Fußball

SV Sonsbeck holt Spielmacher Gizinski vom GSV Moers

Demnächst in Rot statt in Gelb jubelnd unterwegs: Luis Ramon Gizinski

Demnächst in Rot statt in Gelb jubelnd unterwegs: Luis Ramon Gizinski

Foto: Thorsten Tillmann

Sonsbeck.  Fußball-Landesligist SV Sonsbeck stellt sich nach enttäuschender Saison neu auf und holt unter anderem Spielmacher Luis Gizinski vom GSV Moers.

Etliche Eigengewächse und Spieler aus der näheren Umgebung gehörten der Mannschaft des SV Sonsbeck an, die 2004 tollen Fußball zeigte und in die Verbandsliga aufstieg. Leitfiguren waren auch Heiner Gesthüsen und Marc Lemkens. Sie bekleiden heute wichtige Funktionärsposten beim Fußball-Landesligisten. Lemkens ist Vorsitzender des Gesamtvereins, Gestüsen Leiter der Fußball-Abteilung.

Nach enttäuschenden Landesliga-Spielzeiten mit viel Unruhe sollen beim SVS wieder bessere Zeiten anbrechen. Keine finanziellen Kraftakte mehr, Fokus auf die Jugend, Kontinuität auf dem Trainerposten. So wie damals, als Lemkens und Gesthüsen noch auf dem Rasen standen.

Rückblick: Nur sechs Siege aus 16 Partien in der zweiten Halbserie sprechen für sich. Nur noch dreimal spielte der SVS nach dem Trainerwechsel zu Null. In der Hinrunde war die Mannschaft in 18 Partien neunmal ohne Gegentreffer geblieben. Viele Wechsel in der Viererkette zerstörten die Stabilität. Auf den Außenpositionen fehlte die Dynamik. Längere Ausfälle konnten nicht kompensiert werden. Winterpausen-Neuzugang Andre Trienenjost und Goalgetter Felix Terlinden standen sich oft im Weg.

Neuausrichtung: Nachhaltigkeit ist eines der Schlagworte für die Zukunft. Nach dem verpassten Aufstieg werde der Umbruch aktiv vorangetrieben, ohne das Portemonnaie zu weit aufzumachen, sagt Gesthüsen. Coach Heinrich Losing soll mit seinem Team die Möglichkeit bekommen, etwas Neues in Sonsbeck aufzubauen. Um Reizpunkte zu setzen, wurden viele Spieler-Verträge nicht verlängert. Die Jugendarbeit soll wieder mehr in den Fokus rücken, die Zusammenarbeit mit der in die Bezirksliga aufgestiegenen zweiten Mannschaft intensiviert werden.

Trainer Heinrich Losing wurde bereits im Dezember verpflichtet. Der Vorstand gab ihm eine Hauptaufgabe mit auf den Weg: Neben den Eigengewächsen müsse vorrangiges Ziel sein, viele junge, talentierte und „vor allem ehrgeizige Spieler“ zu holen. Diese gelte es zu formen, weiterzuentwickeln und zu integrieren. Gesthüsen: „Wir wollen in den nächsten Jahren etwas aufbauen. Dazu gehen wir etwas ins Risiko. Die Spieler müssen den SV Sonsbeck als Chance sehen, sich auf hohem Niveau weiterzuentwickeln.“ Dafür sei Heinrich Losing die Ideallösung. Er soll länger bleiben. Seit dem Oberliga-Abstieg 2015 versuchten sich sechs Trainer in Sonsbeck.

Kader: Zehn Spieler sind gegangen, bislang vier Balltreter hinzugekommen. Insbesondere für die Defensive gibt’s noch Bedarf. „Wir brauchen hungrige, talentierte Spieler, die sich hier voll reinhängen und dem Trainerteam bedingungslos folgen“, so Gesthüsen. In das Muster passen Christian Quernhorst, Klaus Keisers und Timo Evertz, allesamt Stammspieler der „Zweiten“. Sie sind in Sonsbeck groß geworden.

Die Verbindung zur A-Jugend und der Bezirksliga-Mannschaft soll durchlässiger sein, Spieler beider Teams regelmäßig am Training der Landesliga-Truppe teilnehmen. Die Verschlankung des Bezirks- und Landesliga-Kaders wird angestrebt, „so dass die Teams ein wenig nebeneinander funktionieren“.

Junge Talente sollen für frischen Wind sorgen. Vom Landesliga-Absteiger GSV Moers kommt etwa der 19-jährige Spielmacher Luis Gizinski (neun Tore in 14 Rückrundenspielen), von Arminia Klosterhardt der 19-jährige Abwehrspieler Max Werner, der wie Gizinski (ehemals MSV Duisburg) schon in der A-Junioren-Bundesliga unterwegs war.

Finanzen: Der SVS verzichtet auf Kraftakte. Gesthüsen: „In diesem Sport und in dieser Liga ist viel zu viel Geld im Spiel. Da winken Vereine unverhältnismäßig mit Geldscheinen. Auf der Strecke bleibt die Identifikation mit dem eigenen Klub.“ Gerade diese Identifikation hat den SVS einst stark gemacht. Marc Lemkens und Heiner Gesthüsen waren mittendrin.

So testet der SV Sonsbeck im Sommer:

9. Juli, 19.30 Uhr: Viktoria Goch – SVS; 11. Juli, 19 Uhr: SVS – Fortuna Düsseldorf; 13. Juli, 15 Uhr: SVS – SV Straelen (anschließend Sportlerball); 20. Juli, 10 und 15 Uhr: SVS – ASV Süchteln; 24. Juli, 19.30 Uhr: SVS – TuS Fichte Lintfort; 28. Juli, 15 Uhr: TSV Wachtendonk-Wankum – SVS; 30. Juli, 19.30 Uhr: TSV Meerbusch – SVS; 4. August, 15 Uhr: Teutonia St. Tönis – SVS.

Das Testspiel gegen Zweitliga-Absteiger MSV Duisburg ist für den 21. Juni vorgesehen.

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