Handball

Zweitliga-Frauen des TuS Lintfort mit Überraschung in Berlin

Drei Treffer für den TuS Lintfort: Hannah Haase (am Ball) hatten gewichtigen Anteil am Punktgewinn in Berlin.

Drei Treffer für den TuS Lintfort: Hannah Haase (am Ball) hatten gewichtigen Anteil am Punktgewinn in Berlin.

Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  Damit hatte keiner so wirklich gerechnet. Beim Zweitliga-Tabellenführer Füchse Berlin holen die Handballfrauen des TuS Lintfort ein 22:22.

Das ist schon eine Sensation: Den Zweitliga-Handballerinnen des TuS Lintfort ist das Kunststück geglückt, mit einem couragierten Auftritt beim bis dato verlustpunktfreien Tabellenführer Füchse Berlin ein absolut verdientes 22:22 (9:10)-Remis zu entführen, um sich dann im Nachhinein glückselig und ausgelassen auf eine stimmungsvolle Heimreise an den linken Niederrhein zu begeben.

Wegen der Corona-Problematik hatten die Lintforterinnen einen langen Samstag. Die Berlin-Tour wurde in Kleinbussen in einem Rutsch erledigt: Hinfahren, Spiel, Zurückfahren ohne Übernachtung. Doch der Reisestress schien die Mannschaft von Trainerin Bettina Grenz-Klein nicht wirklich zu beeinflussen.

Zahlreiche Paraden von Laura Graef

Die Gäste hatte sich beim Berliner Spitzenreiter in Charlottenburg natürlich ein besonderes taktisches Konzept zurecht gelegt. Die Spielerinnen wussten von ihrer Außenseiterrolle, wollten dennoch mutig und aktiv in der Deckung zu Werke gehen. Dieses Vorgaben klappte in der Startphase allerdings nur sehr bedingt.

Doch die Gäste hatten mit Laura Graef eine Torhüterin zwischen den Pfosten, die den Unterschied ausmachte. Sie wurde in ihrem Auftritt mit zunehmender Spieldauer immer sicherer und raubte den „Spreefüxxen“ komplett die Nerven. Laura Graefs zahlreiche Paraden insbesondere bei Bällen von den Außenpositionen, vom Kreis oder bei Gegenstößen waren schlicht überragend.

In diesem Zuge steigerte sich dann auch der gesamte TuS-Deckungsverband. Fortan bekämpften sich zwei Mannschaften auf Augenhöhen und nicht mehr ein Favorit gegen einen Außenseiter..

Gut war auch die Strategie in der Offensive. Lintfort fand die ideale Mischung aus Ruhe und Geduld, wusste aber auch immer wieder mal das Tempo geschickt anzuziehen – verknüpft mit entschlossenen Einzelaktionen.

Aber über allem stand die mannschaftliche Geschlossenheit. An diesem Bild änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nichts. Das Gästeteam kämpfte bis zum Umfallen und verhinderte somit, dass Berlin seine Qualitäten auspacken konnte. Jede TuS-Spielerin hatte ihre tollen Momente und stärke somit das mannschaftliche Gefüge.

Kleiner Vorsprung auf Abstiegsplätze

Dass die spannende Partie während der gesamten zweiten 30 Minuten Spitz auf Knopf stand, war aber in erster Linie ein Verdienst einer weiterhin überragenden Laura Graef zwischen den TuS-Pfosten. Lintfort behielt in der hektischen Schlussphase die Übersicht, ließ sich nicht von Zwei-Minuten-Strafen schocken oder gar aus dem Konzept bringen. Leonie Lambertz besaß starke Momente – in der Deckung wie auch bei Torabschluss von Rechtsaußen.

„Meine Mannschaft hat ganz vieles richtig gemacht“, freute sich TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein nach Spielschluss. „Wir haben es geschafft, einem Top-Team der Liga einen Punkt abzuknöpfen und hätten beinahe sogar noch gewonnen. Meine gesamte Mannschaft war klasse – Laura Graef und Leonie Lambertz überragend.“

Nach fünf Spielen hat sich der TuS mit nunmehr fünf Pluspunkten schon einen kleinen Vorsprung auf die drei Abstiegsplätze erarbeitet.

TuS Lintfort: Laura Graef, Yara ten Holte – Prudence Kinlend 1, Jule Samplonius, Hannah Haase 3, Naina Klein 5/1, Dana Gruner, Anika Henschel, Katharina Ueffing, Jana Willing, Andra Lucas 1, Lisa Kunert 8/5, Leonie Lambertz 4.

Heimspiel gegen Leipzig ohne Zuschauer?

Übrigens: Nächster Gegner der TuS-Damen wird am kommenden Sonntag (16 Uhr) in der Eyller-Sporthalle der HC Leipzig sein. Noch ist nicht klar, ob Zuschauer beim sechsten Saisonspiel mit dabei sein dürfen oder nicht.

Nach Corona-Verordnung müssten die Lintforterinnen, weil sie in einer bundesweiten Sportliga spielen und der Inzidenzwert im Kreis Wesel die 35er-Marke überschritten hat, ohne Fans auskommen. Möglicherweise wird die Verordnung in den nächsten Tagen aber noch aktualisiert.

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