Badminton

Coronavirus: Das sagen die Sportler zur German-Open-Absage

Die deutsche Meisterin Yvonne Li hat Verwandschaft in Shanghai.

Die deutsche Meisterin Yvonne Li hat Verwandschaft in Shanghai.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Die Sportler waren von der Absage der German Open überrascht. Die Mülheimerin Yvonne Li macht sich auch aus persönlichen Gründen Gedanken.

Die Absage der Yonex German Open in Mülheim kam am Mittwochmorgen überraschend. Das Gesundheitsamt der Stadt hatte die Empfehlung ausgesprochen, Sportdezernent Marc Buchholz anschließend die Entscheidung getroffen. Auch die Aktiven haben damit nicht gerechnet.

„Die ersten Worte die ich gehört habe, als ich zur Pressekonferenz kam, waren, dass das Turnier nicht stattfindet . Da war ich schon überrumpelt“, sagt die deutsche Meisterin Yvonne Li.

Yvonne Li sorgt sich um die Olympischen Spiele

Sie hätte in der ersten Runde gegen die an vier gesetzte Chinesin He Bing Jiao gespielt. „Ich hatte nicht die einfachste Auslosung, aber man weiß ja nie, was in einem Spiel passiert. Letztlich muss man die Entscheidung, das Turnier abzusagen, aber akzeptieren“, so Li. Für ein anderes Turnier wird sie so kurzfristig nicht melden können.

Gerade mit Blick auf die Olympischen Spiele in Tokio stellt das die Sportler vor eine Herausforderung. „Mal sehen, was mit den All England Open und den Swiss Open passiert. Die Asienmeisterschaften sollen in Wuhan stattfinden. Das ist alles sehr, sehr heikel“, sagt Li und betont: „Ich hoffe, dass es die Olympischen Spiele nicht trifft, aber so wie es aussieht, wird die Gefahr nicht kleiner.“

Bundestrainer Detlef Poste hofft auf einen Alternativtermin

Auch Bundestrainer Detlef Poste wurde erst kurz vor der Pressekonferenz informiert. „Momentan ist es ein Gefühl der Leere. Wenn eine Behörde so etwas aber entscheidet, wird sie sich darüber viele Gedanken gemacht haben. Das muss man akzeptieren“, sagt er.

Nun geht es auch darum, dass die gesamte Arbeit, die in die Vorbereitung gesteckt wurde, nicht umsonst war. „Die Olympiaquali endet am 30. April, so schnell wird sich das Turnier allerdings nicht nachholen lassen“, befürchtet Poste. Das Ausloten eines Alternativtermins in diesem Jahr wäre sehr wichtig, unter anderem um möglichen Regressforderungen zuvorzukommen.

Sportstätten unter Quarantäne

Dass eine Ansteckungsgefahr von den asiatischen Spielern ausgeht, glaubt Poste indes nicht. „Die Chinesen trainieren seit einigen Wochen in England, die Athleten aus Hongkong in Hamburg. Als das Virus ausgebrochen ist, sind die Sportstätten der Badminton-Nationalteams in China und Hongkong direkt unter Quarantäne gestellt worden“, erläutert der Bundestrainer.

Yvonne Li beschäftigt sich mit dem Coronavirus aber auch unabhängig vom Sport. „Meine Eltern kommen aus China, Verwandte von mir leben in Shanghai. Da habe ich schon ein bisschen mehr recherchiert“, gibt sie zu.

Yvonne Li macht sich Gedanken, wie sie gesehen wird

Und auch wenn sie in der Öffentlichkeit unterwegs ist, macht sie sich ihre Gedanken. „Ich frage mich schon, ob ich mit anderen Augen gesehen werde, weil ich chinesisch aussehe. Bisher bin ich deshalb aber nicht unfair behandelt worden und letztlich muss auch jedem klar sein, dass das Virus jeden treffen kann. Europäer sind nicht immun dagegen.“

Nichtsdestotrotz achtet Li derzeit noch mehr als sonst auf ihre Gesundheit: „Wenn man krank wird, kann man auch nicht trainieren. Aber nicht nur als Sportler sollte man ein bisschen aufpassen und versuchen, sich häufiger die Hände zu waschen.“

Warum die Yonex German Open abgesagt wurden, lesen Sie auf Seite 1 im Lokalteil.

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