Feldhockey Final Four

Der HTC Uhlenhorst kann in Krefeld Geschichte schreiben

Wer läuft wem davon und löst das Ticket für das Finale? Das Spiel zwischen dem HTCU (r.) und Mannheim wird ein Duell auf Augenhöhe.

Foto: Oliver Mueller

Wer läuft wem davon und löst das Ticket für das Finale? Das Spiel zwischen dem HTCU (r.) und Mannheim wird ein Duell auf Augenhöhe. Foto: Oliver Mueller

eute um 18 Uhr wird es ernst. Dann trifft der HTC Uhlenhorst im Halbfinale auf den Mannheimer HC. Es geht um den ersten Meistertitel seit 1997.

Die kurzen Nächte dürften für Omar Schlingemann bald wieder ein Ende haben. Um halb sechs Uhr morgens ist der Trainer des HTC Uhlenhorst in den vergangenen Tagen aufgewacht. Die Unruhe kommt nicht von ungefähr. Am Samstag, um 18 Uhr steht das erste von bestenfalls zwei Spielen des Jahres für den HTCU an. Das Halbfinale des Final Four gegen den Mannheimer HC. Es soll der erste Schritt zum ersten Titel nach 21 Jahren für die Mülheimer sein. Das Finale ist für Sonntag, 15 Uhr, angesetzt.

„Ich weiß nicht, ob ich aufgeregt bin. In den Tagen vor so einem Final Four beschäftigt man sich mit 100 000 Dingen. Wann essen wir? Was essen wir? Physiotherapie und Videoanalyse. Das muss alles organisiert sein“, verrät der niederländische Trainer, der in seine zweite Endrunde mit den Mülheimern geht. Wenn das Spiel gegen Titelverteidiger Mannheim angepfiffen wird, geht es endlich wieder um den Sport. Dann zählen nur noch Tore für die Mülheimer.

HTCU muss seine Chancen nutzen

Und gerade da liegt auch die Krux. In den vergangenen Wochen geizten die Uhlenhorster mit Treffern, zeigten sich vor dem gegnerischen Gehäuse nicht in bester Verfassung. Schlingemann weiß: „Es wird auf unsere Disziplin in der Defensive ankommen, aber auch auf unsere Effektivität.“

Er geht davon aus, dass seine Mannschaft das Spiel wird machen müssen und überwiegend den Ball haben wird. „Aus dem dominanten Spiel müssen wir dann auch Ergebnisse erzielen“, so der Linienchef, der von seiner Mannschaft viel Zug zum Tor fordert: „Wir müssen Chancen kreieren und uns auch Ecken herausspielen.“

Penalty-K.o. im Vorjahr

Bereits im vergangenen Jahr trafen die beiden Mannschaften im Halbfinale aufeinander, damals gewann Mannheim im Penaltyschießen. In der laufenden Saison ging ein Sieg an den amtierenden deutschen Meister (2:5), einmal trennten sich die Mannschaften unentschieden (1:1). Entsprechend gut kennen sich die Kontrahenten mittlerweile. „Mannheim spielt aus einer defensiven Struktur heraus, wir müssen auf Konter aufpassen und die lange Flanke verteidigen“, erklärt Schlingemann.

Außerdem gilt es möglichst wenig Ecken zuzulassen. Während die Uhlenhorster mit Lukas Windfeder einen echten Spezialisten in ihren Reihen haben, kann der MHC mit dem Argentinier Gonzalo Peillat aufwarten – ebenfalls ein Experte bei kurzen Ecken.

Personell kann Omar Schlingemann fast aus dem Vollen schöpfen, nur Benjamin Becker und Jan Nitschke fallen aus. „Für Benjamin tut es mir besonders leid. Er ist 33 Jahre alt und hätte es so verdient gehabt, diese Endrunde zu spielen“, so Schlingemann. Nach einer letzten unruhigen Nacht wird er froh sein, dass es heute endlich los geht. Der Coach weißt: „Die Tagesform entscheidet.“ Nach 21 Jahren hofft der HTCU diesen Trumpf wieder auf seiner Seite zu haben.

Leserkommentare (3) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik