Rollstuhltennis

DBS und DTB wollen Kamp-Lintforterin Bianca Osterer helfen

Die Kamp-Lintforter Rollstuhltennisspielerin Bianca Osterer beim Training und im Gespräch mit Bundestrainer Niklas Höfken auf dem Gelände von ETUF Essen.

Die Kamp-Lintforter Rollstuhltennisspielerin Bianca Osterer beim Training und im Gespräch mit Bundestrainer Niklas Höfken auf dem Gelände von ETUF Essen.

Foto: Michael Gohl / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  Rollstuhltennis-Bundestrainer Niklas Höfken setzt momentan alle Hebel in Bewegung, um Bianca Osterer zu den Paralympics schicken zu können.

„Ich habe heute morgen noch mit Eva-Maria Schneider, der Vizepräsidentin des Deutschen Tennis Bundes, gesprochen. Der DTB versucht gemeinsam mit dem Deutschen Behindertensportbund weiterhin alles, um Bianca Osterer die Teilnahme bei den Paralympics in Tokio zu ermöglichen“, sagte gestern Rollstuhltennis-Bundestrainer Niklas Höfken. Er trainiert wenigstens einmal in der Woche mit Bianca Osterer, der 33-jährigen Kamp-Lintforterin, die im Rollstuhltennis Weltklasse erreicht hat und, wie berichtet, 2020 endlich bei den Paralympics starten möchte.

Das möchte auch das National Paralympic Committee Germany im Deutschen Behindertensportverband (DBS). Denn nicht der DBS legt der Kamp-Lintforterin Steine in den Weg. Das International Paralympic Committee (IPC) hat die Regeln verschärft – und dabei eventuell nicht alle Möglichkeiten einer Behinderung bedacht. So leidet Bianca Osterer an Morbus Sudeck (CRPS), einem komplexen regionalen Schmerzsyndrom, das nicht klassifizierbar ist. Doch genau das fordert der IPC. Eine Klassifizierung. Und die International Tennis Federation (ITF) will das schlichtweg umsetzen.

„Wir werden jetzt zwei Schritte machen“, erklärt Niklas Höfken. Der erste wird Bianca Osterer in ein sportmedizinisches Untersuchungszentrum führen. „Dort wird sie komplett durchleuchtet“, sagt der Bundestrainer. Alle Diagnosen würden dort erneut erstellt, das Ergebnis dann dem DBS und DTB mitgeteilt, mit der Bitte, den ITF aufzufordern, alles dem IPC vorzulegen, damit der den Fall Bianca Osterer noch einmal genau überprüft. „Auch wenn CRPS nicht klassifizierbar ist, leidet Bianca mittlerweile ja auch unter Folgeschädigungen – etwa dadurch, dass sie ständig im Rollstuhl sitzt“, kennt Niklas Höfken unter anderem auch die Kontrakturen, die als Folge des Rollstuhleinsatzes dauerhaft die Bewegung seiner Spielerin massiv beeinträchtigen.

„Eine zweite Diagnose“

„Eventuell können wir eine zweite Diagnose herausstellen“, zieht der Bundestrainer eine andere Einschränkung in Betracht, falls CRPS nicht ausreicht, weil es eben nicht klassifizierbar ist. „Der Klassifizierungsausschuss braucht eine Diagnose“, weiß Höfken genau. Und dafür eignet sich CRPS nicht sehr gut.

„DBS und DTB – beide Verbände wollen weiterhelfen“, so der Coach. „Es ist eine vertrackte Diagnose“, spricht er von der funktionellen Einschränkung, die kaum greifbar und nicht gut einzuordnen ist. Vor dem Hintergrund der Professionalisierung des Systems kann er das nachvollziehen. Eva-Maria Schneider ist jedenfalls beim DTB auch zuständig für das paralympische Tennis und genau die richtige Ansprechpartnerin.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben