Handball

Lange Fahrt nach Freiburg soll sich für TuS Lintfort lohnen

Ist derzeit gut in Form: Jule Samplonius (mit Ball), hier vergangenes Wochenende von der Leipziger Wiebke Meyer hart angegangen.

Ist derzeit gut in Form: Jule Samplonius (mit Ball), hier vergangenes Wochenende von der Leipziger Wiebke Meyer hart angegangen.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  Der TuS Lintfort ist bei der neu formierten HSG Freiburg gefordert. Für die Zweitliga-Handballerinnen geht’s auch im November weiter.

Die Findungsphase ist immer noch nicht abgeschlossen. Die Suche nach Kontinuität und Stabilität geht damit weiter. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass sich die Zweitliga-Handballerinnen des TuS Lintfort dennoch bislang überwiegend positiv der Öffentlichkeit präsentierten haben.

Der achte Tabellenplatz mit 5:7 Punkten ist mehr als ordentlich. Da aber sehr viele Vereine auf einem ähnlichen Leistungsniveau anzutreffen sind, stehen Überraschungen praktisch auf der Tagesordnung. Die Schützlinge von Trainerin Bettina Grenz-Klein müssen am Samstag wieder reichlich Reisestrapazen einkalkulieren. Es wird einige Stunden dauern, bis nach 512 Kilometern das südlichste Ziel auf der Zweitliga-Landkarte erreicht ist. Die Partie bei der HSG Freiburg wird um 20 Uhr angepfiffen.

Die gastgebenden „Red Sparrows“ haben schwierige Zeiten in der Liga überstanden. Der Verein wagte in der Sommerpause einen Neuaufbau, verpflichtete gleich neun Neuzugänge. Und es dauerte bis zum vergangenen Spieltag, als die Mannschaft erstmals einen doppelten Punktgewinn feiern durfte. Dabei wurde gleich richtig geklotzt und nicht gekleckert: Freiburg entschied das Kellerduell in Rödertal deutlich mit 29:19 für sich.

Richtungsweisendes Spiel für beide Mannschaften

Somit hat die Mannschaft aus dem Breisgau 3:9 Punkte auf dem Konto und es kommt zu einem richtungweisenden Match gegen den TuS Lintfort. Freiburg kann mit einem Sieg aufschließen, aber genau so gut können die Gäste ins gesicherte Tabellenmittelfeld enteilen und die Konkurrenz im Keller halten.

Die „Red Sparrows“ verfolgen eine klare spielerische Linie. Die Spielerinnen sind in ihrem Handeln sehr konzepttreu – technische Fehler sind eher die Ausnahme. Die Deckung ist im Regelfall auf eine defensive 6:0-Formation abgestimmt. Aber Freiburg unternimmt auch immer mal wieder „Ausflüge“ zu einer 5:1-Variante.

Der TuS Lintfort muss sich also etwas einfallen lassen. Aber es nützt die beste Strategie nichts, wenn die Aktionen mit wenig Überzeugung vorgetragen werden. Die Spielerinnen benötigen Mut und Entschlossenheit. Diese Tugenden/Fähigkeiten lagen zuletzt gegen Leipzig über einen längeren Zeitraum ziemlich brach. So fehlten in der Offensive die Ideen – hinten mangelte es an Kompaktheit. Die Spielerinnen kamen oft einen Schritt zu spät.

Dass es auch anders geht, hat die Mannschaft erst in den letzten 20 Minuten gezeigt, als über die Leidenschaft das Selbstbewusstsein zurückkehrte. Leipzig kam noch gehörig ins Schwitzen. „Wir kannten die Leipziger Spielweise und wurden dennoch überrascht. Das ist ärgerlich“, so Grenz-Klein. „Gestört hat mich insbesondere die hohe Anzahl an technischen Fehlern.“

Nun geht es nach Freiburg und die Erinnerungen an den letzten Auftritt bei der 27:28-Niederlage dort sind wenig erfreulich. Lintfort schaffte es aber, das Kräfteverhältnis im Rückspiel wieder gerade zu rücken, gewann mit 24:15.

„Nicht nur nach der langen Anreise, ich denke, es wird eine richtig schwere Kiste“, da ist sich die TuS-Trainerin sicher. „Ich rechne mit einem engen Spielverlauf – Kleinigkeiten werden über Sieg oder Niederlage entscheiden.“

Die Gäste müssen sich aber nicht verstecken. Lintfort kann gerade in der Defensive eine enorme Kampfkraft entwickeln – immer vorausgesetzt, die Einstellung stimmt. Wenn dann noch das Zusammenspiel mit Torhüterin Laura Graef funktioniert, besitzt der TuS gute Chancen, die Punkte zu entführen. Eva Legermann wird nach ihrer Schulterverletzung weiter pausieren.

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