Giulian Boka zum 2:0.

Mintarder verzetteln sich in Schiedsrichter-Diskussionen

Die Blau-Weißen lieferten im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs einen peinlichen Auftritt ab. Statt den (trotz des Platzes vorhandenen) technischen und spielerischen Vorteil zu nutzen, verzettelte sich der Tabellenführer ein ums andere Mal in Diskussionen mit dem Schiedsrichter. Die Rot-Weißen zogen sich den Unmut der Gäste zu, weil sie in nahezu jeder Situation den Ball wegschlugen, um Zeit zu gewinnen. „Schiedsrichter, so langsam musst du mal ein Zeichen setzten“, rief Torjäger Mathias Lierhaus nach einer guten halben Stunde. Ein spielerisches Zeichen blieb seine Mannschaft im ersten Durchgang aber schuldig.

Die zweite Halbzeit ist schnell erzählt: Mintard wurde deutlich bemühter, kam aber nur noch zu einer Großchance, als Tobias Kolb an RWM-Schlussmann Dario Hirtz scheiterte (81.). Das Anschlusstor durch Marco Brings in der Nachspielzeit kam viel zu spät. Auf der anderen Seite hätte Silas Schaus schon früher alles klar machen können (66.), doch er scheiterte an Dominic Haas.

Blau-Weiß-Keeper Haas fällt auf den Hinterkopf

Mintards Keeper war zu diesem Zeitpunkt schon angeschlagen, nachdem er bei einer Rettungsaktion auf den Hinterkopf gefallen war. Zweimal musste der Torwart länger behandelt werden, ehe er fünf Minuten vor dem Ende erneut ohne Einwirkung im Tor zusammensackte und schließlich ausgewechselt wurde.

Wie schon in der letzten Saisonkassiert Mintard bei Rot-Weiß die erste Saisonniederlage. „Das gehört zu einer Entwicklung, aber ich dachte, wir wären schon weiter“, sagte Mintards Co-Trainer Thomas Bertzki, der am Sonntag Ulf Ripke vertrat.. Sein Kollege Dirk Pusch hatte früh das Gefühl, „dass heute so ein Tag war, wo sie fällig waren. Wir haben gezeigt, dass wir unbedingt gewinnen wollten.“ Pusch weiter: „Das Feuer in so einem Spiel macht doch den Fußball aus.“

Löwen setzten sich zurecht am Waldschlösschen durch

Da war seine Mannschaft an diesem Derbytag aber nicht die einzige. Denn direkt im Anschluss setzte sich Schlusslicht 1. FC Mülheim etwas überraschend am Waldschlösschen beim Mülheimer SV 07 durch. Und das ebenfalls vollkommen zu Recht.

In der ersten Hälfte schien das Geschehen auf dem Kunstrasenplatz noch ausgeglichen, weil Pascal Roenz das Führungstor von Benjamin Kuhlewey ausgeglichen hatte. Unmittelbar vor der Halbzeitpause traf MSV-Stürmer Daniel Petz nach feinem Zuspiel von Philipp Reis nur den Pfosten. Pech für die Gastgeber!

Gäste kommen mit Power aus der Halbzeitpause

Doch die Löwen kamen mit Power aus der Kabine, hatten gleich drei dicke Chance. Nach einer guten Stunde war es erneut Kuhlewey, der eine Flanke von Oliver Ognjanovic zur erneuten Styrumer Führung verwertete. Der MSV hatte keine Antwort mehr parat und stattdessen Glück, nach einer Tätlichkeit von Petz mit elf Mann zu Ende spielen zu dürfen. Michael Siminenko machte kurz vor Schluss alles klar. „Mir fehlen die Worte für eine Leistung ohne Leidenschaft im Derby“, meinte MSV-Trainer Dirk Roenz.

Der 1. FC hingegen meldet sich durch sieben Punkte in den letzten drei Spielen eindrucksvoll in der Liga zurück, nachdem der Saisonstart zuvor ohne Punkte verlaufen war. „Wir sind auf einem guten Weg“, meint auch Trainer Ali Zabad. Der Coach zählt die Gründe für die Leistungssteigerung auf: „Wir haben uns besser gefunden und haben weniger Verletzte. Der Kader ist zwar kleiner geworden, aber dafür sind wir enger zusammengerückt.“

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