Fußball / Rot Weiß

Robin Krüger, Chefcoach in Erfurt

Robin Krüger, hier noch als engagierter Co-Trainer bei Rot-Weiss Essen in der Fußball Regionalliga West, im Spiel gegen die Sportfreunde Lotte. Die Farben sind in Erfurt geblieben.

Robin Krüger, hier noch als engagierter Co-Trainer bei Rot-Weiss Essen in der Fußball Regionalliga West, im Spiel gegen die Sportfreunde Lotte. Die Farben sind in Erfurt geblieben.

Foto: dpa Picture-Alliance / Revierfoto

Moers/Erfurt.  Ex-Nationalspieler Thomas Brdaric muss als Trainer beim Regionalligisten Rot-Weiß Erfurt gehen. Der Moerser Robin Krüger übernimmt – vorläufig.

„Des einen Freud ist des andern Leid“ lautet ein Sprichwort, was gerade im Sport besonders häufig zutrifft. Verletzt sich beispielsweise ein Spieler, rückt ein anderer nach, schließt die Lücke und bekommt so seine Chance. Immer wird es Ersatz geben, egal ob auf oder neben dem Spielfeld. Das hat nun auch der Moerser Fußballtrainer Robin Krüger erfahren. Er war Co- und A-Jugendtrainer beim FC Rot-Weiß Erfurt in der Regional- und der U19-Regionalliga. Als nun aber am vergangenen Mittwoch sein Freund und Mentor Thomas Brdaric seinen Posten als Cheftrainer räumen musste, wurde Krüger von den Verantwortlichen auf den Chefposten gehoben. „Aber nur als Interimstrainer“, sagt der 30-jährige Moerser ganz bescheiden.

Ob es allerdings bei dieser Übergangslösung bleiben wird, ist nicht gewiss. Möglicherweise kann Robin Krüger den Posten seines ehemaligen Chefs und früheren Nationalspielers sogar fest übernehmen. Doch dafür muss in erster Linie das Sportliche und zusätzlich auch noch die Akzeptanz der Mannschaft stimmen.

Drei Niederlagen in Folge

Sportlich sieht es beim FC Rot-Weiß Erfurt derzeit nicht so rosig aus. Nach einem 6:0 beim in der Landesklasse spielenden SV BW Büßleben im Achtelfinale des Thüringer Verbandspokals folgte mit dem 3:0-Heimsieg gegen den Bischofswerdaer FV der dritte rot-weiße Saisonerfolg – und sorgte für Hoffnung. Doch dann gab es mit dem 0:3 bei Union Fürstenwalde, dem 0:1 gegen Halberstadt und dem 0:4 in Lichtenberg drei Niederlagen in Folge. Rot-Weiß Erfurt belegt derzeit Platz 15 in der Regionalliga Nordost. Daraufhin sahen sich die Verantwortlichen in Erfurt zum Handeln gezwungen.

Die Akzeptanz der Mannschaft genießt Robin Krüger trotz junger Jahre augenscheinlich. „Eine Dreiviertelstunde vor dem Training am Mittwoch wurde der Mannschaft mitgeteilt, dass Thomas gehen musste und ich erst einmal übernehme“, berichtet Krüger. „Ich habe dann das Training geleitet, und die Jungs haben allesamt gut mitgezogen.“ Gleiches sah er gestern Vormittag bei der nächsten Übungseinheit. „Wir sitzen alle in einem Boot und haben die Karre gemeinsam in den Dreck gefahren. Also wollen wir sie auch wieder gemeinsam rausziehen“, gibt Krüger die Marschrichtung vor.

„Am Sonntag müssen wir erst einmal im Pokal-Viertelfinale spielen“, sagt der Interimscoach. Beim Verbandsligisten SV Ehrenhain. Das sei „eine Pflichtaufgabe“, fordert Krüger zwar einen Sieg, sagt aber gleichzeitig, dass der Gegner nicht im Pokalviertelfinale stehen würde, wenn er kein Fußball spielen könne. Kurzum: RW Erfurt und Krüger sind gewarnt und wollen die Sache hellwach angehen, damit RWE nicht das Gleiche passiert, wie dem MSV Duisburg in Velbert.

Nach dem Pokal kommt es allerdings knüppeldick: Erfurt, immerhin Gründungsmitglied der 3. Liga, muss nur eine Woche später, am Samstag, 23. November, zu Hause gegen Regionalliga-Spitzenreiter VSG Altglienicke antreten. Möglich, dass Robin Krüger dann auch noch auf der Bank sitzen – und hätte eigentlich nur etwas zu gewinnen.

Gegen Altglienicke nichts zu verlieren

Denn während ihm niemand eine Niederlage ankreiden könnte, wäre jeder Punktgewinn ein Erfolg. Doch diese Rechenspiele sind nicht seins: „Wir müssen jetzt ergebnisorientiert spielen und unten rauskommen. Egal wie.“

Zwar sind nach Insolvenz und Talfahrt die Existenzängste in Erfurt dank einiger Sponsoren wie Franz Gerber etwas zurückgegangen, Doch die Sicherheit und Leichtigkeit fehlt noch. Gerber habe auch ein Gespräch mit ihm geführt, so Krüger, der nun hofft, den Schwung aus dem Pokal in die Meisterschaft mitnehmen zu können. Denn sicher ist: „Des einen Leid ist auch des andern Freud.“

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