Fußball

Die Stimmen zur Pause: „Training wäre schon ein Trost“

Die Corona-Pandemie verhindert auch im Dezember, dass auf den Fußballplätzen am Niederrhein gespielt wird.

Die Corona-Pandemie verhindert auch im Dezember, dass auf den Fußballplätzen am Niederrhein gespielt wird.

Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

Am Niederrhein.  Die Trainerstimmen aus Moers und Umgebung zur verlängerten Unterbrechung der Fußball-Saison. Wolfgang Jades: „Es wird keinen Saisonabbruch geben“

Bis Ende des Jahres wird am Niederrhein wenig überraschend also kein Fußball mehr gespielt. Und dann? Wie geht es im kommenden Jahr weiter?

Der Fußballverband Niederrhein hat am Donnerstagabend beschlossen, am Wochenende des 23./24. Januar den Spielbetrieb wieder aufzunehmen. So es die Corona-Schutzverordnung zulässt. Allerdings rechnet derzeit noch niemand damit, dass sich zum 1. Dezember etwas ändert. Und die Voraussetzung für einen Start Ende Januar ist, dass zumindest zwei Wochen vorher trainiert werden darf. Ist das nicht möglich, wird es eng für die Fußballer.

Vor allem mit Blick auf die zahlreichen Nachholspiele ist ein früher Start im neuen Jahr wichtig. Denn schon jetzt ist klar: Eine komplette Saison bis zum 30. Juni durchzubekommen wird ein echter Kraftakt. Dabei betont Wolfgang Jades , Vorsitzender des Verbandsfußballausschusses im FVN: „Es wird keinen vorzeitigen Saisonabbruch geben. Wenn 50 Prozent aller Spiele gespielt sind, wird die Saison gewertet.“

Das bedeutet aber gleichzeitig, dass nicht jede Mannschaft 50 Prozent ihrer Spiele gespielt haben muss. Die Gesamtanzahl der Partien pro Liga ist entscheidend. Sollte die Tabelle ungerade sein, würde wie in der Vorsaison die Quotientenregelung greifen.

Das sagen die hiesigen Trainer zum aktuellen Szenario:

Ralf Gemmer (SV Scherpenberg): „Ich finde das gut und absolut nachvollziehbar. Alles andere ergibt ja jetzt gerade keinen Sinn. Wir können im Moment nicht richtig trainieren, sondern die Jungs können nur laufen gehen. Insofern wäre für Spiele im Dezember keine vernünftige Vorbereitungszeit gegeben. Und bei uns in der Landesliga ist das vom Spielplan her ja auch kein Problem, da ist das in der Oberliga natürlich schwieriger.“

Heinrich Losing (SV Sonsbeck): „Das war zu erwarten und wenn der Verband das nicht gemacht hätte, wäre nächste Woche wahrscheinlich von der Regierung eine Entscheidung gekommen, die für uns dasselbe bedeutet. Ich finde es aber vom Verband eine komische Entscheidung, wann es weiter gehen soll. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir im Dezember trainieren werden. Und dann sind es von Anfang Januar bis zum 23. oder 30. gerade rund drei Wochen Zeit sich vorzubereiten. Und das nach so einer langen Pause. Ich finde, da hätte man im Dezember mit den Verantwortlichen der Vereine sprechen müssen und erst dann entscheiden.“

Manfred Wranik (SV Schwafheim): „Die Entscheidung ist richtig. Wir waren zuletzt gar nicht im Training, und dann im Dezember für zwei Spiele noch mal anzufangen, bringt ja gar nichts. Deshalb haben wir schon damit gerechnet und die Jungs jetzt nicht durchgehend laufen geschickt. Damit wir bis zum geplanten nächsten Spiel im Januar wieder bereit sind, muss es jetzt Mitte Dezember wieder losgehen, dass jeder für sich etwas macht.“

Sascha Weyen (VfL Repelen): „Grundsätzlich halte ich das für vernünftig. Sowohl aus sportlicher Sicht, weil ich glaube, dass es schwer geworden wäre, die Spieler nach der Pause kurzfristig fit zu bekommen. Aber auch in Hinblick auf die Corona-Lage, von der so viele Leute betroffen sind. Auch bei mir haben sich mit der Zeit immer wieder Spieler gemeldet, die in Quarantäne mussten und wir hatten auch einen positiven Spieler.“

Tim Wilke (SV Budberg): „Die Entscheidung ist keine, welche mich jetzt überrascht hat. Wenn man weiß, dass der Verband den Mannschaften eine Restart-Phase einräumt, dann war das Fußball-Jahr schon quasi vorbei. Anhand der aktuellen Entwicklungen und Zahlen halte ich das auch für eine vollkommen richtige Entscheidung. Wir planen jetzt erstmal mit dem Rahmenkalender, welcher genannt wurde, wissen aber, dass wir die Entwicklung immer zeitnah im Auge halten müssen und uns auf kurzfristige Änderungen gefasst machen müssen.“

Anel Pedljic (FC Neukirchen-Vluyn): „Das ist keine Riesen-Überraschung. Wir haben uns von Anfang der Spielpause an darauf eingestellt und jetzt ist es amtlich. Wir nehmen es sowieso, wie es kommt. Die aktuelle Situation gibt es aber auch nicht her, beim Sport übernächste Woche zur Tagesordnung zurückzukehren. Ich hoffe, dass im Dezember wenigstens noch mal der Trainingsbetrieb möglich ist, das wäre schon ein Trost. Aber ehrlich gesagt wage ich zu bezweifeln, dass es im Januar weitergehen wird.“

Mike Römer (VfL Rheinhausen): „Die Entscheidung ist auf jeden Fall vernünftig, denn die Gesundheit geht immer vor. Es gibt eben viele Risikopatienten, auch bei vielen von uns in der Familie und mit denen wollen wir ja gerade im Dezember auch eine besinnliche Zeit verbringen können. Ich weiß aber noch nicht, wie man die vielen Spiele in der Rückrunde über die Bühne bekommen möchte. Da müssen sich die Entscheidungsträger noch was einfallen lassen.“

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